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Adobe Muse CC 2014: Worth the Hype?

"Eine Adobe Software zum Erstellen von statischen Webseiten in einer Zeit von weitaus leistungsfähigeren Content Management Systemen? Vollkommen überflüssig!", dachte Marc Oliver Thoma bis vor kurzem. Der EDV- und Kommunikationstrainer hat Adobe Muse ausführlich getestet. Was das Tool bringt und für wen es sich lohnt? Unser Experte verrät es Ihnen in seinem Mini-Workshop.  

Ein Beitrag von Marc Oliver Thoma.

Als ich das erste Mal Adobe Muse verwendet habe, war ich alles andere als begeistert von dieser Software. In einer Zeit, in der Content Management Systeme wie Wordpress, Joomla, Drupal oder Typo3 sehr leicht zu installieren sind, wollte sich mir der Nutzen von Adobe Muse einfach nicht erschließen. Wer aber schon einmal versucht hat, ein Theme für ein Content Management System komplett selber zu erstellen, weiß, dass das alles andere als selbsterklärend ist.

Schöne und einfache Webseiten gestalten mit einer kostengünstigen Software

Während meiner Arbeit mit Kunden habe ich immer wieder festgestellt, dass Adobe Muse besonders für mittelgroße und kleine Firmen DIE Option sein kann. Deren Bedarf besteht in erster Linie darin, überhaupt erstmal mit einer Website im Internet präsent zu sein. Sie sollte einfach, übersichtlich und gut gestaltet sein: Eine Art Online-Visitenkarte, für die keine tägliche Aktualisierung vorgesehen und erforderlich ist. Agenturen, die beispielsweise Drucksachen für solche Kunden erstellt haben, waren aber mit der Erstellung von Webseiten entweder überfordert oder für den Kunden schlicht und ergreifend zu teuer. Genau für diese Zielgruppe gibt es meiner Meinung nach keine Software, die besser geeignet ist als Adobe Muse.

Webseitenerstellung mit Adobe Muse CC 2014

Webseitenerstellung mit Adobe Muse CC 2014

Wer als Grafikdesigner bisher nie mit der Erstellung von Webseiten zu tun hatte, bekommt mit Adobe Muse ein ideales Werkzeug, um sich kreativ auszuleben.

Kennt man sich mit Adobe InDesign aus, so hat man nach einer guten Stunde bereits eine tolle und ansprechende Webseite erstellt. Und dass, ohne sich mit HTML, CSS, Javascript oder gar PHP beschäftigen zu müssen. Im Vergleich zu früheren Versionen hat Adobe Muse CC 2014 enorm an Leistungsfähigkeit zugelegt, ohne dabei komplexer zu werden. Die aktuelle Ausführung hat eine neue Benutzeroberfläche erhalten, welche das Arbeiten mit Adobe Muse enorm beschleunigt. Dank der Adobe Cloud werden die Updates umgehend zur Verfügung gestellt und können zeitnah verwendet werden.

Hands-on: Adobe Muse im Mini-Workshop

Um Ihnen den Einstieg in Adobe Muse zu erleichtern, möchte ich Ihnen in einem Mini-Workshop ein paar zentrale Funktionen erläutern. Natürlich kratze ich hierbei nur an der Oberfläche. Aber in meinen Augen bekommen Sie schon dadurch ein Gefühl für Adobe Muse.

Folgende Idee liegt dem Mini-Workshop zugrunde: Sie sitzen in Ihrer Agentur, sind gut mit dem Programm Adobe InDesign vertraut und Sie empfangen einen Kunden, dem Sie in der Vergangenheit bereits alle Printprodukte geliefert haben.

Im Zuge der Digitalisierung und des Zeitalters des World Wide Webs möchte sich der Kunde nun auch mit einer Internetseite präsentieren. Diese soll möglichst schnell erstellt werden und nach Kundenvorgaben nicht viel kosten. Es soll einer Visitenkarte im Web gleichkommen. Da Sie sich jedoch mit Programmen wie HTML, CSS3 und Javascript nicht auskennen, Ihren Kunden aber dennoch zufrieden stellen möchten, starten Sie dieses ominöse Adobe Muse.

Nach dem Start von Adobe Muse wird Ihnen, wie in den meisten Programmen, ein Willkommensbildschirm angezeigt. Dort haben Sie die Möglichkeit, eine neue Site anzulegen oder eine bestehende zu öffnen. Wählen Sie Neu erstellen > Site aus.

Adobe Muse CC 2014 Willkommensbildschirm

Eine Site muss man sich wie ein Projekt vorstellen und umfasst alle Webseiten der gesamten Webpräsenz. Sie erhalten nun eine ganze Reihe von Einstellmöglichkeiten rund um die Website.

Adobe Muse CC 2014 Neue Site

Anfangs können Sie all diese Vorschläge getrost übernehmen. Klicken Sie also einfach auf Ok. Nun ist die neue Website angelegt.

Adobe Muse CC 2014 Planungsansicht

Diese besteht bis jetzt nur aus einer Seite (oben auf dem Screenshot zu sehen). Diese Seite kann nun bearbeitet werden. Klicken Sie hierzu mit doppeltem Mausklick auf die Seite. Sie wechseln hierdurch in die Entwurfsansicht. Vorher waren Sie in der Planungsansicht. Diese Entwurfsansicht kann man sich ähnlich wie ein leeres Blatt in einem Textverarbeitungsprogramm oder InDesign vorstellen.

Nun können Sie nach Herzenslust Textrahmen platzieren. Innerhalb dieser Textrahmen kann die Textformatierung erfolgen, wie in jeder anderen Textbearbeitungssoftware auch. In meinem Beispiel habe ich einen Rahmen gesetzt, dem ich einen Effekt zugewiesen habe. In Adobe Muse heißt der Effekt Tiefen und ist vergleichbar mit einem Schlagschatten im Druck. Des Weiteren habe ich zwei Textrahmen platziert. Einen mit meinem Namen und einen mit meinen Adressdaten.

Natürlich können auch in Adobe Muse Grafiken platziert werden (ähnlich wie in Adobe InDesign werden diese nicht importiert sondern platziert). Dies wird auf einfache Art über das Datei Menü durchgeführt.

Adobe Muse CC 2014 Grafiken platzieren

Nachdem die erste Seite erstellt ist, können Sie weitere Webseiten hinzufügen. Wechseln Sie hierzu am besten wieder in die Planungsansicht. Klicken Sie hierzu im oberen Bereich des Bildschirms auf Planung.

In der Planungsansicht können neue Seiten auf viele unterschiedliche Arten angelegt werden. Eine hiervon ist der Weg über das Menü. Wählen Sie Seite > Neue Seite auf oberster Ebene hinzufügen aus. Schon ist eine neue Seite erstellt. Sie sollten dieser Seite direkt einen sinnvollen Namen geben. In unserem Beispiel könnte dies beispielsweise die Impressums-Seite sein.

Adobe Muse CC 2014 Beispiel Impressum

Durch einen Mausklick auf die Seite kann sie ebenfalls bearbeitet werden. Auch hier sollten Sie den Text direkt sinnvoll wählen.

Jetzt haben Sie zwei Seiten. Jedoch hat der User zu diesem Zeitpunkt noch keine Möglichkeit, von einer Seite zur anderen zu gelangen, da die Hyperlinks noch fehlen. Um diese hinzuzufügen, wechseln Sie erneut in die Planungsansicht und von dort auf die zuerst erstellte Seite. Nun können Sie das Wort Impressum an einer geeigneten Stelle eingeben. Im Anschluss markieren Sie das ganze Wort und klicken auf den im oberen Werkzeugbereich befindlichen Button Links hinzu oder filter (auch wenn die Beschriftung dieses Buttons nicht von gutem Deutsch zeugt, heißt er so). Nun erstellen Sie einen Hyperlink, indem Sie das Sprungziel – also eine Seite – auswählen. Damit Ihr Leser wieder zurück auf die Startseite gelangen kann, wiederholen Sie den Vorgang auch mit der Impressumseite.

Es gibt nun die Möglichkeit, sich die erstellte Website in einer vorläufigen Version anzuschauen. Dafür klicken Sie auf den Button Vorschau. Hierdurch wechseln Sie in den Vorschaumodus von Adobe Muse. Möchten Sie die Webseite lieber in einem externen Web-Browser betrachten, so können Sie dies über Datei > Site > Vorschau in Browser machen. Dies dauert jedoch einen Moment.

Wenn Sie nun mit Ihrer Arbeit zufrieden sind, müssen Sie das Projekt nur noch Ihrem Kunden vorstellen. Dafür bietet Adobe Muse eine sehr simple, aber praktische Möglichkeit an. Jedoch sollten Sie vor diesem Schritt das Projekt erst einmal speichern. Um nun die Website ins Internet zu stellen, wählen Sie im oberen Bereich den Punkt Veröffentlichen aus. Hierdurch haben Sie die Möglichkeit, die Website temporär auf einem Server von Adobe – dem Adobe Business Catalyst – zu veröffentlichen. Dort wird die Website für einen begrenzten Zeitraum veröffentlicht. Die temporäre Webadresse können Sie dem Kunden mitteilen, damit er die Seite begutachten und im Anschluss mit Ihnen weitere Schritte planen kann.

Die offizielle Veröffentlichung ist ebenfalls aus Adobe Muse möglich und noch dazu sehr einfach. Über das Menü Datei – FTP-Server kann die Website direkt veröffentlicht werden.

Mein Fazit

Wenn Sie eine optisch ansprechende, einfache Webseite erstellen wollen und am besten noch Vorkenntnisse mit Adobe InDesign haben, dann sollten Sie sich mit Adobe Muse bekannt machen. Ohne jegliche Vorkenntnisse mit Programmiersprachen erhalten Sie schnell Ergebnisse und können Ihre Webseitenprojekte in die Tat umsetzen.

Webinar „Adobe Muse CC – Webseitengestaltung ohne HTML-Kenntnisse“

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Artikel vom:
04.11.2014

geschrieben von:

TAGS:
Adobe CC, Adobe Creative Cloud, Software, Test, Workshop

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