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Nutzungsrechte für Open Source Software: Der Teufel steckt im Detail

Dürfen Sie mit Open Source Software machen, was Sie wollen? Leider nein, denn auch hier gelten die jeweiligen Nutzungsbestimmungen des Herstellers. Was passiert, wenn Sie sich nicht an das Kleingedruckte halten und wie Sie auf der sicheren Seite sind, erklärt unser SAM-Experte Maximilian Hoppe.

Ein Blogbeitrag von Maximilian Hoppe, Consultant Software Asset Management

Open Source bezeichnet Software, die kostenlos genutzt werden kann. Aber nicht nur das. Die wesentliche Eigenschaft von sogenannter freier Software ist, dass ihr Quelltext frei verfügbar ist. Es hat also jeder die Möglichkeit, den Quellcode zu verändern, zu bearbeiten und weiterzuentwickeln. Das ist sogar ausdrücklich gestattet – jedoch innerhalb eines fest definierten Rahmens. Diesen bildet das Kleingedruckte in den Lizenzbestimmungen und hier steckt der Teufel bekanntlich oft im Detail.

Typische Fehler bei der Nutzung von Open Source Software

Dass bei der Weiternutzung von Open Source Software selbst denjenigen Fehler passieren können, die es selbst am besten wissen müssten, zeigt das Beispiel der Business Software Alliance (BSA). Die Interessenvertretung von namhaften Software-Herstellern wie Microsoft, Adobe oder VMware setzt sich gegen die Nutzung unlizenzierter Software ein. So zum Beispiel zu Halloween 2016: Die BSA veröffentlichte auf ihrer Webseite die Werbeaktion „No Piracy“ mit dem Aufruf, falsch-lizenzierte Unternehmen zu melden.

Tatsächlich aber sah man es bei der BSA mit den Lizenzbestimmungen auch nicht ganz so genau. Ein externer Beobachter von der Website Torrentfreak deckte den Fauxpas auf. Die BSA benutzte auf ihrer Website einen abgewandelten jQuery Code, vergaß jedoch, die laut Nutzungsbedingungen geforderten Copyright Informationen zu übernehmen.

Open Source Software: Ein Beispiel für Lizenznutzungsbedingungen

Auch für Open Source Programme gelten Lizenznutzungsbedingungen – hier im Beispiel jQuery

Zugegeben: Ein kleiner Fehler, weswegen die Entwickler hinter jQuery der BSA nicht gleich mit einer Zivilklage drohten. Einen Imageschaden durch fehlerhafte Lizenzierung konnte der Software-Interessenverband aber trotzdem nicht abwenden, denn der Fehltritt sorgte im Netz für Aufsehen und Erheiterung. Die BSA reagierte schließlich mit einer zwischenzeitlichen Deaktivierung ihrer Webseite, um das Problem zu beheben.

So lassen sich die Fehler bei der Nutzung von Open Source Software vermeiden

Für Ihre geschäftskritischen Eigenentwicklungen, in die Sie monatelange Arbeit gesteckt haben, ist das allerdings kein denkbares Szenario. Deshalb ist auch bei der Nutzung von Open Source Software Vorsicht geboten. Sie sollten sich daher viel Zeit nehmen, um die Lizenzbedingungen ausführlich zu prüfen und rechtlich zu beurteilen.

Am oben genannten Beispiel zu jQuery hätte man sich also mit folgenden Fragen vor dem Einsatz von Open Source Software mindestens beschäftigen müssen:

1. Kann die Open Source Software in einer kommerziellen Umgebung eingesetzt werden?
Ja, der Disclaimer beinhaltet jede (natürliche oder juristische) Person ohne Einschränkungen. Also auch die BSA.
 
2. Welche Änderungen an Open Source Software dürfen durchgeführt werden?
Solange sie mit dem Disclaimer versehen werden, können jQuery basierte Lösungen beliebig erweitert oder sogar verkauft werden.

Diese Informationen findet aber nur, wer sich die Zeit nimmt, die vollständigen Nutzungsbestimmungen zu prüfen. Vermutlich hilft es darüber hinaus auch, eine Affinität für rechtliche Analysen zu haben, um die Gefahr zu verringern, dass Inhalte überlesen werden.

Open Source Software: Fragen, die man sich zur Nutzungsbestimmung stellen sollte

Je nach Projektfortschritt sollten Sie sich mit diesen Fragen zur Nutzungsbestimmung von Open Source Software auseinandersetzen.

Wem das entsprechende Know-how fehlt, sei geraten, sich einen Experten zur Seite zu nehmen, der sich mit Nutzungsbedingungen auskennt und Ihnen dabei hilft, die Lage richtig einzuschätzen.

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Artikel vom:
13.04.2017

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TAGS:
Open Source, Software

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