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Public Cloud für jeden?

Public Cloud für jeden? Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Bei der Nutzung der Public Cloud sollte der jeweilige Anwendungsfall vorher genau geprüft werden. Unser Experte beleuchtet Vor- und Nachteile der Public-Cloud-Nutzung. Weiterhin führt er exemplarisch einige Tools auf, mit denen eine Kosten- und Performance-Kontrolle bei der Cloud-Nutzung erfolgen kann.

Ein Beitrag von Walter Hofmann, Director Cloud Services

Im Zeitalter der Cloud bieten ausgesuchte Cloud-Services sicherlich Vorteile für einige Unternehmen. So können beispielsweise auf Bedarf zusätzliche virtuelle Maschinen hochgefahren werden (sog. cloud-bursting) oder generell das kostenintensive Backup von Maschinen in die Cloud verlegt werden. Wo sind aber die Nachteile der Nutzung einer solchen Infrastruktur?

Die meisten Public-Cloud-Anbieter offerieren entsprechende virtuelle Instanzen. Weil man als Nutzer dieser Cloud-Form aber in der Regel keinen Zugriff auf den darunterliegenden Hypervisor hat, ist es auch nicht möglich, Zusatztools wie beispielsweise Backup-Agenten oder Antivirus-Software für die jeweiligen VMs zu installieren. Die in der Public-Cloud gemieteten VMs können durch den fehlenden Hypervisor-Durchgriff somit auch keinem Ihrer existierenden Domains oder Cluster zugeordnet werden.

Das Backup dieser VMs in der Public Cloud sollte dann auch in der Public Cloud geschehen. Abweichungen oder Änderungswünsche davon, damit ein Backup dieser VMs in Ihrem RZ stattfindet, sind durch die Cloud-Trennung aufwendig und kostenintensiv. Die meisten Backup-Tools unterstützen nämlich das Backup in die Cloud aber nicht das Backup aus der Cloud. Ein solches Backup führt weiterhin zu höherem Verbrauch von Storage I/O, Netzwerk-Traffic und ggf. Bandbreite.

Der Host liegt ebenfalls ausschließlich im Zugriff des Cloud-Providers. Jegliche Änderung dieser Infrastruktur obliegt dem Provider und wird von diesem eigenständig und ohne Rückfragen an die Nutzer durchgeführt. Dies kann bei Updates der Hosts zu „Störungen“ der darüber liegenden „Nutzerschicht„ führen.

Public Cloud für jeden? Pay per use
Abb. 1: Pay as you use

Unsere Grafik soll die Idee von “pay as you use” verdeutlichen. Dies gilt für alles, was man nutzt (CPU, Speicher, Storage). Es können aber Preisabweichungen (Angebote) zu unterschiedlichen Tagesabschnitten auftreten. Es kann weiterhin zu unterschiedlichen CPU-Kosten kommen, da in der Regel verschiedene CPU-Typen angeboten werden. Die Darstellung der „Verbrauchskosten“ ist komplex und es kann schwierig werden, auf Basis dieser Darstellung die Kosten dem entsprechenden Verursacher zuzuordnen. Nutzt man keine Vorhersagetools oder Quotation-Tools, kann der monatliche Verbrauch stark variieren oder gar zu einer Überschreitung des geplanten Budgets führen.

Amazon Web Services (AWS) bietet dazu die „Billing and Cost Management Console” mit dem Cost Explorer und dem CloudWatch Monitoring-Service. CloudWatch monitort Performance und Cloud-Ressourcen. Es können entsprechende Alarmmeldungen bei Annäherungen oder Überschreitungen generiert werden.

Microsoft Azure verwendet einen ”pricing calculator”, der die Kosten voraussagt. Die Azure-Metriken sind eher auf Performance-Monitoring ausgerichtet. Trotzdem können beispielsweise für die Nutzung von Azure SQL Database entsprechende Schwellwerte und Alarme eingestellt werden.

Bei Google kann der IT-Verantwortliche die Billing API verwenden und diese mit einem Billing-Tool seiner Wahl verwenden.

Hinweis:

Vor allem am amerikanischen Markt existieren Tools, die der Kostenüberwachung, Alerting und Quotation der Ressourcen in Public Clouds dienen. Stellvertretend seien hier CloudChekr oder Cloudability genannt. Weitere Tools und deren weitere Funktionen stellen wir gerne auf Anfrage vor.

Was passiert also bei einer unkontrollierten Überschreitung des Budgets. Zuerst wird man wohl ein „böses Erwachen“ erleben, das ein schnelles Handeln erfordert. Reaktionen könnten sein

  • neues Budget einstellen und freigeben lassen,
  • Nutzung reduzieren
  • Gegebenenfalls zwischenzeitliches Abschalten dieser virtuellen Maschinen

Dies ist sicherlich ein Szenario das man sich nicht wünscht.

Fazit

Es gibt Vorteile und Nachteile bei der Nutzung der Public Cloud. Die Nutzung der Public Cloud sollte aber einer Kosten- und Performance-Kontrolle unterliegen. Der jeweilige Anwendungsfall muss also vorher genau geprüft werden. COMPAREX unterstützt Sie gerne bei dieser Untersuchung.

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Artikel vom:
17.09.2015

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Cloud Computing, Public Cloud

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