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Adobe schafft Software Audits ab. Wer braucht jetzt noch Software Asset Management?

Adobe schafft Software Audits ab. Wer braucht jetzt noch Software Asset Management?

Die Cloud geht um: immer mehr Software-Anbieter stellen Ihre Lizenzierung komplett auf Abonnement-Lizenzen um; allen voran Adobe. Seit Jahren bietet der Hersteller seine Kreativprogramme wie Photoshop oder InDesign nur noch als Cloud-Abonnement an. Nun verkündete Adobe, in Zukunft komplett auf Audits zu verzichten. Was bedeutet das? Ist das Ende klassischer Audits eingeläutet? Braucht man in Zukunft überhaupt noch Software Asset Management?

Ein Blogbeitrag von Maximilian Hoppe, SAM Consultant

Der kalifornische Kreativgigant Adobe verfolgt konsequent den Weg in die Cloud. Schon seit 2014 wendet sich der Hersteller von klassischen Kauf-Lizenzen ab und stellt den Verkauf seiner Software nach und nach komplett auf Abonnement-Lizenzen um. Was bedeutet das für Software Asset Management, kurz SAM? Wird jetzt alles besser? Kann man überhaupt noch „falsch“ lizenzieren?

Es kommt darauf an!

Neue Software-Audit-Risiken entstehen mit der Cloud

Klar ist, wer Software als Abonnement-Lizenzen bezieht, kann diese, wenn das Abonnement nicht verlängert wird, schlicht und einfach nicht weiter nutzen. Damit ist es bei dieser Art von „Pay-as-you-go“-Abrechnungsmodellen ziemlich unwahrscheinlich, dass Unterlizenzierungen durch versäumte Käufe entstehen. Für Hersteller rechnet es sich somit auch nicht mehr, einen Auditor zu beauftragen, der Nachlizenzierungen von falsch eingesetzten Lizenzen „eintreibt“.

Das bedeutet, klassische Audit-Risiken, wie Office auf Terminal Servern, SQL Server in Hochleistungsrechenzentren und ähnliche Aspekte, müssen in der Cloud ganz neu bewertet werden.

Aber, Cloud ist nicht gleich Cloud. Im Falle einer Hybrid Cloud, also wenn Ihre Daten weiterhin im Unternehmen liegen, sind auch bei Abonnement-Lizenzen weiterhin Unterlizenzierungen möglich. Mit der Lizenzierung von Cloud-Produkten können Software-Hersteller in der Regel die Nutzung ihrer Produkte mit integrierten Meetering Tools selbstständig kontrollieren, ohne dass eine Inventarisierungslösung auf der gesamten Infrastruktur des Kunden ausgerollt wird. Deswegen haben Software-Hersteller in Zukunft einen ziemlich guten Einblick in die Infrastruktur ihrer Kunden und können Sie daher auch ohne externen Auditor einfach und schnell einer Überprüfung unterziehen.

Neben Adobe passen auch andere Hersteller Stück für Stück ihre Audit-Strategien an. Vor allem deshalb, weil viele einen großen Teil ihrer Einnahmen aus der „Nachlizenzierung“ generieren; zum Beispiel Oracle. Beim Konzern aus Redwood City zeichnet sich seit Jahren eine Gewinnverschiebung von Audit- zu Cloud-Einnahmen ab. Oracle aber auch andere, wie IBM, wurden jüngst von der Clear Licensing Foundation für ihr aggressives Auftreten angemahnt. Die Non-Profit-Organisation zeigte anhand einer Studie, dass Software-Audits für manche Hersteller einfach nur schnelles Geld bedeuten. Sie zeigt aber genauso deutlich, dass Audits durchaus den Weg in die Cloud ebnen.

Bedeutet die Cloud das Ende für Software-Lizenzprüfungen?

Um diese Frage kurz zu beantworten: Nein, im Gegenteil. Die Cloud wird dafür sorgen, dass Kunden vermehrt ihre Softwarenutzung selber überprüfen müssen. Softwareanbieter werden sich künftig stärker auf interne Mechanismen zur Prüfung berufen und konstant Nutzen und Käufe abgleichen. Das schafft bei Nutzern allerdings nicht zwingend Transparenz.

Im Fall von Adobe stellen sich unter anderem folgende Fragen: Welche Programme werden genutzt? Und inwieweit rechnet sich das Gesamtangebot im Vergleich zu Einzelprogrammen? Auch andere Anbieter stellen in der Cloud neue Anforderungen an Unternehmen. Bei Microsoft empfiehlt es sich vor dem Wechsel zum Beispiel, die Infrastruktur zu hinterfragen: Welche Mitarbeiter sind Power User und benötigen dementsprechend viel Rechenleistung? Welche Daten dürfen nicht auf fremden Servern gespeichert werden und müssten in eine hybride Cloud umziehen?

Die Cloud bietet also nicht nur (Selbst-)Überprüfungsmöglichkeiten, sondern macht auch das Hinterfragen der eigenen Infrastruktur notwendig. Und diese Entwicklung ist herstellerunabhängig.

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Artikel vom:
09.02.2017

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TAGS:
Adobe, Audit, Lizenzprüfung, Software-Audit

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