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Es geht nicht ohne: Neue Technologien für den digitalen Wandel – DevOps, Container & Co.

Es geht nicht ohne: Neue Technologien für den digitalen Wandel – DevOps, Container & Co.

Inflationär genutzte Begriffe kristallisieren sich oft sehr schnell als reine Hype-Themen heraus. Anders gelagert ist es bei der digitalen Transformation: Ohne sie werden viele Unternehmen den Anschluss an den Wettbewerb verlieren. Die Umsetzung wird neue IT-Modelle, Prozesse und Plattformen erfordern – von DevOps über die bimodale IT bis hin zu Container-Technologien.

Ein Blogbeitrag von Lars Herrmann* – General Manager Integrated Solutions und Container Strategy bei Red Hat

Die IT-Prioritäten haben sich in vielen Unternehmen verschoben. Früher standen Themen wie Stabilität, Konsolidierung, Standardisierung und Kostenreduzierung im Vordergrund. Heute finden sich Aspekte wie Agilität, Flexibilität und Geschwindigkeit an der Spitze der Prioritätenliste. IT-Verantwortliche weltweit erkennen dies und sehen sich gezwungen, schnell zu handeln, wobei oft hinsichtlich der konkreten Vorgehensweise Unsicherheit herrscht.

Der Grund ist klar: Da immer mehr Produkte und Services in der digitalen Welt kreiert, bereitgestellt und genutzt werden, ändert sich auch die Rolle der IT: Das Business nur als Service Provider zu unterstützen, ist nicht mehr ausreichend. Die IT muss zur Kernkompetenz und zum Wertschöpfungstreiber für das Business in der digitalen Welt werden. Das bedeutet auch, dass sie sich von der reinen Kostenstelle zum Profitcenter und zum Innovationstreiber hin entwickelt. Es ist oft zu hören, dass jedes Unternehmen ein Software-Unternehmen werden muss, um zu überleben. Hier kommt die digitale Transformation ins Spiel. Die Basisdefinition der digitalen Transformation ist der Wechsel zu digitalen Geschäftsmodellen, Produkten, Services und Geschäftsprozessen.

Ein neuer IT-Ansatz ist dabei notwendig: Die schnelle Bereitstellung von Innovationen und Verbesserungen bei der Customer Experience erfordern die Fähigkeit, Release-Änderungen viel häufiger durchzuführen. Und die Performance- und Skalierbarkeits-Anforderungen bei digitalen Services machen ein höheres Maß an Flexibilität und Automatisierung nötig. Dabei bleiben natürlich auch die zentralen IT-Anforderungen wie Sicherheit, Verfügbarkeit und Effizienz zentrale Erfolgsfaktoren.

Red Hat bietet eine Reihe von Möglichkeiten, um die Einführung von Applikations-Containern im Unternehmen zu vereinfachen. (Quelle: Red Hat)

Abb. 1: Red Hat bietet eine Reihe von Möglichkeiten, um die Einführung von Applikations-Containern im Unternehmen zu vereinfachen. (Quelle: Red Hat)

Digitalisierung braucht Kulturwandel

Die meisten IT-Organisationen sind heute optimiert für inkrementelle Innovationen, die von Technologie-Anbietern und Communities bezogen und in interne Lösungen integriert werden, um alle Business-Anforderungen zuverlässig zu unterstützen. In diesem Modell werden technische Risiken beseitigt, indem Veränderungen überwacht und Standardisierungen vorgenommen werden – und zwar bei so vielen Plattformen, Komponenten und Services wie möglich. Die Kostenkontrolle erfolgt über Sourcing-Strategien, welche die interne Expertise mit Marktangeboten in Einklang bringen, sowie durch die Automatisierung vieler IT-Prozesse.

Die unflexiblen Prozesse und das Silodenken aufgrund von fragmentierten IT-Landschaften stehen der Agilität und schnellen Bereitstellung von Business-Innovationen im Weg. Viele Unternehmen brechen bereits die starren Strukturen auf. Exemplarisch zeigt sich dieser Wandel am DevOps-Modell, das zunehmend Verbreitung findet.

Der Begriff DevOps setzt sich zusammen aus „Dev“ für die Software-Entwicklung (Development) und „Ops“ für den IT-Betrieb (Operations). Ziel von DevOps ist eine enge Kooperation von Entwicklung und Betrieb durch den Aufbau von interdisziplinären Teams. Die strikte Trennung der beiden Bereiche wird dabei aufgehoben. Die organisatorischen Veränderungen im Zuge des Einsatzes interdisziplinärer Teams sind in der Regel auch mit einem kulturellen Wandel innerhalb des Unternehmens verbunden. Die Mitglieder aus beiden Abteilungen treffen sich regelmäßig, teilen ihr Wissen und pflegen eine offene Feedback-Kultur, vor allem aber arbeiten sie tatsächlich gemeinsam an einem bestimmten Thema.

Container lassen sich ohne Anpassung und Installation auf Entwicklungs-, Produktions- und Cloud-Umgebungen übertragen. (Quelle: Red Hat)

Abb. 2: Container lassen sich ohne Anpassung und Installation auf Entwicklungs-, Produktions- und Cloud-Umgebungen übertragen. (Quelle: Red Hat)

Die enge Verzahnung von Geschäftszweigen wie IT-Entwicklung und Betrieb ermöglicht eine beschleunigte Applikationsbereitstellung. Damit werden zentrale Ziele der digitalen Transformation erreicht: die schnelle Entwicklung von Anwendungen in hoher Qualität und die zügige Bereitstellung von neuen Funktionen oder Updates.

Die IT wird bimodal

Abgesehen von dem erforderlichen Kulturwandel und den damit verbundenen organisatorischen Veränderungen sind bei der Umsetzung der digitalen Transformation aber natürlich auch neue IT-Modelle, Technologien und Lösungen zu berücksichtigen.

Der Marktforscher Gartner etwa prognostiziert, dass die meisten Unternehmen bald eine IT-Architektur nutzen, die auf einer Verknüpfung traditioneller und agiler Vorgehensmodelle basiert; Gartner spricht hier von der „bimodalen IT“ (1). Dabei geht es um zwei unterschiedliche Methoden beziehungsweise eine „IT der zwei Geschwindigkeiten“. Sie umfasst die herkömmliche und sichere operative IT-Basis sowie die nichtlineare und agile IT. In der operativen IT-Basis werden traditionelle Applikationen mit strategisch wichtigen Daten betrieben. Agile IT hingegen nutzt Applikationsmodelle, mit denen auf neue Geschäftsanforderungen oder Rahmenbedingungen schnell reagiert werden kann. Ein solches IT-Modell ermöglicht es, für unterschiedliche Workloads und betriebliche Anforderungen die jeweils am besten geeignete IT-Umgebung und Plattform zu nutzen.

Container unterstützen digitale Transformation perfekt

Eine zentrale Entscheidung für die erfolgreiche digitale Transformation betrifft die Wahl der Plattform, auf der Applikationen entwickelt, integriert, bereitgestellt und verwaltet werden. Vor allem die Container-Technologie gewinnt hier deutlich an Bedeutung, da sie eine komfortable und effiziente Möglichkeit bietet, um neue Applikationen zu entwickeln und bereitzustellen. Im Prinzip geht es bei Containern um die Kapselung und Isolierung von Anwendungen mit allen benötigten Komponenten und Konfigurationsangaben in einem oder mehreren Paketen. Daher lassen sich Anwendungen schnell, einfach und vollständig konfiguriert bereitstellen. IT-Prozesse werden damit erheblich beschleunigt. Deshalb haben sich Container auch in kurzer Zeit in der Linux-Welt zu einer zentralen Application-Packaging- und Delivering-Methode herausgebildet.

Container bieten viele Vorteile für Cloud-native und herkömmliche Applikationen: Effizienz und Geschwindigkeit durch Standardisierung und Automatisierung, Agilität durch Autonomie und Continuous-Delivery-Workflows und Flexibilität durch Portabilität. Eine umfassende Container-Plattform definiert moderne IT-Prozesse und kann sowohl das operative Modell als auch organisatorische Veränderungen und den Kulturwandel gestalten. Im Unterschied zu klassischen Virtualisierungslösungen, in denen Änderungen inkrementell in längeren Zyklen von mehreren Monaten erfolgen und bei denen es vor allem auf Sicherheit und Stabilität ankommt, sind Container-Prozesse applikationszentriert und entwicklerfreundlich. Container und Virtualisierung ergänzen sich damit ideal und bilden auch eine wichtige technische Basis für Gartners IT der zwei Geschwindigkeiten.

Und an einem solchen bimodalen Vorgehensmodell wird zumindest kurzfristig kaum ein Unternehmen vorbeikommen. Nur wenn es schnell, flexibel und zuverlässig innovative Produkte und Services auf den Markt bringt, wird es seine Wettbewerbsfähigkeit behalten. Eine Anpassung und Erweiterung der IT-Strategie und -Infrastruktur im Rahmen der digitalen Transformation ist dafür eine Grundvoraussetzung. Nur damit kann der veränderten, nun wertschöpfenden Rolle der IT wirklich Rechnung getragen werden.

 (1) vgl.: http://www.gartner.com/newsroom/id/3273817: „We anticipate that three out of four organizations will be at some level of bimodal maturity by 2017.“ (Claudio da Rold, VP Gartner)

Lars Herrmann ist General Manager Integrated Solutions und Container Strategy bei Red Hat

Abb. 3: *Lars Herrmann, General Manager Integrated Solutions und Container Strategy bei Red Hat. (Quelle: Red Hat)

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Artikel vom:
26.10.2017

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TAGS:
Container-Technologie, DevOps, Digitale Transformation, Digitaler Wandel, Software

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