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Microsoft StorSimple – Automatisches Desaster-Recovery

Microsoft StorSimple – Automatisches Desaster-Recovery

In meinen vorherigen Blogbeiträgen zum Thema Microsoft Storsimple, bin ich auf die grundlegenden Funktionen eingegangen. Nun möchte ich einzelne Aspekte weiter vertiefen. Eines der wichtigsten Themen ist Desaster-Recovery. Nach der grundlegenden Installation der Microsoft StorSimple sind Maßnahmen zu treffen, um die Lösung anhand der Anforderungen an die Verfügbarkeit entsprechend auszurichten. Am Beispiel eines File-Servers möchte ich dieses Szenario technisch näher beschreiben.

Ein Blogbeitrag von Henrik Motzkus, IT-Architekt

Microsoft StorSimple ist eine hybride Storage-Lösung von Microsoft, um den lokalen Anwendern einfach, schnell und sehr kostengünstig Storage aus dem Microsoft Azure Rechenzentrum zur Verfügung zu stellen. Einen guten Einstieg in das Thema erhalten Sie hier.

Architektur für automatisches Desaster-Recovery

Wie sieht die Architektur für dieses Szenario aus? Der File-Server wird in einer Virtuellen Maschine (VM) mit Windows Server 2012 R2 betrieben. Gegebenenfalls als Failover-Cluster Konfiguration. Storage bezieht der Server über StorSimple in Form von iSCSI-Volumes als Cluster Shared Volume (CSV). Die Volumes werden von StorSimple nach Azure gespiegelt (Cloud-Snapshots). Die Anwender greifen als Domänen-Anwender auf die Ressourcen zu. Diese Architektur bietet eine hervorragende Verfügbarkeit. Sämtliche Komponenten sind redundant vorhanden. Der Betrieb beschränkt sich auf ein Minimum an Aufwand und Kosten.

Microsoft StorSimple Desaster Recovery
Quelle: Microsoft

Was wird für ein automatisches Desaster-Recovery benötigt?

Was muss ich wissen, um die Umgebung für ein „Enterprise“-Desaster Recovery fit zu machen? In diesem Abschnitt gehe ich auf die einzelnen Bestandteile ein, die ich benötige, um das DR aufzubauen. Diese sind:

  • Cloud-Appliance für iSCSI-Volumes in Microsoft Azure

  • Active-Directory in Azure oder local

  • Azure Site-Recovery Vault

  • Azure Automation

In meinen vorangegangenen Blogbeiträgen habe ich beschrieben, welche Funktionalitäten Microsoft StorSimple bietet. In diesem Kontext sind die Cloud-Snapshots zu nennen. Damit kann der gesamte Datenbestand verschlüsselt und sicher von einem bestimmten iSCSI-Volume in die Microsoft Azure Cloud auf Blob-Storage kopiert werden. Super! Damit sind meine Daten also erstmal sicher. Nun fehlt jedoch die Möglichkeit auf die Daten zuzugreifen, die aus den iSCSI-Volumes verfügbar gemacht werden müssen. Dafür wird die Microsoft StorSimple Cloud-Appliance genutzt. Die Microsoft StorSimple Cloud-Appliance ist die virtuelle Appliance in Form einer Microsoft Azure VM. Die Cloud-Appliance bietet die gleichen Funktionalitäten wie die Hardware-Appliance und stellt Servern iSCSI-Volumes zur Verfügung. Besondere Beachtung ist aber folgendem Umstand geschuldet: Eine Cloud-Appliance kann maximal 64 TB an Daten verwalten. Liegen auf der Hardware-Appliance also mehr als 64 TB Daten in verschiedenen iSCSI-Volumes, so müssen die iSCSI-Volumes auf mehrere Cloud-Appliances verteilt werden. Grund dafür ist, dass die Cloud-Appliance nur eine schlichte VM in Azure ist. Und bekanntermaßen unterstützt eine VM eine maximale Festplattengröße von 1023 GB und eine Anzahl von 64 Stck.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein automatisches Desaster-Recovery

Microsoft Azure Active Directory

Nun benötige ich die Möglichkeit, dass die Anwender weiterhin authentifiziert werden können. Dafür bieten sich je nach Komplexität der Umgebung die folgenden Möglichkeiten an:

  • Für weniger komplexe Umgebungen, in denen nur ein Domain-Controller betrieben wird undeine kleine Anzahl von Anwender arbeitet, kann die komplette VM mit dem Domain-Controller mittels Azure Site Recovery gespiegelt werden. Im Falle eines Desasters wird diese einfach hochgefahren. Danach müssen sämtliche Änderungen an der Struktur in Azure im eigenen RZ nachgeholt werden. Ich finde das nicht optimal und teilweise ist dies auch gar nicht möglich.

  • In einer großen Umgebung mit vielen DCs (in einem Forest), Anwendern und einer hohen Änderungsrate im AD, ist es ratsam, einen weiteren DC in Azure einzurichten der Teil der Gesamtstruktur ist. Er spiegelt automatisch alle Änderungen in der Struktur in Microsoft Azure als Teil der Replication Topology wieder zurück.

Microsoft Azure Site Recovery

Danach möchte ich die File-Server, auf denen die Anwender auf die Shares (per DFS, Failover-Cluster, etc.) zugreifen, auch während des Desasters verfügbar machen. Dafür benutze ich Microsoft Azure Site Recovery, um die entsprechenden VMs als bitgenaue Kopie ins Azure Data Center zu replizieren. So können sie auch im Desaster-Fall hochfahren. Die nachfolgende Abbildung zeigt die grundlegende Funktionsweise von Microsoft Azure Site Recovery in diesem speziellen Szenario.

Funktionsweise Microsoft Azure Site Recovery
Funktionsweise Microsoft Azure Site Recovery (Quelle Microsoft)

Benötigt wird der Azure Site Recovery Provider, der auf den Hyper-V Host die Desaster-Aktionen koordiniert. Er kommuniziert per Port 443 mit dem Microsoft Azure Data Center. Den Datenschützer wird es freuen. Zudem benötigt man einen Recovery Services Agent auf jeder VM. Dieser führt bei Bedarf Scripte auf den eigentlichen VMs aus, um die Aktivitäten während eines Desasters auszuführen.

Microsoft Azure Automation

Zu guter Letzt benötige ich eine Möglichkeit den Failover-Prozess automatisiert durchzuführen. Dies ist möglich mit Microsoft Azure Automation. Dafür richte ich einen Azure Automation Account ein oder wähle aus einem Fundus ein fertiges Runbook aus. Nachdem ich das Runbook meinem Account hinzugefügt habe, kann ich mit nur einem Mausklick mehrere Aktivitäten starten.

Der Testfailover hat keinerlei Auswirkungen auf die lokalen Server. Die VMs werden lediglich in Azure hochgefahren und die Volumes an die VMs gemappt. Zuvor werden die Volumes der StorSimple gecloned und an die Virtual Appliance angehängt. Hier habe ich also eine perfekte Spielwiese.

Der Planned Failover versucht die VMs im lokalen Rechenzentrum „freundlich“ herunterzufahren, um dann die Ressourcen in Azure hochzufahren. Dazu wird ein vorhandener Cloud-Snapshot an die Virtual-Appliance gemappt. Voilá.

Der Unplanned Failover fährt nur noch die VMs in Azure hoch und führt ein Failover des Volume-Containers der StorSimple durch. Danach sind die Volumes für die VMs verfügbar und der Fileserver kann wieder auf die Daten zugreifen.

Microsoft Azure Automation
Quelle: Microsoft

Besonders die bereits vorhandenen Runbooks machen die Arbeit sehr einfach. Diese Scripte sind vorgefertigt und können an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Fazit und Ausblick

Ich bin auf die zahlreichen Vorteile der Microsoft StorSimple-Lösung bereits in den vorangegangenen Blogbeiträgen eingegangen. Die hybride Lösung, die ich hier beschrieben habe, verspricht eine sehr gute Verfügbarkeit für die bereitgestellten Fileservices, eine sehr einfache Administration und ein hohes Kosteneinsparungspotenzial. Denn als Desaster-Standort wird das Microsoft Azure Rechenzentrum verwendet. Ein zweiter, eigener Standort an dem Failover-Hard- und Software betrieben werden muss, ist hiermit obsolet geworden.

Microsoft wird in Zukunft die hybriden Data Center-Lösungen stark weiterentwickeln. Bereits jetzt sind mit Azure Site Recovery, Azure StorSimple oder Azure Active Directory Lösungen am Start, die die lokale Infrastruktur mit Azure optimal verbinden.

In meinen nächsten Blogbeiträgen werde ich weitere Aspekte rund um das Thema hybride Rechenzentrumsarchitekturen vertiefen. Bleiben Sie gespannt!

Erfahren Sie mehr!

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Artikel vom:
21.07.2016

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TAGS:
Azure, Microsoft, Recovery, StorSimple

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