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SharePoint Update ABC: Eine Orientierung für Orientierungslose

SharePoint Update ABC: Eine Orientierung für Orientierungslose

SharePoint Updates sind eine Wissenschaft für sich. Worin unterscheiden sich die einzelnen Updates eigentlich? Welches ist wann das richtige und wie installiert man ein SharePoint Update, ohne das es zu einem Downtime kommt? Unser SharePoint-Profi hat für Sie einen strukturierten Überblick erstellt und hilfreiche Tipps parat.

Ein Beitrag von Christoph Vollmann, SharePoint Consultant

Inhaltsübersicht

Welche SharePoint Updates gibt es eigentlich?

Public Updates (PUs)

Monatlich werden von Microsoft Public Updates via Windows Update veröffentlicht. Diese Updates beheben Sicherheits- und Funktionsprobleme, die viele Kunden betreffen.

Kumulative Updates (EN: cumulative updates = CUs)

Parallel dazu gibt es sogenannte kumulative Updates. Diese werden ebenfalls monatlich veröffentlicht, müssen aber manuell heruntergeladen und installiert werden. Sie enthalten Problembehebungen, die von Kunden mit Support-Fällen gemeldet worden sind sowie alles, was auch im PU des Monats enthalten war.

Service Packs

Dazu kommen, wie bei den meisten anderen Microsoft-Produkten auch, Service Packs, die eine Zusammenfassung der bisher veröffentlichten Updates inklusive ggf. weiterer Updates darstellen.

Hotfixes

Außerplanmäßig veröffentlicht Microsoft auch Hotfixes, welche besonders wichtige Probleme mit SharePoint-Komponenten beheben, sogenannte CODs (Critical On Demand Fixes). Diese werden in der Regel ausschließlich vom Microsoft Support verteilt und sollten nur auf deren Anweisung hin installiert werden.

Kumulative SharePoint Updates – kumulativ oder nicht?

Ein SharePoint besteht aus einer Vielzahl von Komponenten. Alle Komponenten haben ihre eigenen Fehler und im Kontext des SharePoint auch ihre eigenen Versionsnummern.

Sollte nun ein Fehler in einer dieser Komponenten gefunden und behoben werden, so werden diese Korrekturen per CU veröffentlicht (Fehler, die alle Kunden betreffen sowie sicherheitsrelevante Fehler per PU). Das CU beinhaltet dann im Regelfall nur die aktualisierten Komponenten. Sollte also im Monat davor ein Fehler in einer anderen Komponente behoben worden sein, ist diese Korrektur im nachfolgenden CU nicht enthalten (siehe Access Services und die Business Connectivity Services Abb. 1).

Ausnahme: Ein weiterer Fehler wurde in der Komponente gefunden, dann brauchen Sie nur das aktuelle Update zu installieren um eine voll gepatchte Komponente zu erhalten (deswegen „kumulativ“ – siehe der „Suchdienst“ in Abb. 1).

Das heißt aber: Es reicht ggf. nicht aus, das letzte CU zu installieren, um eine vollständig gepatchte SharePoint-Farm zu erhalten!

Cumulative SharePoint Updates Dezember 2015 bis Februar 2016
Abbildung 1: Cumulative SharePoint Updates Dezember 2015 bis Februar 2016

Microsoft veröffentlicht in der Regel alle zwei Monate sogenannte „Uber Packages“. Diese enthalten alle Patches, die bis dahin veröffentlicht worden sind (momentan: alle seit Service Pack 1).

Tipp: Versuchen Sie also ein CU zu installieren, welches ein Uber-Package ist, damit Sie einen vollständig aktualisierten SharePoint erhalten (aktuell ist das März 2016 CU ein Uber-Package).

Wann sollten SharePoint Updates installiert werden?

Das Wichtigste vorneweg: Es gibt kein Zurück! Im Gegensatz zu anderen Microsoft-Produkten können Sie SharePoint-Updates nicht deinstallieren oder die Datenbank auf einen älteren Stand zurücksetzen.

Tipp: Aus diesem Grund empfehlen wir unseren Kunden mit der Installation von SharePoint Updates eine gewisse Zeit abzuwarten. Warum? In der Vergangenheit wurden von Microsoft Updates veröffentlicht, die selbst fehlerbehaftet waren.

Als prominentes Beispiel ist hier das Service Pack 1 zu nennen. Dieses wurde von Microsoft nach zwei Wochen zurückgezogen und ca. einen Monat später wurde ein fehlerbereinigtes Service Pack veröffentlicht. Das ursprüngliche Service Pack verhinderte, dass zukünftige Updates installiert werden konnten.

Für kumulative Updates gilt die Maßgabe: Bin ich von dem Problem nicht betroffen oder benötige diese neue Funktion nicht, dann muss dieses Paket auch nicht installiert werden – sollten viele Kunden davon betroffen sein, so wird Microsoft diese Behebung innerhalb eines PUs veröffentlichen.

Tipp: Für Public Updates gilt: Installieren Sie die Updates nicht automatisch. Erstellen Sie bei Bedarf Regeln im WSUS (Windows Server Update Services), die die automatische Installation von „Office“-Updates auf ihren SharePoint-Servern unterbinden. Wenn die automatische Installation nicht auf allen Servern funktioniert oder später stattfindet, haben Sie eine SharePoint-Farm mit unterschiedlichem Patch-Stand. Außerdem führt diese Installation den zweiten Schritt des Updates nicht aus. Wir kommen gleich darauf zu sprechen.

Testen Sie die Updates bitte ausführlich in Ihrer Test-Farm (Sie haben doch eine Test-Farm, oder?!) bevor Sie sie in ihre produktive SharePoint-Farm übernehmen. 

Welche SharePoint Updates sollten Sie wo herunterladen?

Public Updates, PUs, werden per Windows Update verteilt. Sie enthalten die Fehlerbehebungen für die Komponenten und das für alle Sprachpakete.

Kumulative Updates, CUs, finden Sie auf der „SharePoint-Updates“ – Seite. Dort sind ebenfalls Fehlerbehebungen für alle Sprachpakete enthalten.

Das aktuellste Service Pack ist das Service Pack 1. Im Volume Licensing Portal erhalten Sie bereits fertige Installationsmedien inklusive dem Service Pack 1. Nachträglich können Sie es auch hier herunterladen. Wenn Sie Sprachpakete installiert haben, müssen Sie dafür ebenfalls ein Service Pack herunterladen. Die entsprechenden Pakete erhalten Sie hier.

Wie werden SharePoint Updates installiert?

Im Gegensatz zu normalen Windows Updates oder Updates für Microsoft Office werden SharePoint Updates in zwei Schritten installiert.

  1. Zunächst wird das entsprechende Paket auf allen Servern der Farm ausgerollt.

  2. Während der Installation wird der IIS-Dienst (Microsoft Internet Information Services) beendet und SharePoint-Dienste stehen nicht zur Verfügung. Haben Sie mehr als einen Web-Frontend-Server (WFE) zur Verfügung, dann entfernen Sie erst einen aus dem Load Balancing, patchen diesen zuerst und fahren danach mit dem anderen WFE fort. So vermeiden Sie, dass ihren Nutzern keine SharePoint-Dienste mehr zur Verfügung stehen.

Tipp: Um die Installation zu beschleunigen, empfehle ich Ihnen das Skript aus dem Artikel „Why SharePoint 2013 Cumulative Updates takes 5 hours to install?“.

Wir sind noch nicht fertig!

Bestimmte Update-Pakete beinhalten auch eine Schema-Veränderung für eine oder mehrere SharePoint-Datenbanken. Diese Veränderung kann erst ausgerollt werden, wenn alle Server der Farm auch mit dem neuen Schema etwas anfangen können. Deswegen wird diese Veränderung nicht sofort bei der Installation des Pakets durchgeführt.

Tipp: Sie können sehr leicht prüfen, ob eine solche Veränderung stattfinden muss. Sie können in der Zentraladministration unter "Upgrade und Migration" und "Datenbankstatus überprüfen" sehen, ob eine der Datenbanken ein solches Upgrade benötigt. Sie erkennen dies an den Meldungen "Diese Datenbank befindet sich im Kompatibilitätsbereich. Ein Upgrade wird empfohlen." bzw. "Die Datenbank ist zu alt. Ein Upgrade ist erforderlich".

Diese Anpassung wie auch alle anderen notwendigen Schritte können Sie durchführen lassen, indem Sie den „SharePoint Products Configuration Wizard“ (oder kurz PSCONFIG / PSCONFIGGUI) aufrufen.

SharePoint Products Configuration Wizard (PSCONFIG / PSCONFIGGUI)
Abbildung 2: SharePoint Products Configuration Wizard (PSCONFIG / PSCONFIGGUI)

Starten Sie nach jedem Update den SharePoint Products Configuration Wizard nacheinander auf allen Servern der Farm. Sollte dieser beim Start melden "This wizard will upgrade SharePoint Products", statt "This wizard will repair SharePoint Products", dann wissen Sie, dass noch weitere Upgrade-Schritte notwendig sind.

Tipp: Bitte planen Sie die Ausführung dieses Wizards genauso sorgfältig wie das Ausrollen der Patches. Während dieser Wizard ausgeführt wird, stehen keine SharePoint-Dienste zur Verfügung (u.a. wird der IIS-Dienst beendet), sprich: Ihr Intranet oder ihre Fachanwendung ist nicht erreichbar und es können weder Dokumente gelesen noch bearbeitet werden.

Ausblick: Updates in SharePoint 2016

In SharePoint 2016 führt Microsoft das sogenannte "MinRole"-Konzept ein. Diese Farmen bestehen aus mindestens vier Servern (Web-Frontend, Application, Suche, Verteilter Cache) und erlauben ein "Zero Downtime Patching". Das heißt, während Sie ihre SharePoint-Farm mit Updates versorgen, werden die SharePoint-Dienste weiterhin bereitstehen.

Der Update-Dschungel ist immer noch zu dicht? Da kommen wir gemeinsam durch!

Wir helfen Ihnen gerne dabei, Ihren SharePoint ordentlich zu patchen und abzusichern. Im Rahmen eines SharePoint HealthChecks nehmen wir Ihren SharePoint unter die Lupe. Sie erhalten eine ausführliche Analyse Ihrer Farmen und wir leiten gemeinsam daraus passende Maßnahmen ab.

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Artikel vom:
07.04.2016

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TAGS:
Leitfaden, SharePoint, Update

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