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Zum Niederknien: Wie IBM mit Watson die Welt verändern will

Jeder, der zum ersten Mal etwas über das Projekt "Watson" hört, ist sofort geplättet. Das Computerprogramm aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz verspricht nicht nur den Medizin-Sektor vollkommen umzukrempeln, auch der Finanz- und Einzelhandelssektor profitiert. Jetzt ist Watson endlich marktreif. COMPAREX klärt Sie auf.

Ein Beitrag von Bart Idenburg, Solution Advisor COMPAREX Niederlande

Den Namen Watson haben Sie in jüngster Zeit zweifellos schon gehört. Es ist der Name eines der ehrgeizigsten Projekte in der Geschichte von IBM

Das Projekt ist nach dem IBM-Gründer Thomas J. Watson benannt. IBM selbst bezeichnet es als eine der größten Innovationen seit Unternehmensgründung. Jetzt ist die Technologie soweit entwickelt, dass einem erfolgreichen kommerziellen Einsatz nichts mehr im Wege steht. IBM hat für die Vermarktung von Watson eine eigene Geschäftseinheit mit dem bezeichnenden Namen „Watson“ gegründet. Dafür wurde eine Milliarde Dollar bereitgestellt und eine Mannschaft von 2.000 Mitarbeitern gebildet. Das Vertrauen in die Technologie und ihren geschäftlichen Erfolg ist also erheblich. Aber was ist Watson eigentlich? Wofür können wir es nutzen? Und warum bezeichnet es IBM als eine der größten Innovationen der Geschichte?

Watson lässt die besten Jeopardy-Spieler aller Zeiten alt aussehen!

Das Watson-Projekt läuft seit 2007 und ist ein Computerprogramm aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. Es wurde entwickelt, um Antworten auf Fragen zu geben, die in digitaler Form und in natürlicher Sprache eingegeben werden. Watson hat bereits im Jahr 2011 Schlagzeilen gemacht, als es an der TV-Show Jeopardy teilnahm!  Jeopardy ist eine amerikanische Quizshow, in der ein Kandidat eine Antwort bekommt und erraten muss, welche Frage zu dieser Antwort gehört. Watson musste es mit zwei der besten Spieler in der Geschichte des Quiz aufnehmen.

Zum Schmunzeln: Die Mitarbeiter von IBM schlagen ein High-Five nach dem anderen. Das Ergebnis war ein haushoher Sieg des Computers. Watson nutzte eine riesige Quelle an Lexika, Zeitschriften und anderen Informationsquellen und konnte aus diesen Quellen rasend schnell die wahrscheinlichste Antwort auf eine Frage auswählen. Die Herausforderung dabei war, den Computer menschlich denken zu lassen und ihn zum Beispiel auch Sarkasmus erkennen zu lassen.

Man kann Watson eigentlich als eine sehr kluge Suchmaschine sehen. Die Datenmenge, in der gesucht werden kann, erreicht eine enorme Größe. Basierend auf der Vielzahl dieser Informationsquellen ist Watson in der Lage, blitzschnell Relationen herzustellen und auch auf menschlich formulierten Input sehr schnell zu reagieren. Dabei stellt Watson auch solche Verknüpfungen her, an die ein Mensch gar nicht denken würde, weil sie auf den ersten Blick unlogisch sind.

Ein Mensch kann Informationen aus einer begrenzten Anzahl an Quellen filtern. Watson holt sich die Information binnen Sekunden aus einer schier grenzenlosen Datenmenge. Die Ergebnisse sind weitaus kreativer. Die Wahrscheinlichkeit für optimal passende Resultate steigt. Die Einsatzbereiche für Watson sind in dieser Weise endlos.

Wie könnte Watson eingesetzt werden? Die Vorteile liegen auf der Hand…

Die große Frage ist natürlich, auf welche Art und Weise Watson eingesetzt werden kann. Wie kann das System Unternehmen unterstützen und effektiver machen? IBM sieht insbesondere das Gesundheitswesen als potenziellen Zielmarkt. Für einen Arzt ist es in vielen Fällen ein schwieriger Prozess, eine sichere Diagnose zu stellen. Einerseits steht er vor der Herausforderung, die richtige Verbindung zwischen verschiedenen Symptomen zu finden. Andererseits erschwert das Fehlen bestimmter Symptome, bedingt durch die Individualität des Menschen, die Diagnostik. Mit Watson kann ein Arzt auf eine große Quelle von unstrukturierten medizinischen Informationen zugreifen. Denken Sie beispielsweise an Diagnosen von Krankenhäusern weltweit, medizinische Fachzeitschriften, Videos und andere medizinische Informationen. Diese kann er nun binnen kürzester Zeit analysieren und mit den Symptomen seines Patient vergleichen. Das erhöht die Möglichkeit, zur richtigen Diagnose zu kommen oder auch eine falsche Diagnose auszuschließen. Watson wird bereits in einem Krebsinstitut in Houston für die Beratung von Ärzten verwendet.

Dies ist nur ein Beispiel für eine Anwendung von Watson, aber es gibt natürlich sehr viel mehr. Denken Sie beispielsweise an die folgenden Bereiche:

  • Der Finanzsektor, in dem noch besser fundierte Entscheidungen getroffen werden können, wenn es um Investitionen geht
  • Der Einzelhandelssektor, in dem Entscheidungen über Produkt, Ort, Promotion und Preis durch Watsons Analysen noch weitaus besser untermauert werden können 
  • Der öffentliche Sektor, in dem die Dienstleistung gegenüber den Bürgern erheblich verbessert werden kann.

Die Watson-Technologie will IBM auch für die App-Entwicklung einsetzen. Das Unternehmen ruft deshalb Entwickler von mobilen Apps auf, ihre kreativen Ideen mit Watson umzusetzen. In diesem Zusammenhang ist die kürzlich angekündigte Partnerschaft mit Apple ein interessanter Test. Stellen Sie sich nur einmal vor, welche Möglichkeiten entstehen, wenn Watson und Technologien wie Siri, der Sprachsteuerung von Apple, zusammengebracht werden.

What is Watson?

Watson macht Ihnen sogar Ihr Essen!

Ein sehr wichtiges Merkmal von Watson ist, dass damit auch unerwartete Verbindungen hergestellt werden können. Einige schöne Beispiele sieht man bei Rezepten. Um das zu verdeutlichen hat IBM den sogenannten IBM Food Truck erschaffen. Basierend auf einem bestimmten Input kann Watson ein Rezept erstellen, dessen Zutaten anscheinend nicht zusammenpassen. Was würden Sie davon halten, wenn man Ihnen ein Gericht vorsetzen würde, bei dem eigentlich völlig unpassende Zutaten  miteinander kombiniert wurden?  

Das Ergebnis überrascht: "Vietnamese Apple-Kebab".

Watson schaut nämlich nicht auf die Vorurteile, die wir Menschen bei diesen Zutaten haben, sondern konzentriert sich gerade auf Gemeinsamkeiten der Inhaltsstoffe wie z.B. Geschmackswahrnehmung, Mundgefühl und die Chemie zwischen Inhaltsstoffen etc. Auf diese Weise kommt Watson zu überraschenden Kombinationen von Zutaten, die trotz unserer Vorurteile perfekt zusammenpassen.

Wie funktioniert Watson?

Der große Unterschied zu herkömmlichen Computern ist, dass Watson in der Lage ist, menschlich zu denken. Doch wie ist das möglich? Watson arbeitet auf Grundlage eines kognitiven Prozesses. Das heißt, Watson kann eine Frage übergeben werden, bei der alle Wörter analysiert und miteinander in Verbindung gebracht werden. Dadurch kann die logischste Interpretation der Wortkombination herausgefunden werden. Wird ein bestimmtes Thema wieder und wieder aufgegriffen, lernt ein kognitiver Computer im Laufe der Zeit sogar dazu und wird damit auch schlauer. Also genau wie ein Mensch auch handeln würde.

Traditionelle Computer folgen etablierten Regeln, die sie Schritt für Schritt abarbeiten. Ein Ergebnis wird nur auf Grundlage dieser Regeln erzeugt. Platz für eine andere Interpretation gibt es nicht wirklich. Außerdem basiert das Ergebnis lediglich auf strukturierten Datenmengen. Demgegenüber ist ein kognitiver Computer in der Lage, auf der Grundlage von unstrukturierten Datenmengen Ergebnisse zu formulieren. Zur Verdeutlichung: Etwa 80 Prozent aller Daten in der Welt sind unstrukturiert.

In diesem Video wird das noch einmal sehr gut erklärt.

Watson öffnet eine neue Welt als Katalysator für Big Data

90 Prozent aller weltweiten Daten wurden allein in den letzten zwei Jahren erstellt. Den Hauptteil der Daten können die meisten Unternehmen nicht nutzen. Die richtigen Hilfsmittel müssen also genau die richtige Information hervorbringen und dazu noch die Verbindungen zwischen den verfügbaren Daten finden. Es gibt viele analytische Lösungen, aber Watson bietet neue Möglichkeiten, Wissen aus Daten zu extrahieren. IBM investiert viel, um auf Watson basierte Lösungen auf den Markt zu bringen. Wie es die Welt letztendlich verändert, bleibt Spekulation. Dass neue Einsatzbereiche entstehen, liegt auf der Hand. Die Möglichkeiten sind groß und die Beispiele sprechen für sich.

Wenn Sie weitere Informationen zu Watson erhalten möchten, insbesondere auch zu den Anwendungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen oder im Finanzbereich, dann kontaktieren Sie unsere IBM Expertin Lydia Schebesta, Inside Sales Executive IBM.

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Artikel vom:
14.11.2014

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TAGS:
IBM, künstliche Intelligenz, Software

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