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COMPAREX Expertenwissen: Konvergente IT-Infrastrukturen einfach erklärt

Die IT-Branche ist ständig auf der Suche nach Themen, die neue Bedarfe bei Betreibern von IT-Infrastrukturen generieren sollen. Ein Beispiel: „Konvergente Infrastrukturen“. Strategische IT-Verantwortliche als auch Betreiber fragen sich: Ist das jetzt nur ein Trend oder eine nachhaltige Alternative?

Ein Beitrag der COMPAREX Redaktion.

Mal ehrlich, wie sieht es eigentlich aus? Befindet sich die Architektur von IT-Verarbeitung und Rechenzentren wirklich im Umbruch? Eine Entwicklung ist erkennbar: Haben in der Vergangenheit Unternehmen noch ihre Systemkomponenten, Baugruppen und Management-Applikationen selbst zusammengestellt, so werden diese Aufgaben heute zunehmend von Herstellern übernommen. Bewegen wir uns also von einer klassischen, heterogenen IT-Infrastruktur im Datacenter hin zu einer konvergenten und somit standardisierten Strategie? Begibt man sich beim Einsatz dieser Lösungen erneut in eine monopolistische Abhängigkeit von Herstellern, wie es bereits vor 25 Jahren bei der Einführung der Mainframe-Technologie der Fall war? Oder sind konvergente Infrastrukturen der konsequente, weil effektivste und wirtschaftlichste Schritt hin zur anstehenden Industrialisierung der IT? Um der Antwort näher zu kommen, müssen wir uns zunächst einmal den Begrifflichkeiten zuwenden.

Worin unterscheiden sich konvergente und heterogene Infrastrukturen?

Konvergente Systeme sind durch einen hohen Integrationsgrad und ein einheitliches Management aller Systemkomponenten gekennzeichnet. Das Ziel dieser Bemühungen liegt in einem vereinfachten Betrieb, geringeren Kosten und schnelleren Prozessen.

Durch vorkonfigurierte und standardisierte Systeme sind diese schneller in Betrieb zu nehmen und einfacher an die jeweiligen Anforderungen anzupassen. Im Prinzip wird damit der Integrationsgrad der Systeme auf eine höhere Ebene angehoben. Bei den Basisbaugruppen wie Server oder Speicher gilt das Konzept bereits seit langem, denn kaum ein Unternehmen baut beispielweise seine Server aus Mainboards, CPUs, Speicher und weiteren Baugruppen selbst zusammen. Bei den Techniken der Converged Infrastructure wird diese Standardisierung und Vorkonfiguration nun auf weitere Baugruppen und Systeme ausgedehnt. Statt Server, Speicher, Netzwerk und einer Virtualisierungs-Applikation durch den Administrator manuell und nach Bedarf zu verknüpfen, passiert dies nun durch vorkonfigurierte und standardisierte Systemkomponenten. Die Lösung kommt zudem aus einer Hand, wodurch der Support wesentlich vereinfacht wird. Der physische und logische Aufbau erfolgt vollständig validiert bereits ab Werk. Auch die Skalierung ist in der Regel relativ leicht zu bewerkstelligen – die Systemleistung kann transparent innerhalb des Systems oder durch weitere Einheiten mit einer vom Hersteller definierten Performance-Matrix und Verfügbarkeit auf Applikationsebene erhöht werden.

Das Gegenstück hierzu stellt das klassische heterogene Rechenzentrum dar. Baugruppen und Systemkomponenten stammen in diesem Fall von verschiedenen Herstellern und werden auch unabhängig voneinander betrieben und verwaltet. Sie verfügen über eine teilweise eingeschränkte Kompatibilität und eine geringere Integrationsfähigkeit. Ein einheitliches Management gibt es nicht. Im Fehlerfall muss der IT Fachbereich aufgrund der verschiedenen Bezugsquellen und Hersteller mit unterschiedlichen Hotlines und Ansprechpartnern reden.

Aber - in Sachen Flexibilität weisen sowohl homogene als auch heterogene Lösungen augenfällige Vorteile auf.

Um die praktische Seite der Problematik zu verdeutlichen, wähle ich gerne das Beispiel „Backwerk“ – Kuchen und Brötchen.

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Klassische heterogene Infrastrukturen und das Kuchenrezept meiner Oma

Zu Hause betreibe ich die typische „Einzelfertigung“ in einer heterogenen Infrastruktur. Ich habe ein Gugelhupf-Rezept meiner Oma aufgeschrieben. Wenn ich sonntags Besuch erwarte und Kuchen anbieten möchte, gehe ich in den Laden und kaufe Mehl, Eier, Rosinen, Zucker etc. in entsprechender Menge und backe damit meinen Gugelhupf.

Der Brötchenbäcker und die konvergente Infrastruktur

Der Bäcker backt seine Brötchen im Gegensatz dazu in „standardisierter Fertigung“ in einer industriellen Anlage und somit in einer konvergenten Infrastruktur. Alle Zutaten stehen bereit. Abends legt er lediglich die Menge fest, die er zum Beispiel an einem normalen Samstag aller Erfahrung nach in seinem Ladengeschäft verkauft und fertigt diese dann nachts an.

Klar wird: heterogene Umgebungen können Sinn machen, homogene aber auch. Betrachten wir ihre Vor-und Nachteile anhand einiger Stichworte.

Gesamtbetriebskosten (TCO)

Natürlich kann der Bäcker auch seine gesamte Backstube in Betrieb setzen, um lediglich ein einziges Brötchen zu backen. Aus Spaß könnte man die TCO dieses Brötchens ja mal berechnen: Wahrscheinlich eine dreistellige Summe. Genauso könnte ich in meinem kleinen Backofen 25 Kuchen fertigen. Bei drei Stunden Backdauer wäre ich damit 3 Tage in drei 8-Stunden-Schichten zugange.

Skalierbarkeit

Die TCO entscheidet auch darüber, in welchem Rahmen Skalierbarkeit wünschenswert, das heißt wirtschaftlich, ist. Selbstverständlich kann der Bäcker seine Leistung skalieren, allerdings in einem Rahmen mit vielen Nullen am Ende – also ob er nachts 10.000 Stücke fertigt oder nur 9.500. Ich backe gerne einen zweiten Kuchen, wenn es mal drei Gäste mehr werden. 12 Gäste werden aber schon schwierig. Will man Flexibilität und kurze Bereitstellungszeiten? Auch die stehen natürlich im Verhältnis zu den Kosten.

Wartungspartner

Geht mein Rührgerät kaputt, nehme ich ersatzhalber einen Löffel und kaufe bei nächster Gelegenheit einen neues. Raucht dem Bäcker die Rührmaschine ab, steht sein Laden, bis der Mechaniker des Herstellers kommt und den Schaden behebt.

Support

Die Bedienungsanleitung meiner neuen digitalen Küchenwaage hat mich in den Wahnsinn getrieben. Da wollte ich den Hersteller anrufen, doch dieser befindet sich in Macao - sinnlos. Seither wiege ich wieder analog. Das Problem hat der Bäcker nicht. Die Module seiner Anlage wurden von einem Bäckereiausstatter aus einer Hand geliefert. Er hat einen Ansprechpartner und ein Expertenteam beseitigt den Fehler umgehend.

Unabhängigkeit von Herstellern

Ich gebe zu: Sehe ich beim Discounter eine Sonderaktion für Kuchenformen, greife ich hier zu, wenn der Preis stimmt und die Ware einen „ordentlichen“ Eindruck macht. Das kann mir viel Geld sparen. Der Bäcker hat keine Chance, seinen Rührstab aus dem Baumarkt zu kaufen. Dafür sind seine Investitionen aber weitestgehend planbar.

Fazit

Fachabteilungen von Unternehmen fordern immer häufiger eine hohe Flexibilität der zur Verfügung gestellten Services der zentralen IT. Virtuelle Maschinen mit definierter CPU-Leistung und RAM-Auslastung werden für temporäre Projekte zur Verfügung gestellt, Storage-Kapazitäten nach Bedarf allokiert.

Wie stellt sich ein modernes Rechenzentrum aus heutiger Sicht diesen Anforderungen? Stellen Sie sich die Frage, ob Sie sich manchmal wie „in der guten alten Backstube am heimischen Herd“ fühlen oder doch eher wie in einer modernen Backfertigung, in der alle Prozesse optimal aufeinander abgestimmt und jederzeit planbar ablaufen.

Standardisierte konvergente oder auch hyper-konvergente Systeme helfen Ihnen dabei, heutige und zukünftige Anforderungen zu bewältigen. Sicher wird es noch einige Jahre dauern, bis dieser Trend nachhaltig in vielen mittelständischen Unternehmen Einzug findet. Fakt ist aber: Großunternehmen und Konzerne setzen bereits heute diesen Trend großflächig um, da gerade in komplexen Umgebungen erhebliche Einsparungen dadurch zu realisieren sind.

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Artikel vom:
09.12.2014

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TAGS:
IT-Infrastrukturen

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