COMPAREX AG
COMPAREX

Von der einen VMware Cloud zu ALLEN Clouds…

Eigentlich sollte man Cloud nicht mehr als Kernthema für einen Blogbeitrag nehmen. Ich glaube, alle Softwarehersteller nerven seit mindestens fünf Jahren mit diesem Thema und keiner wollte und will es auch heute zugeben, aber wir sind alle längst drin. Folgt man dieser Logik, dann wollen Sie auch diesen Text nicht lesen, aber Sie tun es bereits. Es kann natürlich auch sein, dass Sie den Text gelesen haben und es nun bereuen. Was ich natürlich nicht hoffe. Damit ich meinen Text nicht verlege und am Ende nicht mehr wiederfinde, speichere ich ihn doch lieber in meine Dropbox…

Ein Blogbeitrag von Marco Vogel, Director Global Alliances für VMware

Mmmhh, damit stecke ich persönlich auch schon wolkentief drin, z. B. in der iCloud (läuft bei Amazon Web Services und Microsoft) oder WhatsApp (bei IBM Softlayer). Übrigens haben wir damit auch schon mal die Major Player im Rennen um die Public-Cloud-Krone genannt: Amazon Web Services (AWS) ist der ungeschlagene Marktführer (wobei niemand so recht weiß, wieviel der Kunde von Amazon selbst zu den knappen acht Milliarden Hosting-Umsatz beiträgt), aber auch Microsoft und IBM investieren kräftig. Die großen Drei bieten dabei weitaus mehr als Infrastructure as a Service (IaaS). Von der Plattform über OSs (Operating Systems) bis hin zu Apps kann man hier fast alles mieten. Dazu sind die Services auch noch global verfügbar, d. h. ihre Rechenzentren sind auf den Kontinenten verteilt und kommen damit auch für internationale Kunden in Frage. Danach kommt erst einmal eine ganze Weile ziemlich wenig. Lokale Hoster spielen vor allem eine Rolle, wenn ein Staat Gesetze erlässt, dass die Daten im Land halten soll.

VMware kann auch Cloud, sagt VMware. Bei der Private Cloud, also das vollautomatische, hyperagile und business-unterstützende, kundeneigene Rechenzentrum sind sie sogar Klassenbester. Was lag also für den Private-Cloud-Primus näher, als seinen Kunden auch etwas jenseits der Rechenzentrumsgrenzen anzubieten? Da gibt es seit langem schon eine enorm große Kommune von Hosting-Unternehmen, die ihre Leistungen auf Basis von VMware-Technologien anbieten. VMware behauptet auch, dass eben jenes vCloud Air Network nach Amazon Web Services das zweitgrößte Cloud-Ökosystem der Welt sei.

VMware Any Cloud

Quelle: VMware

Aber die Welt ist wie üblich nicht genug, wenn der Herrscher des Spielfelds eine große Amazone ist, die mit Blitzangeboten auf seine Konkurrenten schießt. Weil AWS seine Infrastruktur billiger als nationale Hoster angeboten hat und Kunden nachgefragt haben, bietet VMware seit geraumer Zeit pseudo-eigene Rechenzentren an, wo IaaS unter dem Brandnamen vCloud Air angeboten wird. In Europa ist VMware in UK und seit letztem Jahr auch in Deutschland vertreten.

Der Ansatz ist simpel und allgemein verständlich: Im Rechenzentrum vSphere, in der vCloud Air Cloud vSphere – selbes Format, Verkehr in beide Richtungen, keine Änderungen an den VMware VM´s notwendig. Sollte funktionieren, dachte sich VMware. Aber die Unternehmen hatten schon längst Verträge mit den großen Drei. Oder sie haben andere Pläne und adaptieren von daher das VMware-Angebot nicht so hochfrequent wie ursprünglich geplant.

Das Angebot, das sehr gut läuft ist Disaster Recovery as as Service. Es funktioniert wie ein Versicherungspaket für Unternehmen, die sich kein zweites Rechenzentrum oder einen zweiten Brandabschnitt leisten wollen. Das Unternehmen repliziert seine Daten regelmäßig in die Cloud. Einmal im Monat kann getestet werden, ob alles funktioniert und sollte man die eigene Stromrechnung nicht bezahlt haben oder die Duracell-Batterien der USV versagen, kann die Infrastruktur mit dem letzten Replikationsstand zügig wieder in der vCloud Air gestartet werden.

VMware Any Cloud

Quelle: VMware

Reisende VMs aus dem Rechenzentrum in die Cloud und zurück sieht man nicht so häufig, ganz wenige gibt es mit Miles-and-More Senator-Status. Warum? Jedes Jahr nimmt die Anzahl der Server zu, eben auch weil neue Unternehmensapplikationen gelauncht werden. Genau diese Workloads werden in der Cloud geboren, das sind meistens die Clouds der großen Drei, weil Applikationsentwickler wenig mit VMware am Hut haben. Oder man nutzt gleich einen Service in der Cloud, z. B. Salesforce und ersetzt damit alte OnSite-Legacy-Unternehmensapplikationen. Ab da gilt das Motto: Einmal in der Cloud, immer in der Cloud. Und weil es beim ersten Mal nicht wehgetan hat und es auch so schnell ging, erweitert sich der Cloud-Speicher im Laufe der Zeit erheblich.

Und jetzt mal ehrlich: Die Chancen, die großen Drei da oben einzuholen sind nicht allzu groß. Etwa wie die Chancen von Leicester, die britische Meisterschaft zu gewinnen – vor der Saison war die Quote 1:5000. Im Fußball ist zwar alles möglich, weil Geld nicht immer Tore schießt, aber in der Cloud heißt Geld eben auch Rechenpower zu guten Preisen. Mal eine Andeutung zum laangee nachdenken: Im Jahre 2015 war Microsoft mit Abstand größter Intel-Kunde und hat eine stattliche Anzahl der weltweit produzierten Intel-CPUs gekauft. Sicherlich nicht im Media Markt, sondern in einem Rahmenvertrag. Ich könnte mir vorstellen, dass die Microsoft-Einkäufer auch um jedes Prozent-Pünktchen feilen. In dieser Größenordnung steht jedes dieser Prozente für Milliarden-Beträge.

Wenn Sie auch nur einen Teil dieser Einsparungen (das oben waren ja nur die CPUs) an den Endkunden weitergeben, haben kleine und selbst mittelgroße Hoster preislich keine Chance gegen die großen Drei. Sie müssen schon versuchen, sich anders abzugrenzen.

Wie reagiert VMware auf die großen Drei?

Sportlich, anpassend und diplomatisch-verbrüdernd. Die bestehenden Rechenzentren von VMware bleiben erhalten und sind für VMware-Kunden auch eine hervorragende Wahl. Die vCAN-Partner sind auf der gleichen Ebene anzusiedeln, wobei natürlich die enge und jüngst verstärkte Partnerschaft mit IBM (Softlayer) herauszuheben ist. Die andere Geschichte ist weitaus interessanter. Die VMware-Aussage: Wenn der Public Cloud-Wettbewerb gelaufen ist, gewinnen wir über das benutzerfreundliche Management des Verwaltungstools.

Und dieses benutzerfreundliche Management kann mehrere Clouds und Nicht-VMware-Hypervisors verwalten. Das heißt, neben vCloud Air wird auch AWS, Open Stack bzw. HyperV, Xen, KVM etc. bedient – in naher Zukunft auch MS Azure. Wohlgemerkt mit einem Verwaltungstool und einer Verwaltungsübersicht. Übrigens hat VMware hier auch die Lizenzierungsmöglichkeiten geschaffen, was nicht branchenverständlich ist. Die Lizenzierungseinheit nennt sich Portable License Unit (PLU) und kann flexibel für obiges genutzt werden. Heißt: Workloads können zwischen den einzelnen Clouds und den eigenen Rechenzentren wandern und sind trotzdem lizenzrechtlich abgesichert. Technisch ist der Teufel natürlich ein Eichhörnchen, hier empfiehlt sich vor Inbetriebnahme bzw. Kauf die Lektüre der aktuellen Version des vRealize Automation Support Matrix Dokuments.

Für Unternehmen heißt das im optimalen Fall: Automatisierung, Abrechnung, Monitoring etc. für Workloads egal welcher Couleur, Herkunft oder derzeitiger Residenz. Ein Cockpit für fast alles, der Traum der IT. Eins ist sicher, VMware ist auch hier nicht alleine. Hat sich aber vorgenommen, der Kleister zwischen den Clouds und Kundenrechenzentren zu werden. Ihr größter Vorteil ist sicherlich die große installierte Basis der loyalen und zufriedenen VMware-Kunden. Spannend wäre es natürlich auch, wenn NSX, also das Security- und Netzwerk-Protokoll, durch die virtuellen Welten mitwandern kann. Mit VMware und der IBM Cloud ist es heute schon Realität, aber hier nutzen beide NSX. Wenn das auch für Amazon Web Services, HyperV-Umgebungen etc. funktionieren würde, dann…..Killer Feature!

Und folgt VMware weiter dieser Strategie, müssten sie eigentlich Ihren Slogan „One cloud, any application, any device“ revidieren und überall „any“ davor schreiben. Bin gespannt, wie schnell sie wirklich tief mit ihren Management- und Netzwerk-Tools in die anderen Clouds blicken können.

Interessieren Sie sich für VMware-Produkte? Dann nehmen Sie Kontakt zu unseren COMPAREX-Experten auf. Wir helfen Ihnen gern weiter.

Jetzt informieren!

Veranstaltungshinweis

Der mobile Arbeitsplatz heute - so schaffen Sie die Transformation mit VMware und Citrix
Erhalten Sie einen Überblick über die aktuellen Technologien und Einsatzszenarien zum Aufbau eines zukunftsorientieren Arbeitsplatzes. Die Hersteller Citrix und VMware bieten hier fertige und ganzheitliche technische Konzepte. Erfahren Sie vom Cloud Director Walter Hofmann mehr über dieses Thema.

Termine: 10. November Frankfurt | 22. November Berlin

Weiterführende Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Diesen Artikel teilen

Artikel vom:
26.05.2016

geschrieben von:

TAGS:
Cloud, VMware

Thema:

Kommentieren sie diesen Artikel...

© COMPAREX AG
Zurück nach oben