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Miucrosoft Ignite: SharePoint & Office 365 Branding

Microsoft Ignite: So gelingt das Branding von SharePoint Online und Office 365

Unsere SharePoint Kollegen berichten für Sie von der Microsoft Ignite zu allen Neuigkeiten und Wissenswerten in Sachen Collaboration und Networking. SharePoint Experte Daniel Koszior hat sich in Sachen Branding von SharePoint Online und Office 365 für Sie schlau gemacht. Hatten Sie bisher Schwierigkeiten mit individuellen Designs, dann bringen Sie diese Tipps unseres Profis sicher weiter.

Ein Beitrag von Daniel Koszior, Software Architect Team Portals & Collaboration

Fast alle Unternehmen möchten sich bei der Verwendung von Zusammenarbeitsplattformen wie SharePoint oder Office 365 über ihr eigenes Corporate Design identifizieren. Bei der Gestaltung von SharePoint Online und Office 365 Websites kommt es aber leider immer wieder zu Problemen bei anstehenden Updates und Migrationen. Und weil hier ein riesiger Lösungsbedarf besteht, hat Microsoft dem Thema auf der Ignite einen eigenen Vortrag gewidmet: „Branding in Office 365“.

SharePoint & Office 365 Branding

Moderiert wurde das Ganze von Vesa Juvonen, Senior Program Manager bei Microsoft. Der Programmschwerpunkt: Mit welchen Mitteln kann man eine Oberflächengestaltung (UI Design, Branding) in Office 365 ermöglichen? Das ganze natürlich vor dem Hintergrund, dass es im Gegensatz zu On-Premise-Installationen von SharePoint in der Cloud keine Möglichkeiten gibt, Farmlösungen auszurollen um eine Designlösung zu implementieren. Was ich aus dem spannenden Vortrag mitgenommen habe und wie das Branding in SharePoint Online und Office 365 gelingt – hier meine ausführlichen Notizen:

Was Sie zum Thema Theming wissen und beachten sollten!

Theming in SharePoint und Office 365 (bzw. SharePoint Online) ist nichts anderes als die Verwendung von Farb- und Schriftartdefinitionen. In On-Premise-Installationen von SharePoint wird außerdem eine eigene Master Page innerhalb eines Themes verwendet.

Die Basics: Modifikation von Farben und Schriftarten

SharePoint Server (ab 2013) und Office 365 bieten Farb- und Schriftart-Dateien, die modifiziert werden können. Die bestehenden SharePoint Themes verwenden sie – eigene Themes bestehen ebenfalls daraus. Es ist also eine gute Idee, mit einem eigenen Theme diese grundlegenden Designänderungen vorzunehmen. Für die vielen Farben, die SharePoint benötigt, kann das SharePoint Color Palette Tool verwendet werden. Es bietet eine Vorschau der geänderten Farben und speichert die entsprechende Farbdatei vom Typ (*.spcolor) lokal. Falls benutzerdefinierte Schriftarten verwendet werden sollen, muss die entsprechende Datei vom Typ (*.spfont) manuell angepasst werden.

Wie aktiviere ich das eigene Theme?

Per Client Side Object Model (CSOM) kann benutzerdefinierter Code remote ausgeführt werden, der angepasste .spcolor und .spfont Dateien in die Themes-Bibliothek einer Website bzw. Websitesammlung hochlädt. Anschließend kann ein eigenes Theme aktiviert werden, dass diese Dateien verwendet.

CSS und JavaScript

Diese Mittel können wie in jeder üblichen HTML-Anwendung verwendet werden, um weitreichende Veränderungen am sichtbaren Layout der Weboberfläche vorzunehmen. Kontrolle über das erzeugte HTML kann bei Office 365 lediglich per JavaScript erlangt werden. Es sind keinerlei Anpassungen auf der Serverseite erlaubt bzw. möglich.

“OMG - Master Pages and Features are out”

Wie lade ich mein JavaScript oder CSS?

In On-Premise SharePoint Umgebungen sind benutzerdefinierte Master Pages der Weg, um strukturelle Veränderungen am grundlegenden Layout der Weboberfläche vorzunehmen. In Office 365 funktioniert dieser Ansatz zwar prinzipiell, jedoch sind dort die Aktualisierungszyklen der Produktkomponenten viel kürzer. Aktualisierungen können zudem nicht vom Unternehmen (dem Tenant) selbst gesteuert werden. Dies ist und bleibt Aufgabe des Anbieters - beispielsweise Microsoft selbst. Das ist zwar einerseits praktisch, weil neue Features und Bugfixes automatisch eingespielt werden, andererseits ist es jedoch sehr wahrscheinlich dass auch Anpassungen an den Standard Master Pages vorgenommen werden. Das ist in der Vergangenheit schon des Öfteren passiert. Die letzte sichtbare Änderung beispielsweise brachte eine neue Kopfleiste mit der Auswahlmöglichkeit von Office 365 Diensten. Es ist also nicht empfehlenswert, eigene Master Pages zu verwenden.

Wie kann nun aber eine Referenz zu einer oder mehreren JavaScript- oder CSS-Dateien hinzugefügt werden, ohne die Standard Master Page auszutauschen?

Ganz einfach: Man verwendet eine SharePoint Custom Action. Ja, es existiert die Möglichkeit, Custom Actions zu verwenden, um serverseitige Steuerelemente in den Seitenkopf der Master Page einzubetten. In klassischen On-Premise-Szenarien wurde hier der bewährte "AdditionalPageHead"-Delegat verwendet, der per Feature-Framework mit einer Farm- oder Sandboxed-Solution ausgerollt und aktiviert werden konnte. Die gleiche Funktionalität kann in Office 365 mit einem Aufruf über das Client-Side-Object-Model (CSOM) erzielt werden. Eine Custom Action mit der Location "ScriptLink" oder "CssRegistration" kann für Dateien, die sich in der SharePoint Websitesammlung befinden, verwendet werden. Sollen es allerdings externe Referenzen sein, muss ein "ScriptBlock" gewählt werden, der per Inline-JavaScript dynamisch entweder Script- oder Link-Elemente in das HTML-Document Object Model einfügt.

Dieses Vorgehen, JavaScript- bzw. CSS-Dateien zu injizieren, fühlt sich ein wenig "schmutzig" an, ist aber der eleganteste Weg, eine konsistente Basis für Design-Anpassungen innerhalb aller Websites einer Websitesammlung zu schaffen.

Wie registriere ich eine solche Custom Action in einer Office 365 Websitesammlung?

Hier können mehrere Möglichkeiten genutzt werden. Wenn die Registrierung vom Entwickler bzw. Designer selbst vorgenommen werden kann, ist es der einfachste Weg, eine kleine Anwendung zu schreiben, die den entsprechenden Programmcode aufruft. Falls aus der Websitesammlung selbst eine solche Registrierung vorgenommen werden soll, kann eine Provider-Hosted bzw. SharePoint-Hosted App verwendet werden. Prinzipiell kann aber der Registrierungs-Code aus jeder beliebigen Anwendung über CSOM ausgeführt werden – sei es JavaScript oder C# / VB.NET.

Zum Schluss: Was Sie für Ihr SharePoint Online und Office 365 Branding mitnehmen sollten.

In Office 365 sollten niemals eigene Master Pages verwendet werden. Es ist ebenfalls nicht empfohlen, SharePoint Features zu verwenden. Dies wäre mit Sandboxed Solutions zwar möglich, diese sollen aber ebenfalls nicht verwendet werden. Microsoft empfiehlt das App Model für die Aktivierung von Funktionalitäten. Dieses basiert auf CSOM, also auf clientseitig ausgeführtem Programmcode, der nicht auf den SharePoint Servern läuft. Wird dies stets berücksichtigt, wird man bei Migrationen keine Probleme bekommen - sei es von On-Premise Installationen nach Office 365 oder von SharePoint 2013 auf SharePoint 2016.

Tipp: Das kommt bei einer Migration zu SharePoint 2013 auf Sie zu. Lesen Sie dazu unseren Blog-Artikel oder schauen Sie sich unser Webinar zum Thema in voller Länger an: Migration auf SharePoint 2013

Lesen Sie hier unseren Bericht von der Ignite: Wie geht es weiter mit SharePoint?

Alle Berichte zur Ignite finden Sie hier.

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Artikel vom:
07.05.2015

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TAGS:
Microsoft, Office 365, SharePoint

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