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Sagen Sie mal: Könnte die NSA hier rein, wenn sie will?

Achim Herber, General Manager von COMPAREX Deutschland, ist der NSA fast dankbar. Warum? Das verrät er Ihnen in seinen Gedanken über die Zukunft der Cloud.

Ein Beitrag von Achim Herber, General Manager Deutschland.

Neulich fuhr ich mit Roland Walther, dem COMPAREX Experten für Datensicherheit, am Standort einer Serverfarm vorbei. Ich fragte ihn:
„Sagen Sie mal: Könnte die NSA hier rein, wenn sie wollte?“
„Es wäre vielleicht nicht ganz leicht. Aber im Prinzip natürlich ja. Jederzeit. Einen wirklichen Schutz gibt es dagegen keinen.“
„Dann ist es also vollkommen gleich, ob eine Serverfarm wie diese hier in Deutschland steht oder in den USA oder … weiß der Gilb wo - irgendwo am Nordpol?“
„Vollkommen egal.“
„Wenn es also vollkommen egal ist, wo die Serverfarm steht, ist doch auch die Forderung …Wir müssen in Europa oder Deutschland oder noch am besten auf dem eigenen Werksgelände einen eigenen, geschützten Bereich für unsere Daten haben… sinnlos, oder?“
„So ist es! Vollkommen sinnlos!“
„Dann fällt ja auch das in Deutschland gerne angeführte Argument, Cloud Lösungen wären zwar kostengünstig und flexibel, man hätte sie ja auch gerne, traut aber der Sicherheit der Daten nicht, von der Realität vollkommen überholt?“
„Was die Sicherheit angeht, im Prinzip -  ja. Schnee von gestern.“

Das Gespräch gab mir zu denken. Natürlich ist es keine angenehme Vorstellung, dass George Orwells „Big Brother“ bereits jetzt technisch zu allem fähig ist, oder sagen wir mal, alles tun könnte wenn er nicht unter der Kontrolle einer demokratisch gewählten Regierung stünde. Allerdings beseitigte das Gespräch den letzten Zweifel, den ich überhaupt noch an der Zukunft der Cloud gehegt hatte.

Ein Bild kam mir in den Sinn. Man stelle sich vor: Auf einem Planeten der zu sieben Zehnteln von Wasser bedeckt ist, bauen alle Nationen, die eine Küste haben, Schiffe und fahren zur See. Dabei gibt es gelegentlich Unglücke und Schiffe sinken. Aber im Prinzip profitiert die Welt von der Seefahrt ganz enorm. Ja, die Weltwirtschaft wäre ohne Schiffe sogar gar nicht denkbar. In einem Land aber hält man an dem Argument gegen den Seeverkehr fest, das da lautet  …Wir müssen erst ein unsinkbares Schiff bauen – dann werden wir auch über Seefahrt reden…  und verpasst darüber den Anschluss an den Handel, der ringsherum längst floriert.
Ohne Risiken und Unglücke kleinreden zu wollen. Sie sind schlimm genug. Aber auch im Bereich der Cloud wartet Deutschland irgendwie auf das unsinkbare Schiff. Das es im Bereich von Daten aber kein unsinkbares Schiff gibt, diese Erkenntnis verdanke ich auch der NSA – und bin ihr fast dankbar. Sie hat eine Illusion als das entlarvt, was sie ist: Eben eine Illusion. Nicht mal die Kanzlerin kann ihr Handy schützen. Also kann man die Cloud-Spielkarten unter diesen neuen Vorgaben auch neu mischen.
Ich bin sicher, dass diese Erkenntnis binnen kürzester Zeit allgemein erkannt, die neue Technologie in ihren Vorteilen, vor allem aber ihren Risiken immer realistischer gesehen und sich auch hierzulande dann rasant durchsetzen wird.  Probleme werden auftreten – zum Beispiel die Frage der wirtschaftlichen Energieversorgung von Datenfarmen. Aber dazu  - mehr in meinem nächsten Blog-Beitrag.

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Artikel vom:
24.10.2014

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Cloud Computing, NSA

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