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Virtuelle Systeme in der Cloud betreiben?! - Kosten und Nutzen flexibler Bereitstellungen

Virtuelle Systeme in der Cloud betreiben?! - Kosten und Nutzen flexibler Bereitstellungen

Im letzten Teil meiner Blog-Serie wurden verschiedene hybride Ansätze betrachtet. Darunter auch der Einsatz virtueller Maschinen in Azure zum Ausgleich von Lastspitzen. Die Betrachtung stand unter der Frage „Muss es gleich die ganze Cloud sein?“. Natürlich muss das nicht sein, aber manchmal ergibt es einfach Sinn. Betrachtet man das Thema der virtuellen Maschinen in Azure näher, so wird man über einige Begrifflichkeiten und Konzepte stolpern. In diesem Blog versuchen wir das Thema systematisch anzugehen und näher zu erläutern.

Ein Blogbeitrag von Eric Berg, Senior IT-Consultant (MVP)

Inhaltsübersicht

Virtuelle Maschinen sind Teil der Infrastructure as a Service-Lösungen in Azure. Grundsätzlich unterscheiden sich virtuelle Systeme unter Azure nicht wirklich von den virtuellen Systemen, die im eigenen Rechenzentrum (RZ) gehostet werden. Sie verfügen über eine gewisse Ausstattung an Hardware (CPU, RAM, HDD, Netzwerk) und ein Betriebssystem. Allerdings werden virtuelle Maschinen in Azure aufgrund von Ressourcen- und Kosten-Gründen stark standardisiert. Die hierbei entstehenden VM-Klassen grenzen die zur Verfügung stehenden Ressourcen klar ab.

Beispiel-Klassen:

VM-Klasse CPU Cores RAM HDD #
A2 2 3,5 GB 4
A11 Intel® Xeon® E5-2670
16 cores @ 2.6 GHz
112 GB 16
D4 8 28 GB 400 GB local SSD
G5 32 448 GB 64
6.596 GB local SSD

 

Kosten von virtuellen Maschinen in Azure

Betreibt man virtuelle Maschinen in Azure, so kann nicht pauschal von einer Kostenersparnis ausgegangen werden. Der Betrieb einer VM verursacht in Azure genauso Kosten wie im eigenen RZ.

Im Gegensatz zu On-Premises betriebenen VMs haben die Cloud-VMs aber einen großen Vorteil. Sie verursachen nur dann Kosten, wenn sie auch im Einsatz sind. Gerade hierin besteht der Mehrwert von Cloud-basierten virtuellen Maschinen. So ist es beispielsweise denkbar, eine in Azure gehostete Remote-Desktop Farm in den Nachtstunden auf eine Minimalanzahl an Servern zu reduzieren, um so die Aufwände für die „volle“ Farm nur in den Tagstunden tragen zu müssen. Es ist auch denkbar, die VM-Größen dynamisch anzupassen und so aktiv auf wechselnde Performance- und Ressourcenanforderungen zu reagieren. So entstehen Kosten für virtuelle Maschinen mit viel Rechenleistung oder viel Hauptspeicher nur dann, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

Diese Flexibilität stellt den Mehrwert von in Azure betriebenen virtuellen Maschinen her. Zudem muss beim Betrieb von virtuellen Maschinen keine Rücksicht auf die eigene Hardware-Ausstattung genommen werden. Neue Anforderungen lassen sich jederzeit, flexibel und ohne Verzögerung (durch Beschaffung und Implementierung) bereitstellen.

Test/DEV

Ein optimales Szenario für den Einsatz von Azure VMs ist der Betrieb von Test und Entwicklungssystemen. Hierbei zeigen sich erste Vorteile bereits im Kleinen. Wo Consultants oder IT-Mitarbeiter heute Notebooks mit hinreichenden lokalen Ressourcen benötigen, um Test- und Entwicklungssysteme mobil zur Verfügung zu haben, stellen Cloud-Lösungen eine einfache und kosteneffiziente Alternative dar.

Dank nahezu unbegrenzter Ressourcen können auch große Test- und Entwicklungsumgebungen bereitgestellt werden, wobei die mobile Verfügbarkeit sichergestellt ist. Zudem ist es in Azure möglich, neue Tests oder Bereitstellungen schnell anzufordern und entbindet daher von bisherigen internen Prozessen, die Tests und Entwicklungen in der Regel träge und ineffizient machen.

Weiter werden Test-Systeme oder Entwicklungs-Systeme nicht wie Produktiv-Systeme für 24 Stunden am Tag benötigt. Normalerweise reicht es durchaus aus, die Systeme innerhalb der Kernarbeitszeit zur Verfügung zu stellen. Das reduziert die entstehenden Kosten und lässt somit effiziente Tests zu. 

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Azure Virtual Machines – Virtuelle Computer

Sie stellen virtuelle Computer immer in maximaler Größe zur Verfügung um eventuelle Lastspitzen abzufangen? Sie benötigen häufig Test- und Entwicklungssysteme?! Sie haben Systeme mit zyklischen Last- und Verfügbarkeitsanforderungen? Dann schauen Sie sich unsere Webinaraufzeichnung zu „Azure Virtual Machines“ an.

 

Service-Level-Agreement (SLA)

Ein wichtiger Punkt bei der Bereitstellung von virtuellen Maschinen in Azure ist die Frage der Verfügbarkeit. Um dies näher zu beleuchten, muss man den Aufbau der Rechenzentren und die Platzierung von VMs verstehen.

Bei dem Betrieb von virtuellen Maschinen in Azure spielen Fault- und Update-Domains eine wichtige Rolle. Fault-Domains definieren dabei Systeme mit gleichen Abhängigkeiten wie Stromanbindung, Netzzugang oder Server-Racks. Update-Domains definieren Systeme, die dem gleichen Wartungszyklus, bspw. Dem gleichen Patching, unterliegen. In jeder Azure-Region existieren mehrere Fault- und Update-Domains. Laufen Systeme innerhalb der gleichen Fault- und/oder Update-Domain, kann nicht sichergestellt werden, dass diese nicht zeitgleich ausfallen!

Daher erhält man in Azure auf einzeln betriebene VMs keinerlei SLA. Um eine garantierte Verfügbarkeit zu erhalten, müssen zwei virtuelle Maschinen innerhalb einer Verfügbarkeitsgruppe betrieben werden. Dabei wird sichergestellt, dass die VMs, die den gleichen Dienst anbieten, auf Hosts mit unterschiedlichem Wartungsfenster und in unterschiedlichen RZ-Abschnitten betrieben werden. Somit lässt sich sicherstellen, dass mindestens eine virtuelle Maschine der Verfügbarkeitsgruppe weiterhin lauffähig bleibt.

Service Level Agreement für virtuelle Maschinen in Azure

Service Level Agreement für virtuelle Maschinen in Azure. (Quelle Microsoft)

 

Bereitstellung

Für die Bereitstellung von virtuellen Maschinen existieren innerhalb von Azure im Katalog mehrere Vorlagen. Bei den Vorlagen handelt es sich um VM-Images, die von Microsoft regelmäßig aktualisiert werden. Darunter finden sich Windows Server Betriebssysteme ebenso wie Ubuntu oder CentOS.

Neben der Bereitstellung von virtuellen Maschinen auf Katalog-Vorlagen, besteht die Möglichkeit mit eigenen Images oder VMs zu arbeiten.

Zum einen besteht die Möglichkeit, eine virtuelle Maschine die bisher On-Premises betrieben wurde 1:1 in Azure weiter zu betreiben. Dabei wird die lokal vorhandene VHD-Datei in einen Azure Storage-Account übertragen und kann dann mit einer Azure VM gestartet werden.

VM-Migration nach Azure

VM-Migration nach Azure (Quelle: Microsoft)

 

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eigene VM-Images im Katalog abzulegen. Hierbei kann eine virtuelle Maschine inklusive aller Einstellungen lokal vorbereitet werden. Nachdem alle Konfigurationen vorgenommen wurden, wird das System „gesysprepped“ und somit ein valides Image erzeugt. Dieses Image kann danach in Azure hochgeladen werden und für die Erstellung neuer VMs verwendet werden.

Eigenes Image in Azure hochladen

Eigenes Image in Azure hochladen (Quelle: Microsoft)

 

Neben den hybriden Wegen zur Image-Erstellung oder VM-Mobilität, existiert natürlich auch ein Cloud-Weg. Hierbei wird eine virtuelle Maschine in Azure bereitgestellt und entsprechend vorab konfiguriert. Mit Hilfe der VM-Aufzeichnung, lässt sich eine solche virtuelle Maschine in den eigenen Image-Katalog übertagen, woraus dann wieder neue VMs generiert werden können.

Eigenes Image in Azure erzeugen

Eigenes Image in Azure erzeugen (Quelle: Microsoft)

 

Fazit

Azure Virtual Machines als integraler Bestandteil der IaaS-Lösung von Microsoft sind flexibel einsetzbar und werden nur nach tatsächlicher Nutzung fakturiert. Damit ergeben sich zahlreiche Szenarien, in denen dynamische Anpassungen / Bereitstellungen zu effektiven Kosteneinsparungen führen. In jedem Szenario bleibt eins aber gleich: Sie müssen sich nicht mehr um Hardware etc. kümmern, sondern konzentrieren sich auf das wesentliche: die virtuellen Maschinen.

Veranstaltungshinweis

Hybride IT mit Microsoft Azure: die ideale Balance zwischen Tradition und Cloud-Services

In dieser Veranstaltung erfahren Sie von Eric Berg (Microsoft MVP), wie eine moderne Infrastruktur unter Zuhilfenahme hybrider Komponenten aussehen kann. Dabei werden Mehrwerte der Microsoft Cloud Dienste unter Azure ebenso wie lokale Verwaltungslösungen betrachtet. Ziel ist eine leicht zu verwaltende, kosteneffiziente, anpassbare und sichere Infrastruktur.
Termine: 23. November Hamburg

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Artikel vom:
31.05.2016

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TAGS:
Azure, Microsoft, Virtualisierung

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