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Microsoft Azure StorSimple

Microsoft Azure StorSimple - Der einfache Einstieg in die hybride Cloud

Am 1. August 2014 hat Microsoft das Microsoft Azure StorSimple angekündigt und auf den deutschen Markt gebracht und hält damit nun auch Einzug ins klassische Rechenzentrumsinfrastruktur-Geschäft, das hart umkämpft ist. Beim Azure StorSimple handelt es sich nicht um eine selbst entwickelte Hardware. Es resultiert aus dem Firmenaufkauf von StorSimple im Jahr 2013, dessen Produkt nun unter neuer Flagge das Azure Cloud-Geschäft von Microsoft ankurbeln soll. Unser Experte zeigt Ihnen, wie Sie mit StorSimple die Herausforderung Datenwachstum managen können.

Ein Beitrag von Henrik Motzkus, IT-Architekt.

Was ist Microsoft Azure StorSimple?

Microsoft Azure StorSimple ist, vereinfacht ausgedrückt, die Brücke des lokalen SANs in die Microsoft Azure Cloud. Auf diese Weise kann die IT seinen Anwendern enorme Storage-Kapazitäten in sehr kurzen Zeiten zur Verfügung stellen. Und genau so schnell wie Kapazität bereitgestellt wird, kann sie auch wieder dekommissioniert werden.

Microsoft Azure StorSimpleSchaut man sich den Storage-Bestand einer gewöhnlichen internen IT mal näher an, so stellt man fest, dass das primäre Working-Set an Daten (die Daten, die die Anwender zur täglichen Arbeit benutzen) nur einen kleinen Bruchteil der Daten ausmacht, die die IT tatsächlich insgesamt verwalten muss.

  • Die primären Daten müssen gegen Datenverlust gesichert werden.

  • Sie müssen archiviert werden.

  • Sie müssen gegen Naturkatastrophen geschützt werden.

  • Sie sollten hochverfügbar sein.

Diese Anforderungen sorgen für ein exponentielles Datenwachstum. Der Markt spricht vom sogenannten Double-Digit-Growth, der in der IT eine hohe Komplexität, hohe Investitionen und viel Aufwand erzeugt.

Microsoft Azure StorSimple als Problemlöser?

Microsoft StorSimple löst dieses Problem, indem es das aktive Working-Set an Daten auf einer lokal installierten Storage Appliance vorhält und den nicht benötigten Rest verschlüsselt in die Microsoft Azure Cloud auslagert.

Microsoft bietet zwei Varianten an:

  1. Die Microsoft StorSimple 8100 enthält 15 TB an lokalem Plattenplatz, der durch Komprimierung und Deduplizierung auf 40 TB aufgebläht werden kann. Der Bedarf, der darüber hinausgeht, wird aus der Microsoft Azure Cloud bezogen. Insgesamt können somit 200 TB auf einer Microsoft StorSimple 8100 abgelegt werden – und das bei einem Platzbedarf von gerade einmal zwei Höheneinheiten.

  2. Das Modell StorSimple 8600 hat eine Kapazitäten von 40-100 TB lokalem Storage und 500 TB Gesamtkapazität bei vier Höheneinheiten. Angebunden wird die Appliance ausschließlich über 1/10 GbE Ethernet iSCSI und enthält vollständig redundante, interne Komponenten für eine maximale Verfügbarkeit.

Zu diesen Basisfunktionen kommen nun noch die umfangreichen Möglichkeiten der Microsoft Azure Cloud hinzu, die das Angebot erst richtig interessant machen. Sämtliche Microsoft StorSimple Appliances werden mit dem StorSimple Manager aus Microsoft Azure heraus gemanagt. Das heißt: Sie sind unabhängig von einem komplizierten lokalen Management-Toolset. Zudem kann der gesamte Datenbestand entweder lokal oder in die Cloud „gesnapshotet“ werden. Das hat den Vorteil, dass die Volumes, die auf der lokalen Appliance liegen, zu Testzwecken (z. B.: mit Azure-VMs) vervielfältigt werden können. Das Backup des gesamten Datenbestandes kann, wenn gewünscht, auch komplett mit einem Azure Backup-Vault realisiert werden. Dies könnte die komplette eigene Tape-Infrastruktur obsolet machen.

Gegen den kompletten Verlust eines Rechenzentrum-Standortes ist man zudem geschützt, da auf den gesamte Datenbestand, der auf Azure Blob-Storage liegt, auch mittels einer virtuellen Variante der StorSimple in Azure zugegriffen werden kann. Ist der eigene Standort wieder online, so wird der Datenbestand, der in Azure liegt, wieder auf die lokale Ersatz-Appliance kopiert – wenn nötig auch an einem anderen Standort. Im weitesten Sinne kann man hier von einem Dropbox-Prinzip sprechen, wenngleich Microsoft dies vermutlich nicht gerne hören wird.

Welche Use-Cases sind nun mit diesen Funktionen denkbar?

Zunächst einmal ist das klassische Backup & Recovery zu betrachten. Moderne Backup- & Recovery-Lösungen wie Veeam basieren heute mehr und mehr auf Festplattenspeicher als Datenablage für Backups. Mit StorSimple wird das aktuelle Working-Set an Daten lokal vorgehalten. Dies sorgt für eine gute RTO. Am häufigsten wird schließlich auf die aktuellsten Sicherungen zugegriffen. Die archivierten Backups (z. B.: Monatssicherung oder Jahressicherung) werden automatisch in die Azure Cloud verdrängt, denn hierauf wird üblicherweise nur noch selten zugegriffen.

Ein weiterer Use-Case ist sicher auch der klassische Filer, der aus keiner IT wegzudenken ist. Auch wenn es heutzutage viele neue Denkansätze (z. B.: Sharepoint ) zur Zusammenarbeit gibt, so ist der Filer immer noch eines der wichtigsten Instrumente zur Zusammenarbeit. Mit einem Filer, der auf einer Microsoft StorSimple liegt, liegt das aktuelle Working-Set an Daten für schnelle Antwortzeiten auf dem lokalen Storage. Dieses wird zusätzlich komprimiert und dedupliziert. Der Rest der Daten, der tendenziell immer weniger genutzt wird, wird automatisch und verschlüsselt in die Azure Cloud verdrängt. Dieses Prinzip funktioniert nicht nur für den klassischen Filer. Auch Archive lassen sich so realisieren.

Welche Workloads sind nicht besonders geeignet?

Zunächst einmal glänzt das System durch die enthaltenen SSDs. Dies verspricht viele IOPS. Die Festplatten-Konfiguration ist allerdings statisch. Das heißt: sollte mehr Performance benötigt werden, so können keine Festplatten nachgeschoben werden. Zudem bietet die StorSimple nicht die Fülle an Verwaltungsfunktionen, die man bspw. von einer EMC VNX gewohnt ist. Somit lässt sich bspw. kein Einfluss auf das Tiering der Daten nehmen. Dies geschieht immer gleich. Des Weiteren hat der Administrator keinen Einfluss darauf. Ist ein mittelgroßer VMware Cluster oder eine mittelgroße SQL-Datenbank im Einsatz, so muss im Vorfeld genau überprüft werden, ob diese Anwendung auf die StorSimple gelegt werden kann.

Fazit

Nicht alle Anwendungsfälle machen jedoch eine high-soffisticated-Storage-Lösung erforderlich. Mit der Microsoft StorSimple Storage Appliance lässt sich der TCO für viele einfache Anwendungsfälle senken – und das bei sehr einfacher Verwaltung. Hinzu kommt, dass wenn das Unternehmen ohnehin mit Microsoft ein Enterprise Agreement (EA) mit Azure Commitment hält, dann ist ab einem Azure Commitment von 50.000 € die Storage Appliance kostenfrei.

Ausblick

Microsoft wird dieses Thema weiterentwickeln. So hat das Unternehmen in seinem zweiten Update für StorSimple ein Virtual Array angekündigt, das im Prinzip nicht mehr als Hardware-Appliance daherkommt, sondern als virtuelle Appliance, die als VM in Hyper-V oder VMware betrieben werden kann. Dieses Virtual Array kann dann iSCSI- oder SMB-Freigaben zur Verfügung stellen.

Insgesamt bietet die StorSimple gerade in Verbindung mit einem Microsoft EA einen hervorragenden Einstieg in hybride Cloud-Szenarien. Die Installation dauert gerade mal einen Tag.

Mehr über das StorSimple Virtual Array

Im März 2016 hat der Softwarehersteller Microsoft eine Neuigkeit für StorSimple angekündigt. Es soll eine virtuelle Version von StorSimple geben, die aktuell in den Azure Regionen ausgerollt wird. Die virtuelle Version von StorSimple kann auf VMware oder Hyper-V betrieben werden. Stellt sich nur noch die Frage: Für wen ist das StorSimple Virtual Array sinnvoll?

Mehr zum Microsoft StorSimple Virtual Array »

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Artikel vom:
26.01.2016

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TAGS:
Azure, Cloud Computing, Microsoft, Storage

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