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Die 3 größten Fehler im Mobile Device Management

„Probieren geht über Studieren“, lautet eine alte Redensart. Dass nicht immer alles in der Praxis funktioniert, was in der Theorie den besten Erfolg verspricht und was passiert, wenn man vergisst mit dem Anwender zu sprechen, zeigt Martin Teslinski in einem Beispiel aus dem Arbeitsalltag der Solutions Sales Mobility.

Ein Beitrag von Martin Teslinski, Solution Sales Advisor Enterprise Mobility

Im keinen Bereich ist es so wichtig mit dem Anwender zu sprechen wie beim Thema „Enterprise Mobility Management“. Warum? Wenn Sie den User nicht erreichen und abholen, machen Ihre ganzen Bemühungen keinen Sinn.

Dass dies nicht nur in kleinen Unternehmen und Behörden der Fall ist, durfte ich vor kurzem selbst erleben.

Zur Situation beim Kunden: Es handelte sich hierbei um einen mittelständigen Dienstleister mit mehreren deutschen Standorten und weltweiten Niederlassungen.

Grund meines Besuchs beim Kunden war ein anderer. Das Gespräch zu diesem Thema hatte sich rein zufällig ergeben. Ziel des Kunden war es, für die Außendienstmitarbeiter eine Applikation zur Verfügung zu stellen, mit der sie auf Mails, Dashboards, SharePoint und persönliche Seiten zugreifen können. Das Beste hierbei – nicht von einem unternehmenseigenen Gerät – nein: einfach mit dem eigenen iPad.

Klingt gut. Warum das Konzept trotzdem nicht alle Anwender erreicht hat, möchte ich Ihnen anhand meines Gesprächs mit einem Angestellten der IT-Abteilung gerne schildern. Dafür habe ich mich in die Situation des Außendienstmitarbeiters versetzt und hinterfragt, wie das Konzept umgesetzt wurde.

Zunächst fiel mir auf – „… mit dem eigenen iPad“.

Ich: „Was mache ich denn, wenn ich wie die meisten Deutschen gar kein iPad, sondern ein Android Tablet habe?“

Administrator: „Dann können Sie die Applikation leider nicht nutzen.“

Fehler Nummer 1: Nicht auf die Marktgegebenheiten reagieren

iPads spielen im Firmenumfeld zwar eine große Rolle. Bei der überwiegenden Mehrheit der Geräte im privaten Bereich handelt es sich allerdings um Android-Geräte. Diese sind einfach günstiger und die Auswahl größer.

Tipp: Achten Sie auf die Anforderungen der Anwender!

„Wie soll die Applikation denn ausgerollt werden?“, fragte ich weiter.

Administrator: „Wir haben ein MDM Tool, welches wir hierzu nutzen.“

Ich: „Das heißt, ich muss das Gerät einbinden und von Ihnen verwalten lassen, um die App nutzen zu können?“

Admin: „Ja, müssen Sie!“

Ich: „Dann erhalten Sie doch aber den kompletten Zugriff auf mein Gerät. Sie können es löschen und auch meinen Standort ermitteln – das möchte ich nicht.“

Admin: „Ja, das können wir theoretisch, machen wir aber nicht.“

Ich: „Aber Sie könnten?“

Admin: „Ja! Wir müssen doch sicherstellen, dass kein unbefugter Zugriff erfolgt. Dazu benötigen wir Mobile Device Management.“

Fehler Nummer 2: Das falsche Instrument

Der Einsatz von Mobile Device Management (MDM) Software ist für Unternehmensgeräte ein generell sinnvoller und wünschenswerter Ansatz. Auf privaten Geräten ist dies allerdings denkbar ungeeignet. Administratoren bekommen über MDM Zugriffsmöglichkeiten auf personenbezogene Daten.

Tipp 1: Verwechseln Sie nicht MDM mit Mobile Application Management (MAM).

Tipp 2: Machen Sie sich mit den Möglichkeiten von beiden vertraut.

Tipp 3: „Das machen wir nicht!“ ist ein denkbar schlechter Ansatz, um Bedenken von Mitarbeitern gegenüber MDM auszuräumen. Sprechen Sie offen mit dem Anwender, was theoretisch geht und was Sie machen.

Nachdem ich mich nun virtuell dazu bereit erklärte, in den sauren Apfel zu beißen und mein Gerät einbinden zulassen, machte ich folgende Feststellung:

Ich: „Genial, ich darf zukünftig mein Unternehmensdaten in Dropbox speichern!“

Entgeistert sah mich der Administrator an und sagte: „Natürlich nicht! Dropbox ist für Unternehmensdaten verboten!“

Ich: „Der Zugriff auf Dropbox und Facebook wird aber von der App nicht verhindert. Also kann ich doch alles darin speichern und ablegen?“

Die darauf folgende Aussage des Admins ließ mich noch mehr an dessen Strategie zweifeln: „Dann deaktivieren wir eben mittels MDM Dropbox und Facebook auf dem Gerät.“

Das setzte dem Ganzen die Krone auf!

Ich: „Sie wollen auf meinem persönlichen iPad, meine persönlichen Applikationen mit Zugriff auf meine persönlichen Daten abschalten, nur damit ich die Unternehmensapplikation nutzen kann?!“

Admin: Keine Antwort…

Fehler Nummer 3: Die falsche Strategie

Wenn Sie nicht wollen, dass persönliche Geräte vollumfänglich genutzt werden, dann verbieten Sie den Einsatz. Stellen Sie lieber Unternehmensgeräte bereit. Es gibt nichts Schlimmeres, als den User in seinen persönlichen Rechten zu beschneiden.

Tipp: Reden Sie mit dem Anwender, welche Lösung für Ihn akzeptabel ist und ob er auch mit dieser Lösung arbeiten wird.

Wie Sie es besser machen können…

Sie können sehr viel Geld und Zeit in die Entwicklung einer guten Applikation stecken. Auch wenn diese super funktioniert, müssen Sie sich Gedanken machen, wie die App zum Anwender kommt und wie effektiv sie für ihn ist.

Reden Sie mit dem Anwender schon ab der ersten Phase der Entwicklung. Es gibt nichts Schlimmeres als „Schreibtischtäter“, die sich ein Konzept ausdenken und es versuchen zwanghaft über den Anwender zu stülpen.

Ob das Unternehmen seine „Strategie“ noch einmal ändert, wird sich zeigen. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

In diesem Sinne – fröhliche Anwendungsverteilung

Ihr
Martin Teslinski

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Artikel vom:
07.07.2015

geschrieben von:

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Software

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Kommentare

  • kommentierte vor 1 Jahr
    Fehler Nummer 4: Die MItarbeiter übernehmen das MDM? Hier findet eine Diskussion zu dem Thema statt: http://ibmexperts.computerwoche.de/community/t/mobile-device-management-durch-mitarbeiter,1146

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