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Rechtsgrundlagen im Audit - Was darf der Software Hersteller

Rechtsgrundlagen im Audit - Was darf der Software-Hersteller und was nicht?

Zahlen der Business Software Alliance belegen: Falsch lizenzierte Software verursacht weltweit Schäden von 63,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Um den Lizenzgebrauch in Unternehmen zu prüfen, führen Hersteller deshalb Audits durch. Dieses Mittel ist unter Geschäftsführern und IT-Leitern nicht beliebt, aber rechtmäßig. Wir klären Sie über die Rechtsgrundlagen der Lizenzprüfung auf und erläutern, welche Konsequenzen eine Falschlizenzierung haben kann.

Ein Beitrag der COMPAREX Blog-Redaktion

In Deutschland ist fast ein Viertel der genutzten Software nicht richtig lizenziert, weltweit sogar mehr als 40 Prozent. Software-Herstellern entstehen so jedes Jahr immense Schäden. Kein Wunder also, dass Lizenzverträge in der Regel eine separate Auditklausel beinhalten.

Das Recht auf die Auditierung verwendeter Lizenzen beruft sich auf eine solide gesetzliche Basis. Die hauptsächliche Grundlage bildet das Urheberrecht. Es gibt Regeln für die Verwendung und Verbreitung geistigen Eigentums vor – und dazu gehört eben auch Software.

Rechtsgrundlage bei einem Audit
Rechtsgrundlage im Audit

In Deutschland regelt § 101 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) den Anspruch eines Urhebers auf Auskunft. Bezüglich Softwarelizenzen heißt das: Ein Hersteller hat das Recht, bei einem Kunden den ordnungsgemäßen Lizenzgebrauch zu überprüfen. Verweigert dieser sich dem Audit, kann der Hersteller die Besichtigung sogar über eine einstweilige Verfügung anordnen.

Hersteller, Anwälte, Wirtschaftsprüfer

Das Lizenzaudit wird meist vom Hersteller selbst initiiert. Dazu kontaktiert er in der Regel direkt die Geschäftsleitung. In seltenen Fällen wird die Prüfung vom Staatsanwalt oder über einen anderen anwaltlichen Kanal angeordnet. Die Business Software Alliance (BSA) nutzt diese Möglichkeit zum Beispiel. Die BSA ist der Interessenverband der Softwarehersteller und verfolgt international Falschlizenzierung und Softwarepiraterie.

Software-Hersteller dürfen außerdem entscheiden, wer das Audit durchführt. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Mitarbeiter des Herstellers diese Aufgabe selbst übernehmen. Aber auch unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie KPMG oder Deloitte werden beauftragt. Ebenso können externe Sachverständige und Gutachter für Software-Lizenzierung hinzugezogen werden.

Risiken der Falschlizenzierung

Grundsätzlich gilt: Es haftet immer derjenige, der die Rechtsverletzung vorgenommen hat. In Unternehmen ist das immer die Unternehmensleitung, also diejenige Person oder der Personenkreis, der die Arbeit des Unternehmens führt und verantwortet. Je nach Rechtsform kann das z.B. ein Gesell-schafter, Vorstand oder Geschäftsführer sein.

Wird eine Falschlizenzierung aufgedeckt, kann das ernste Konsequenzen haben. Üblicherweise werden die Möglichkeiten des Zivilrechts genutzt. Dann müssen Unternehmen in jedem Fall nachlizenzieren; mitunter werden auch Unterlassungen und Abmahnung eingeleitet, inklusive entsprechender Kosten für den Beschuldigten. In seltenen Fällen kann aber auch das Strafrecht zur Anwendung kommen. So können Geldstrafen und sogar Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren verhängt werden.

Verschaffen Sie sich einen Überblick!

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Artikel vom:
19.03.2015

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TAGS:
Audit, Lizenzprüfung, SAM, Webinar

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Kommentare

  • Angelika Pieta kommentierte vor 2 Jahren
    in eigener Sache möchte ich hinzufügen, dass wir uns als zwar größter Partner von Microsoft aber eben auch Partner unserer Kunden verstehen. Unsere Lehrgänge und Ausbildungsreihen für SAM Verantwortliche sind einzigartig. Und wir bilden Hersteller unabhängig und übergreifend aus. Die Top-Reihe endet mit einem Hochschulprädikat und TÜV Zertifizierungen.

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