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Microsoft Ignite

Microsoft Ignite: Die Zukunft der SharePoint-Begleiter OneDrive for Business und Project Server

Mit knapp 800 Fachsessions rund um aktuelle Microsoft-Strategien endete letzte Woche die Ignite, Microsofts RIESEN-Konferenz in Chicago. Unser SharePoint-Experte war vor Ort und bringt für Sie noch einmal auf den Punkt, wie Microsofts Vision für SharePoint in Sachen OneDrive for Business und Project Server aussieht.

Ein Beitrag der COMPAREX Redaktion.

Unsere Blogeinträge der letzten beiden Wochen rund um die Zukunft von SharePoint und Office 365 konnten bei weiten nicht alle Facetten der Ignite diskutieren, die aus meiner Sicht erzählenswert wären. Manche mögen auch in der Detailtiefe noch etwas oberflächlich sein. Trotzdem ist hoffentlich klar geworden, welche Marschrichtung Microsoft im SharePoint-Bereich einschlägt. Ein wenig zu kurz gekommen sind die Themen OneDrive for Business und Project Server. Hier gibt es aber einiges in der Zusammenarbeit mit SharePoint zu erwarten:

SharePoint Synchronisation: Microsofts Eingeständnis

Microsofts Lösung für die Synchronisation von Dokumenten und die Offline-Verfügbarkeit von SharePoint 2013 bzw. SharePoint Online hat am Markt einen zweifelhaften Ruf. Dementsprechend begann auch ein Vortrag eines Microsoft-Produktmanagers mit der Frage, wer mit dem Tool bereits negative Erfahrungen gemacht habe. Dreiviertel des prall gefüllten Saals hoben die Hand. Nicht überrascht antwortete dieser sinngemäß:

 OneDrive„Ja, es tut uns wirklich leid. Wir wissen das und arbeiten daran.“

Dabei hat Microsoft im eigenen Hause mit der Synchronisationsfunktion von OneDrive (nicht „OneDrive for Business“, sondern die kostenfreie Konsumentenversion) durchaus bewiesen, dass Synchronisation und Offline-Verfügbarkeit riesiger Datenmengen durch die Microsoft-Entwickler sehr gut umgesetzt werden können. Aber auch bei Microsoft greift nicht alles Hand in Hand. Im Vortrag kam auch zur Sprache, dass Microsoft über die verschiedenen Plattformen und Produkte hinweg 12 verschiedene (!!!) Sync-Engines entwickelt und pflegt: OneDrive für Windows 7, Integration in Windows 8, OneDrive for Business, für Mac, für Android, für Windows Phone etc.

Die Zielsetzung besteht also künftig ganz klar darin, den Best-of-Breed-Ansatz zu fahren. Heißt: die erfolgreichen Ansätze werden weiterentwickelt, die schwächeren eingestellt und migriert. 

Was bedeutet das konkret für OneDrive for Business?  

Noch in diesem Jahr soll eine runderneuerte Version erscheinen, deren Sync-Engine auf der Konsumentenversion von OneDrive basiert. Das bedeutet allerdings nicht, dass damit zwingend alle Daten in der Cloud liegen müssen. Die Synchronisation gegen einen SharePoint im eigenen Rechenzentrum (On-Premise) wird weiterhin möglich sein.  

Durch die Umstellung soll vor allem das Hauptärgernis, nämlich die mangelhafte Verlässlichkeit des alten OneDrive for Business, beseitigt werden. In diesem wird hauptsächlich das Auftreten von Synchronisationsfehlern, die noch dazu sehr schwer zu berichtigen sind, kritisiert.  

Des Weiteren entfallen künftig Limitierungen, die für so manchen schmerzhaft niedrig angesetzt waren. So konnten maximal 20.000 Dateien bis zu einer maximalen Dateigröße von 2GB synchronisiert werden. Zukünftig entfällt die Beschränkung der Dateianzahl. Außerdem wird das Einzeldateienlimit auf 10GB erhöht. Voraussetzung dafür ist, dass SharePoint dies unterstützt bzw. entsprechend konfiguriert ist.  

OneDrive for Business hat derzeit eine unschöne Angewohnheit: für die Synchronisation von 1MB werden auf der Festplatte des eigenen Rechners 2MB blockiert. Hintergrund sind notwendige Caching-Informationen. Doch dass ein Wasserkopf von 100% bei der Synchronisation nicht wünschenswert ist, dürfte jedem klar sein. Auch hier soll der notwendige Verwaltungs-Overhead deutlich reduziert werden. 

Auch in puncto Administration und Sicherheit gibt es Verbesserungen: künftig lässt sich zentral definieren, ob SharePoint auch eine Dateisynchronisation auf Geräte zulässt, die nicht zum Unternehmen gehören ("Unmanaged Sync"). Dies hat speziell für das BYOD (Bring-your-own-Device) deutliche Vorteile. Somit lässt sich dem ungewollten Abfluss schützenswerter Unternehmensinformationen ein weiterer Riegel vorschieben. 

Weitere Verbesserungen wie die Reduzierung der Installationsgröße von OneDrive for Business (derzeit knapp 1,5GB, falls kein Office installiert ist) oder das Ermöglichen einer stark gefilterten Synchronisation sprechen ebenfalls deutlich dafür, dass Microsoft auf die Beschwerden der Kunden reagiert und an den richtigen Stellen optimiert. 

Project Server 2016 und SharePoint Integration 

Das mächtige Projektmanagement-System von Microsoft erfährt ebenfalls eine Weiterentwicklung. Auch hier gilt wie aktuell üblich: neue Funktionen erscheinen zunächst für Project Online, dem mit Office 365 verbundenen Cloud-Ableger des Project Server.

Die unmittelbar anstehenden Erweiterungen bringen eine interessante Rolle in das System und zwar die des zentralen Ressourcenmanagers. Dieser wird durch eine spezielle Oberfläche die Möglichkeit haben, Ressourcen und Personen zwischen den Projekten eines Unternehmens zu verteilen. Dabei dient ein neuer integrierter Workflow, über den die Projektleiter gezielte Ressourcenanfragen stellen können, z.B. nach dem Schema "für mein Arbeitspaket X im Projekt Y suche ich im Zeitraum Von-Bis eine Person mit der Qualifikation Z", zur Unterstützung. Da das Finden und der gezielte Einsatz von Ressourcen erfahrungsgemäß im Projekt den größten Arbeitsaufwand für einen Projektleiter darstellen, wird hier eine interessante Arbeitserleichterung geschaffen.  

Weitere derzeit bekannte Weiterentwicklungen adressieren vor allem hochkomplexe Projektpläne, die mit der in Microsoft Project eingeführten einfachen Zeitliniendarstellung keinen ausreichenden Überblick bieten. Hier werden zukünftig mehrere möglich sein.  

Microsoft Project 2016

Abb. 1 Darstellung mehrerer Zeitlinien gleichzeitig in Project 2016

Für Software-Entwicklungsprojekte, speziell in der Microsoft-Welt, sind Visual Studio und der Team Foundation Server (TFS) beliebte Werkzeuge zur Zusammenarbeit. Für das Nachhalten von Arbeitspaketen ist damit bereits viel erreicht. Jedoch bringt TFS keine vergleichbare Funktion zur Projektplanung bzw. Ressourcensteuerung mit. Hierzu soll künftig eine engere Verzahnung der beiden Systeme erfolgen, um die Zusammenarbeit zwischen Entwickler und Projektleitung zu vereinfachen. 

Zur Verzahnung von Project Server mit SharePoint 2016 

Bereits Project Server 2013 bringt selbst keine eigene Benutzeroberfläche mehr mit, sondern wird als zusätzlicher Anwendungsserver in eine SharePoint 2013 Farm integriert. Jedoch waren Installation und Lizenzierung bisher stets getrennt.

Mit SharePoint 2016 erfolgt die Integration nun vollständig. Ab sofort wird es keinen eigenständigen Project Server zur Installation mehr geben. Stattdessen sind die Funktionen von Project Server 2016 bereits in SharePoint 2016 integriert. Als Konsequenz daraus verschmelzen auch die Datenbanken. Project Server Datenbanken gibt es künftig nicht mehr, denn die Funktionen werden Teil der SharePoint-Inhaltsdatenbanken.  

Aus Betriebssicht ist diese Vereinfachung zu begrüßen. Wer nun allerdings auf eine mögliche Ersparnis von Lizenzkosten hofft, freut sich zu früh. Trotz der Integration müssen auch künftig die erweiterten Project-Server-Funktionen zusätzlich lizenziert werden. Wie genau das Modell aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Mehr Details?

Durch unsere Blog-Artikel der vergangenen Tage können wir Ihnen nur einen sehr komprimierten Einblick in einigen Themen geben. Microsoft hat zwischenzeitlich auf channel9 sämtliche Vorträge und Videomitschnitte der Konferenz bereit gestellt. Hier können Sie fündig werden, falls Sie weitere Details suchen. 

Selbstverständlich stehen aber auch wir Ihnen bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite! Kommen Sie gerne auf uns zu.

Alle Berichte unserer SharePoint-Experten zur Ignite finden Sie hier.

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Artikel vom:
21.05.2015

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