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Fotos in Adobe Illustrator vektorisieren: Ein Stempelspiel

Mit dem Grafik- und Zeichenprogramm Adobe Illustrator lassen sich Bilder und Zeichnungen mit wenigen Handgriffen in Vektorgrafiken verwandeln. Nur so können Grafiken ohne Qualitätsverlust in ihrer Größe verändert werden. Nicht nur für Grafiker gehört Illustrator daher seit Jahren zum Standardprogramm. Unser Gastautor Christian Kortüm hat eine Leipziger Kreative begleitet, während sie handgemalte Zeichnungen mit Adobe Illustrator vektorisiert und Stempel für Ihre bezaubernde Geschäftsidee erstellt.

Ein Beitrag von Christian Kortüm

Als systemischer Coach und Inhaberin einer PR-Agentur bringt die Leipzigerin Claudia Richardt Kreative zusammen, schiebt Projekte an und eröffnet ihren Kunden neue Perspektiven. Doch die beste Beratung beweist sich doch am eigenen Beispiel – ihrem Stempelspiel, einer bunten Welt aus kindgerechten Rittern und Seefahrern, Fabelwesen, Blumenwiesen und einem 24-Bilder-Motiv von Bethlehems Stall. Die Ideenschmiedin Claudia hat das uralte Spielzeug neu entdeckt und neu kreiert: Ihre vielseitigen Varianten zum Stempeln, Malen und Puzzeln finden sich heute in zahllosen Kinderzimmern und Kindergärten in halb Europa.

Bilder in Vektoren umwandeln mit Adobe Illustrator

Die Leipziger Erfolgsgeschichte begann vor ein paar Jahren mit einem Zufall. „Ich fand in meiner Schublade Stempel und Ornamente wieder, die ich von einer Bekannten lange zuvor geschenkt bekommen hatte“, erzählt Claudia. „Diese Stempel konnte man selbst zusammenkleben –  und da kam mir die Idee, ein eigenes Stempelspiel zu entwickeln.“ In der Grafikerin Ulrike Hirsch fand sie bald darauf die ideale Partnerin für ihr Projekt. Ulrike zeichnet seit Beginn an und bis heute die liebevollen Motive. Claudia scannt dann daraus die Vorlagen für die technische Weiterverarbeitung und bereitet sie für die Spieleproduktion auf.

Fotos in Adobe Illustrator vektorisieren

„Du importierst das Foto in Adobe Illustrator und richtest es auf deiner Arbeitsfläche aus. Dabei ist es unerheblich, wie groß die Fläche ist: das Bild wird in Vektoren umgewandelt und kann ohne Verluste skaliert werden“, erläutert Claudia. Ist das Foto angeklickt, erscheint in den Tools die Schaltfläche „Bildnachzeichner“.

Pixelbilder zu Vektordaten: Das Bildnachzeichner-Werkzeug in Adobe Illustrator

Wird dieses Werkzeug genutzt, errechnet das Programm die Vektoren nach den individuellen Vorgaben. Anschließend wird nachgearbeitet und die Ankerpunkte werden korrigiert. Ansonsten würden die Stempelgummis unsauber aussehen. Darüber hinaus ist das „Glätten-Werkzeug“ ein bewährtes Hilfsmittel. Es befindet sich unter dem Buntstiftwerkzeug an der linken Seite des Bildschirms.

Bilder bearbeiten

Sind alle Feinheiten gemeistert, wird der Ausschnitt für den Stempel über den Befehl „Drucken“ mit dem Acrobat PDF-Drucker ausgegeben und per E-Mail an den Hersteller geschickt. Anhand der Bézierkurven weiß die Maschine, wie sie das Stempelgummi exakt schneiden muss.

Von China zurück nach Hause

„Als wir mit den Stempelspielen vor einigen Jahren begonnen haben, waren solche Arbeiten hier in Deutschland leider unbezahlbar. Wir haben mehrere Werkstätten angefragt, aber letztlich mussten wir die Produktion nach Asien auslagern“, erzählt die Produzentin. Doch für ein Kleinunternehmen war das ein aufwändiges und zeitraubendes Unterfangen. Auch die Qualität und die Termintreue blieben schwankend. Daher holte Claudia die Produktion zurück nach Deutschland. Inzwischen fand sie in Halle einen zuverlässigen Partner für die Produktion, da sich die Technologien mittlerweile stark vereinfacht haben und die Kosten spürbar gesunken sind.

Die fertigen Stempel

Heute wird das Holz für die Stempelspiele mit einem präzisen Wasserstrahl geschnitten und der Gummi gelasert. Das Verfahren macht die Produktion preisgünstiger und hochwertiger. Alle Einzelteile sind genormt und perfekt verarbeitet. Das Produkt hat sich professionalisiert und die Verkaufszahlen steigen weiter. „Am Anfang waren es vielleicht 500 Stück im Jahr, inzwischen sind wir bei 2.000 Stück angelangt“, sagt Claudia. „Ich bekomme tolle E-Mails von Leuten, die einfach glücklich sind. Das Produkt bewährt sich im Alltag mit den Kindern - das bestätigen mir auch immer wieder Kindergärten und andere Einrichtungen, die das Stempelspiel verwenden.“

Claudia Richardt bei der Arbeit

Ursprünglich hat Claudia nach einer Hotelfachlehre in Leipzig BWL studiert. Das Internet revolutionierte zu dieser Zeit die Wirtschaft schneller als geeignete Fachkräfte ausgebildet werden konnten. Alles und jeder wollte ins Internet, Webdesigner waren rar und sehr gefragt. Die Mischung aus Medien-Kommunikation und BWL erwies sich für Claudia zudem als richtige Basis für Ihre Seminare, Kurse mit Adobe-Produkten wie Illustrator und Lehrgänge zur Druckvorstufe. „Dank des Internetbooms konnte ich mir das Studium finanzieren“, sagt Claudia. Ihre Nebentätigkeit baute sie nach dem Studienabschluss aus und gründete ihre Firma internetMedia.

Heute entwickelt und realisiert sie mit Fotografen, Lektoren, Internetspezialisten und Grafikern     Kampagnen und Internetseiten. Ihre Erfahrungen lehrt sie parallel an Schulen und Universitäten. „Ich möchte mich austauschen und liebe es, die Erfahrungen, die ich in meinen Projekten mache, an Studenten und Existenzgründer weiterzugeben.“ Und das mit Erfolg. „Vielleicht waren es die richtige Zeit, die Wende, eine Portion Glück und das ich neugierig und offen war: Ich hatte keine Angst davor, mit neuen Programmen zu arbeiten und wollte  mein neues Wissen weitergeben.“

Vom Autor zum Illustrator

Adobe Illustrator ist für die Beraterin das perfekte Tool, um Flyer, Prospekte, Grafiken und andere Produkte zu erstellen. Seit Ende der 90er Jahre arbeitet sie mit Adobe, weil die Programme sehr gut ineinander greifen. Dieses harmonische System vereinfacht den Workflow ihrer Projekte bis hin zur Druckvorstufe.

Adobe Illustrator setzte dabei nicht nur als erstes Programm Vektoren ein, um Objekte darzustellen. Es benutzte auch Bézierkurven, um gefällige Objekte zu zeichnen. In den späten 1950er Jahren erfanden Pierre Bézier bei Renault und Paul de Casteljau bei Citroën eine mathematische Formel dafür. Damit konnten organische Formen im Modell- und Formenbau kostengünstig hergestellt werden – zur damaligen Zeit eine Revolution.

Arbeit mit Grafiktablet

Bei Grafikern lag gegenüber pixelbasierten Programmen der Vorteil auf der Hand: Ein vektorisierter Kreis, zum Beispiel, besteht aus nur einem Koordinatenpaar, also einem Punkt auf dem Bildschirm und seinem Radius. Diese krasse Vereinfachung spart enorm Speicherplatz und Rechenleistung.

Ideen brauchen Raum und Zeit

Nur von Entschleunigung ist bei Claudia nichts zu spüren, sie hat ständig einen vollen Terminplan. „Neben der eigentlichen Arbeit sind für mich kreative neue Projekte immer wichtig“, sagt sie. „Sie schaffen Raum für Ideen und sind ein guter Ausgleich zum übrigen Berufsalltag.“

Fotos: Christian Kortüm

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Artikel vom:
29.06.2015

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TAGS:
Adobe Illustrator, Software

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