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SQL Server 2016 Service Pack 1: Der richtige Zeitpunkt für die Migration?

SQL Server 2016 Service Pack 1: Der richtige Zeitpunkt für die Migration?

Der Jahreswechsel wird oft zum Anlass genommen, gute Vorsätze zu fassen. Leider werden diese guten Vorsätze oftmals genauso schnell wieder verworfen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Warum zum Beispiel sollte man es ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt schaffen, das Rauchen aufzugeben, abzunehmen oder mehr Zeit für sich selbst oder die Familie zu haben? Hingegen ist gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich näher mit der Migration zu SQL Server 2016 zu beschäftigen. Ein genauer Blick auf das neue Service Pack beleuchtet die Hintergründe und erweiterten Funktionen.

Ein Blogbeitrag von Jens Hocker, SQL Server Consultant

Warum sollte man ausgerechnet jetzt zum SQL Server 2016 migrieren?

Grund ist die Veröffentlichung des Service Pack 1 für SQL Server 2016 im November des vergangenen Jahres. Denn zum einen wird das Erscheinen des ersten Service Packs im Allgemeinen als Zeichen gewertet, dass eventuell beim Release der RTM Version noch vorhandene Kinderkrankheiten beseitigt wurden. Zum anderen sind mit dem Release des Service Pack 1 für SQL Server 2016 viele Features in der Standard Edition verfügbar gemacht worden, welche vorher ausschließlich der Enterprise Edition vorbehalten waren. Selbst der Funktionsumfang der kostenlosen Express Edition profitiert von diesem Update. Microsoft spendiert also tatsächlich mehr „Value for Money“. Welche Features jetzt in der Standard Edition genutzt werden können, ist in folgender Tabelle dargestellt:

Microsoft SQL Server 2016 Service Pack 1
* Requires SQL Server agent which is not part of SQL Server Express Editions
** Requires creating filestream file groups which is not possible in Local DB due to insufficient permissions.
(Quelle: Microsoft )

Welche Neuerungen bringt das Service Pack 1 für SQL Server 2016?

In der Liste befinden sich wesentliche Neuheiten der letzten SQL Server Versionen wie zum Beispiel Columnstore Index, In-Memory OLTP und Always Encrypted.

Columnstore Indizes wurden mit SQL Server 2012 eingeführt und stellen einen spaltenbasierten Typ der Indizierung dar. Sie können die Verarbeitungsdauer von Data Warehousing Abfragen stark beschleunigen, sind für klassische OLTP-Abfragen aber nicht geeignet.

In-Memory OLTP wurde mit SQL Server 2014 eingeführt und ist im Gegensatz zu Columnstore Indizes auch für „normale“ Datenbankanwendungen verwendbar. Hier werden komplette Tabellen, sogenannte „Speicheroptimierte Tabellen“, in den Arbeitsspeicher gelegt. Das Wegfallen des Schreibens bzw. Lesens ins/vom I/O-System kann zu einer extremen Performanceverbesserung führen. Neben kleineren Einschränkungen, die die Tabellen selbst betreffen, ist hier jedoch der entscheidende Nachteil, dass die Verwendung von In-Memory OLTP tiefe Eingriffe (Löschen und Neuerstellen der Tabellen) in die bestehende Datenbank erfordert. Bei Datenbanken von Drittanbietern können diese Änderungen nicht vom Datenbankadministrator des eigenen Unternehmens vorgenommen werden. Somit ist In-Memory OLTP vorerst eigenentwickelten Datenbanken vorbehalten.

Gleiches gilt für Always Encrypted. Hier werden die Daten verschlüsselt in der Datenbank gespeichert, so dass diese von hochprivilegierten Benutzern (z.B. Administratoren) nicht eingesehen werden können. Da aber einerseits die SQL Server Verbindung angepasst werden muss und andererseits bei Verwendung von Always Encrypted nicht alle SQL Server Funktionen zur Verfügung stehen, muss der Einsatz dieses Features ebenfalls bereits bei der Entwicklung der Software bzw. Datenbank eingeplant werden.

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Hat die Enterprise Edition noch Vorteile gegenüber der Standard Edition?

Nicht verschweigen möchte ich an dieser Stelle, dass die Enterprise Edition natürlich weiterhin Vorteile gegenüber der Standard Edition bietet. Wer zum Beispiel alle Möglichkeiten hinsichtlich Hochverfügbarkeit (Failover Cluster mit mehr als zwei Knoten, AlwaysOn Verfügbarkeitsgruppen mit mehreren Datenbanken) nutzen möchte oder sehr hohe Anforderungen an die Ressourcen seines SQL Server hinsichtlich CPU und RAM-Nutzung stellt, wird mit der Standard Edition auch nach dem Service Pack Update nicht zu 100% zufrieden sein. Außerdem sind bestimmte Funktionen, wie zum Beispiel Stretch Database, Transparent Data Encryption, Auditing und weitere nach wie vor nur mit der Enterprise Edition nutzbar.

Das Service Pack Update – Top oder Flop? Ein Fazit

Abschließend lautet mein Resümee, dass Microsoft mit dem Service Pack 1 für SQL Server 2016 einen Schritt in die richtige Richtung geht. Durch den erweiterten Funktionsumfang werden viele der beworbenen Features der letzten SQL Server Versionen für die Standard Edition und damit eine breitere Masse verfügbar gemacht. Es ist zu erwarten, dass das einen zusätzlichen Anreiz für Software-Entwickler schafft, diese Features mittelfristig in ihre Produkte einzubauen. Dadurch wiederum gewinnt der SQL Server an Attraktivität im Vergleich zu seinen Mitbewerbern. Direkten Nutzen aus einer sofortigen Migration ziehen zurzeit Unternehmen, die eines oder mehrere der oben aufgeführten Features in ihren Eigenentwicklungen nutzen möchten. Für diese stehen mit der Veröffentlichung des Service Pack 1 viele Funktionen bereit, die bisher nur mit der Enterprise Edition genutzt werden konnten.

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Artikel vom:
14.02.2017

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TAGS:
Microsoft, Migration, SQL Server

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