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„Geschäftseröffnung” mit dem Microsoft Windows Store für Unternehmen

Seit Windows 8.0 und 8.1 hat sich Microsoft darauf konzentriert, seinen Windows Store auf Vordermann zu bringen. Hinsichtlich der Anwendungsverfügbarkeit und Benutzerfreundlichkeit galt dieser eher als Stiefkind - im Vergleich zum Apple Store. Inzwischen hat Microsoft eine Unternehmensvariante des Windows Stores veröffentlicht, die wir uns etwas genauer angesehen haben...

Ein Beitrag von John McGrath.

Mit der Freigabe von Windows 10 im Jahr 2015 hat der Windows Store in puncto Verfügbarkeit der Anwendungen, Spiele und Tools eine radikale Veränderung erfahren. Alles sehr schön für das Verbrauchermarktsegment. Aber wie steht es damit, die Funktionalität und Bedienbarkeit für kommerzielle Nutzer zu verbessern? In der Vergangenheit gab es keine Integration des Windows Store in einer Domainumgebung, was u.a. zu Kopfschmerzen bei der Einkaufsverwaltung führte und potentielle Probleme bei der Anwendungslizenzierung mit sich brachte. Bisher waren die Unternehmen mit Fragen der Rechnungslegung konfrontiert, wenn ein Mitarbeiter eine Anwendung aus dem Windows Store benötigte. Wie behielt man die Kontrolle über Zugang, Eigentum und Lizenzierung der betreffenden Anwendung? Kurz gesagt, es gab keine Möglichkeit der Kontrolle. Wenn der Mitarbeiter die Organisation verließ, dann ging die Anwendung mit ihm. Eine Neuzuweisung der Lizenz war nicht möglich.

Während die Nutzer Anwendungen aus dem Store bisher über ihre private Microsoft Live ID- oder ihr Passport-Konto einkauften, können sie nun über ihre primären Arbeitskonten einkaufen, die die Administratoren bei ihrem eigenen maßgeschneiderten Microsoft Windows Store für Unternehmen einrichten und verwalten können. All dies erfordert, dass die Nutzer, denen Zugriff erteilt werden soll, Konten bei Microsoft Azure haben.

Vorteile

  • Organisationen können Volumeneinkäufe von Windows-Apps tätigen
  • Einkäufe auf der Grundlage der Unternehmensidentität, Mustercorp.com
  • Flexible Verteilung
  • Neuerwerb und Wiederverwendung von Lizenzen
  • Einrichtung eines privaten Store für ihre Mitarbeiter, der Apps aus dem Store und auch private LOB-Apps enthält

Welche Voraussetzungen gibt es?

Um sich erfolgreich für einen freien Zugriff auf den Windows Store für Unternehmen zu registrieren, wird Folgendes benötigt:

  • ein Azure Active Directory Account
  • Sie müssen ein „globaler Administrator” Ihrer Organisation beim Azure AD-Tenant sein.

Welche technischen Voraussetzungen gibt es?

  • Internet Explorer 10 oder später
  • Microsoft Edge
  • Aktuelle Versionen von Firefox und Chrome
  • Microsoft Azure AD-Konten für Mitarbeiter

Wie wird er erworben?

Der Nutzer kann sich über den folgenden Link für ein Unternehmen-Konto im Windows Store anmelden.

Anmeldung beim Windows Store für Unternehmen
Abbildung 1: Anmeldung beim Windows Store für Unternehmen

Unterstützte Märkte

Der Windows Store für Unternehmen ist aktuell auf diesen Märkten verfügbar.

  • Australien
  • Belgien (niederländisch, französisch)
  • Brasilien
  • Kanada (englisch, französisch)
  • Finnland
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Indien
  • Indonesien
  • Irland
  • Italien
  • Japan
  • Mexiko
  • Niederlande
  • Polen
  • Russland
  • Spanien
  • Schweden
  • Schweiz (französisch, deutsch)
  • Vereinigtes Königreich
  • Vereinigte Staaten

Management und Verteilung

Bei Organisationen, die eine genauere Übersicht und Kontrolle über den Einsatz der Anwendungen benötigen, können weitere Verteilungsanwendungen wie System Centre Configuration Manager, Intune und/oder andere Mobile Device Management-Dienste verwendet werden.

Es gibt bestimme Berechtigungen, die den Endanwendern Ihrer Organisation zugewiesen werden können. Um bestimmte Privilegien zuzuweisen, muss sich der globale Administrator in den Unternehmens-Store im Windows Store-Portal einloggen und die erforderlichen Berechtigungen zuweisen.

Bitte beachten Sie, dass Berechtigungen zurzeit nur auf Pro-Benutzer-Basis vom Onsite-Portal zugewiesen werden können. Um eine Gruppenmitgliedschaft zuzuweisen, muss Microsoft Azure oder SCCM verwendet werden.

Administrative Rollen

Abbildung 2: Administrative Rollen

  • Globaler Administrator – IT-Spezialisten mit diesem Konto besitzen vollständigen Zugriff auf den Store für Unternehmen. Sie können alles tun, was in der Administratorrolle im Store für Unternehmen erlaubt ist. Zusätzlich können sie anderen Mitarbeitern Store für Unternehmen-Rollen zuweisen.
  • Benutzeradministrator – IT-Spezialisten mit diesem Konto können anderen Mitarbeitern Store für Unternehmen-Rollen zuweisen, solange der Benutzeradministrator auch die Administratorrolle für den Store besitzt.
  •  Rechnungsadministrator – IT-Spezialisten mit diesem Konto verfügen über die gleichen Berechtigungen wie die Store für Unternehmen-Einkäufer.

Rollen und Berechtigungen beim Store für Unternehmen

Rollen und Berechtigungen

Abbildung 3: Rollen und Berechtigungen

Anwendungszuweisung

Sobald sich der globale Administrator oder Einkäufer beim Windows Store für Unternehmen-Portal angemeldet hat, kann er Anwendungen einkaufen und entscheiden, ob er diese Anwendungen dem „privaten Store” oder direkt einzelnen Benutzern zuweisen möchte. Es kann bis zu zwölf Stunden dauern, bis eine Anwendung im privaten Store erscheint.

Anwendungseinkauf und -zuweisung

Abbildung 4: Anwendungseinkauf und -zuweisung

Verteilung auf Benutzer-für-Benutzer-Basis

Abbildung 5: Verteilung auf Benutzer-für-Benutzer-Basis

Der private Store ist im Wesentlichen ein privates Segment, wo alle zugewiesenen Anwendungen für den eingeloggten Benutzer angezeigt werden. Hier findet er einen Überblick über alle Anwendungen, die ihm direkt zugewiesen wurden und kann die Anwendungen vom Webportal herunterladen. Falls der Nutzer seine eigene Anwendung auswählen möchte, wird er gebeten, seine persönlichen Microsoft Live-Anmeldedaten einzugeben.

Verteilung von Offline-Anwendungen

Anwendungen können mit Hilfe Ihrer Verteilungslösung, zum Beispiel Microsoft Intune, für die Verteilung offline eingekauft werden.

Verteilung von Offline-Anwendungen

Abbildung 6: Verteilung von Offline-Anwendungen 

Die Verteilung von Offline-Anwendungen ist eine Alternative zu Online-Anwendungen. Der Einsatz von Offline-Anwendungen könnte eine machbare Option sein, wenn:

  • der Nutzer kein Azure-Konto besitzt,
  • keine Internetverbindung vorhanden ist,
  • Bildverarbeitung genutzt wird, um Geräte zu verwalten.

Ihr MDM-Tool muss im Azure Ad Portal konfiguriert sein und in den Windows Store für Unternehmen unter „Verwaltungstools” eingetragen werden.

Verteilungstool bei Azure

Abbildung 7: Verteilungstool bei Azure

Sobald eine Offline-Anwendung aus dem Windows Store heruntergeladen wurde, können Sie mit einer beliebigen geeigneten Verteilungsnutzlast, die Sie bestimmen, ein Anwendungspaket erstellen und festlegen, wo die zu verteilende Anwendung installiert werden kann oder muss.

Windows Intune-Anwendungspaket

Abbildung 8: Windows Intune-Anwendungspaket

Benutzerdefinierte Line of Business-Anwendungen (LOB)

Mit dem benutzerdefinierten Windows Store für Unternehmen hat Ihre Organisation die Möglichkeit, eigene maßgeschneiderte Anwendungen im privaten Store zu entwickeln und zu veröffentlichen, um die Verteilung in Ihrer Organisation zu vereinfachen.

Anwendungsentwickler Ihrer Organisation oder externe Anbieter, können „Line of Business Publishers“ werden und Anwendungen einreichen. Diese sind nur für Ihr Unternehmen verfügbar. Die Anwendungen werden über das „Windows Dev Centre” eingespielt und können mit den bereits dargestellten Methoden verwaltet und eingesetzt werden.

Es gibt jedoch einige Anforderungen, bevor dies beginnen kann. Die Anforderungen lauten wie folgt:

  • Ihre Organisation muss beim Windows Store für Unternehmen registriert sein
  • Line of Business benötigen ein aktives Entwicklerkonto
  • Line of Business müssen über eine Anwendung verfügen, die bereits im Store vorhanden oder zur Veröffentlichung bereit ist.

Schlussfolgerung

Der Windows Store für Unternehmen bietet mittleren und großen Organisationen die Vorteile eines voll individualisierbaren und flexiblen Anwendungsverteilungsportals. Ein weiterer Vorteil ist die Fähigkeit, ihre eigene maßgeschneiderte Software zu veröffentlichen. Es hat lange Zeit gedauert, dass ein Cloud-basiertes Store-Portal einen Mehrwert für Geschäftskunden darstellt, der die Verwaltungskosten des Einkaufs und der Lizenzverwaltung verringert.

Der Großeinkauf und die Neuzuweisung von Lizenzen ermöglichen insoweit Kosteneinsparungen, als das die Organisation im Gegensatz zu früher, nun Eigentümer der Software bleibt. Die On-Premise-Nutzung bleibt ebenfalls eine Möglichkeit für die oben genannten Szenarien, falls eine dritte Verteilungslösung genutzt wird. Microsoft wird auf jeden Fall die Funktionen des Stores und das Angebot seiner Anwendungen immer weiter verbessern.

Bleiben Sie dran!

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Artikel vom:
24.03.2016

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Software

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