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Backberry Passport Test

Einfach nur GROSS? Das BlackBerry Passport im Praxis-Test

Ende September 2014 hat BlackBerry sein neues Smartphone, das BlackBerry Passport, vorgestellt. Mit seiner wirklich ungewöhnlichen Form und Größe hat das Gerät den Smartphone-Markt ordentlich aufgewirbelt. Unser Experte für mobile Endgeräte, Pierre Heil, hat das neue Blackberry Handy jetzt ausführlich getestet.

Ein Beitrag von Pierre Heil, Support Engineer.

Inhaltsverzeichnis

BlackBerry Passport – Unsere erste Begegnung

Als ich das erste Mal das BlackBerry Passport in der Alpha Version gesehen habe, war ich nicht wirklich sofort begeistert! Warum? Das Gerät war viereckig, wirkte irgendwie klobig, ziemlich groß und machte nicht den Eindruck wie ein High-end-Produkt. Mein Gedanke: „Wer, bitteschön, braucht so ein großes Smartphone, das sich nur mit zwei Händen bedienen lässt? Und beim Telefonieren will sich bestimmt auch nicht jeder ein Phablet ans Ohr halten. Taugt das quadratische Display überhaupt zu was? Auch wenn es grad noch so in die Tasche passen soll, wird es sicherlich doch störend sein.“ Vom Betriebssystem gab es damals noch nichts zu sehen - auch keine Informationen zu den Hardware-Spezifikationen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Über ein halbes Jahr verging und es tat sich eine Menge an dem Gerät. Die ersten aussagekräftigen Leaks wurden Anfang September 2014 veröffentlicht. Das komplette Design wurde überarbeitet und aus dem hässlichen Entlein wurde ein schöner Schwan. Das BlackBerry Passport rückte wieder in meinem Fokus und ich verfolgte spannend alles, was zu dem Gerät veröffentlicht wurde. Nicht nur das Passport an sich war spannend, sondern auch das neue Betriebssystem BlackBerry OS 10.3, denn es hat viele neue Features. Dazu aber später mehr.

Am 24. September 2014 wurde schließlich das BlackBerry Passport gelauncht. Und wer hätte gedacht, dass es innerhalb der ersten Tage ausverkauft sein würde?? Die Nachfrage war dermaßen groß, dass bei Ebay fast das Doppelte bezahlt wurde, als es eigentlich kostete. Das Smartphone wurde trotz seines auffallendem und ausgefallenem Design zu einem Hit. Spätestens da war für mich klar: Ich musste das BlackBerry Passport haben und herauszufinden, was es mit dem ganzen Hype auf sich hat. Dank dem Kontakt zu BlackBerry durfte COMPAREX das BlackBerry Passport für einige Zeit testen.

Im Praxistest: Was kann das BlackBerry Passport?

Was soll man dazu sagen? Das BlackBerry Passport hat sich wirklich zum Eyecatcher gemausert. Jeder, der mein Passport gesehen hat, fragte nur, „Was ist das denn?“ und staunte für den ersten Moment. Wenn ich dann meinte, das wäre das neue BlackBerry Smartphone, dachten einige nur, ich will sie verkohlen. Die Neugier war bei vielen geweckt, bei einigen allerdings auch nur kurz, weil es nicht so ganz den Geschmack vom Design traf. Denn es ist immer noch GROSS mit Ecken und quadratischem Display - nur um einiges dünner und mit einem wertigen, schwarzen Case und Metallumrandung. Es sieht aber bei weitem schicker aus als die Alpha Version.

Beeindruckend ist der 4.5" große quadratische Touchscreen mit einer Auflösung von 1.440×1.440 Pixel, 453ppi. Die Auflösung ist sehr klar, die Farben leuchten und es hat einen sehr guten Kontrast. Selbst bei geringer Helligkeitseinstellung ist das Bild für fast den ganzen Tag ausreichend hell genug. Und es passen 60 Zeichen auf eine Zeile, was so das Lesen sehr angenehm macht.

Die 3-zeilige sensitive QWERTZ-Tastatur macht wirklich einen guten Eindruck. Die Anschläge sind klasse, aber die Wischgesten sind für einen Ungeübten gewöhnungsbedürftig. Man kann diese zum Scrollen in Texten und Webseiten nutzen. Im Querformat kann man so die ganze Tastatur zum Scrollen ausnutzen.

Wie gewohnt schon beim Betriebssystem OS 10.2 vom Z10 und Z30 gibt es auch hier die intelligente und lernfähige Worterkennung. Es schlägt Wörter schon beim Eintippen des ersten Buchstabens vor. Bei den Wortvorschlägen kann man die Wörter „hoch schnipsen“. Die Wortvorschläge sind in 3 Spalten aufgeteilt. Jedoch ist die Tastatur etwas schmal und man wischt anfangs häufig auf den Bildschirm. Wenn man von rechts nach links wischt, kann man ganze Wörter löschen, je nach dem wo sich der Cursor befindet. Wischt man von oben nach unten auf der Tastatur, kommt man zu den Sonderzeichen und Zahlen auf dem Display – was an sich ganz gut ist und man nicht erst auf dem Bildschirm wischen muss. Durch ein doppeltes Antippen auf der Tastatur wird der Cursor angezeigt, den man mit der Tastatur an die gewünschte Position verschieben kann.

Blackberry Geräte in der Übersicht
Abbildung 1: BlackBerry Smartphones Z10, Z30, Q10 und Passport

Wenn man vorher mit anderen BlackBerry Smartphones, die Tastatur haben, geschrieben hat, ist es doch eine kleine Umstellung, denn auf den anderen Geräten gibt es z.B. eine „Shift“-Taste, die die Großschreibung ermöglicht. Und so steht öfters mal ein ungewolltes „Y“  in meinen Texten. Durch die Kombination der Touch- und Tastaturbefehle ist das superschnelle Bearbeiten der Nachrichten recht gut gelungen.

Wie bei allen BlackBerry Smartphones ab OS 10 werden in der HUB-Übersicht alle Konten, die man integriert hat, angezeigt, z.B. E-Mail-Konten, Enterprise IM, Facebook, WhatsApp etc. sowie Anrufe und Textnachrichten. Diese kann man sich aber auch einzeln anzeigen lassen.

Blackberry Passport von vorn

Abbildung 2: BlackBerry Passport von vorn mit COMPAREX Maskottchen Agent Charly

BlackBerry Passport Hub-Übersicht

Abbildung 3: BlackBerry Passport Hub-Übersicht

BlackBerry Passport Rückansicht

Abbildung 4: BlackBerry Passport Rückansicht

Ich finde, das Passport ist mit ausreichender Hardware ausgestattet. Nichts ruckelt und die Apps laufen flüssig. Es sei denn, sie sind nicht sauber genug programmiert oder es handelt sich um Android Apps, die die BlackBerry-Steuerung nicht richtig unterstützen. Man hat beim Passport auch den Amazon Appstore vorinstalliert. Mit diesem ist es möglich - nicht nur wie vorher schon via Sideloading – auch Android Apps zu nutzen.

Die Akkulaufzeit ist für mich mehr als ausreichend. Andere Smartphones machen schon nach einem halben Tag schlapp. Mein COMPAREX Kollege Matthias Herden, von der ICT, gibt die Akkulaufzeit auch als mehr als befriedigend an, denn als Poweruser hielt der Akku über 24 Stunden. Allerdings ist der Akku, wie schon beim Z30, fest verbaut. Der Stromverbrauch lässt sich aber senken, wenn man das Smartphone auf das Display ablegt – durch die Standby-Funktionalität.

Das Passport unterstützt, wie auch schon seit dem BlackBerry Q10, die drahtlose Datenübertragung von Audio und Video per Miracast. Den passenden Adapter an einen Beamer oder TV angeschlossen und schon können die Daten vom Display direkt drahtlos übertragen werden. Dazu ist es auch möglich ein USB Hub an einem BlackBerry anzuschließen. An diesen können dann Maus, Tastatur und Speicherstick angebunden werden und schon hat man einen kleinen mobilen Computer.

Für mich ist das Passport ein „kleines“ mobiles, eckiges Arbeitstier – vor allem wenn man sein geschäftliches E-Mail-Konto integriert. Mit der vorhandenen kostenlosen App „Docs To Go“ lassen sich nicht nur Office Dokumente anzeigen sondern auch bearbeiten. Mit Work Drives, wenn die App im Unternehmen erlaubt ist, ist es möglich, sich sein Homeshare und andere Netzlaufwerke in seinem BlackBerry anzubinden. Eine interessante noch zu erwähnende App ist Enterprise IM, über die man mit seinen Kontakten aus dem Lync Messenger Nachrichten schreiben kann. Es gibt aber noch viele weitere Apps für BlackBerry, die das Business erleichtern und unterstützen.

Docs To Go mit BlackBerry Passport

Aber das sogenannte Killer Feature, was mich wirklich überzeugt hat, ist BlackBerry Blend! Egal wo sich das Passport gerade befindet, kann man sich via Tablet oder Computer über Blend direkt mit dem Gerät verbinden, um Geschäftsdaten oder lokale Dateien auf dem BlackBerry abzurufen. Der Akku von Passport sollte nur nicht leer sein. Ist W-LAN nicht verfügbar, dann findet der Datentransfer über das Mobilfunknetz statt. Es gibt noch viele weitere nützliche Neuerungen. Definitiv zu erwähnen ist der Sprachassistent „Assistant“. Der Assistant kann zum Beispiel neue Nachrichten vorlesen, sekundenschnell einen Kontakt heraussuchen, die zugehörigen Kalenderdaten und letzten E-Mails anzeigen oder eine Termin erstellen.

BlackBerry Blend am Computer
Abbildung 5: BlackBerry Blend am Computer

Blackberry Passport: Pro und Contra

Was dafür spricht? Was spricht dagegen?
üppige Hardware fest verbauter Akku
sensitive Tastatur Nano Sim
3450 mAh Akku mittelmäßige Kamera (Bildrauschen)
klarer, satter Sound zweihändige Bedienung
Konnektivität (LTE bis 150 Mbps - WLAN-ac) Gewicht
hohe Auflösung mit 453 ppi  
Produktivität  
Speicherkartenschacht bis 128GB  
Android-Apps (Amazon App-Store oder Sideload)  

BlackBerry Passport: Top oder Flop?

Meine Kollegen und ich sind uns einig: Das BlackBerry Passport ist einzigartig und es macht viel Spaß mit dem Smartphone zu arbeiten. Es ist wertig verarbeitet und liegt gut in der Hand. Eine gute Bedienung ist allerdings nur mit zwei Händen möglich. Das etwas hohe Gewicht von 196 Gramm ist schon beachtlich, aber dennoch nicht störend, es sei denn man hält es sich ans Ohr und telefoniert länger. Zum Telefonieren empfehlen wir daher ein Headset. Das macht es doch um einiges angenehmer.

Es ist ein sehr schönes und auffälliges Smartphone, womit es sich besonders gut schreiben und kommunizieren lässt. An der Kamera kann man noch einiges besser machen, aber für einen Schnappschuss reicht sie allemal. Jedoch ist es recht groß und mit Schutzhülle wird es noch größer. Die Sprachqualität ist hervorragend genauso wie der Klang beim Abspielen von Audiodateien. Leider wird als Simkarte eine Nano Sim benötig.

Ich bin überzeugt, dass das Passport einen festen Platz sowohl im Business- als auch im Consumer-Bereich finden wird.

Das BlackBerry Passport für Unternehmen

Wenn Sie sich für das BlackBerry Passport in Ihrem Unternehmen entscheiden und es wirklich effektiv und sicher einsetzen möchten, dann brauchen Sie die entsprechende Serverinfrastruktur. Hier kommt COMPAREX ins Spiel. Wir beraten Sie, installieren und konfigurieren Ihre BlackBerry-Enterprise-Service-Infrastruktur. Über unsere Serviceline Managed Service können Sie Ihre BlackBerry Infrastruktur per Remote oder vor Ort managen lassen. Und wenn sie bereits über eine BlackBerry Enterprise Service Infrastruktur verfügen und noch CALs brauchen, dann können Sie diese auch bei uns ordern.

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Die technischen Daten des BlackBerry Passport im Überblick

  • 4.5" Touchscreen, quadratisch, 1.440×1.440 Pixel Auflösung, 453 ppi. Corning Gorilla Glass 3
  • physische QWERTZ-Tastatur, drei Reihen, beleuchtet
  • Snapdragon 800 Quad Core Prozessor mit je 2.2 GHz
  • 3 GB RAM, 32 GB interner Speicher, microSD bis 128 GB
  • 13 Megapixel Autofokus-Kamera mit optischen Bildstabilisator (f/1.8, Full HD mit bis zu 60 fps, LED)
  • 2 Megapixel Frontkamera (720p HD)
  • 4G/LTE, HSPA+
  • Dualband WLAN ac/a/b/g/n
  • Bluetooth 4.0 LE
  • NFC
  • A-GPS Empfänger, digitaler Kompass
  • Sensoren: Beschleunigung, Gyro, Annäherung
  • Micro-USB 2.0
  • 4 Mikrofone, 3.5mm Audiobuchse
  • fixer 3.450 mAh Akku
  • Abmessungen 128×90.3×9.3 mm
  • Gewicht 196 Gramm

 

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Artikel vom:
10.02.2015

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TAGS:
Blackberry, Test

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Kommentare

  • lek kommentierte vor 1 Jahr
    warum denn leider wird eine nano simkarte benötigt? die zeit der alten riesen simkarte ist vorbei und in etwa 2-3 jahren gibt es diese überhaupt nicht mehr... also das ist nun wirklich kein argument mehr und ziemlich abgedroschen.

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