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VMware vSphere 6

VMware vSphere 6.0, wirklich das „Best Release Ever“?

VMware behauptet, sein neuestes Major Release vSphere 6.0, sei das „BEST RELEASE EVER“. Kann ja jeder behaupten. Ob das so stimmt? COMPAREX Cloud-Insider Marco Vogel nimmt die Virtualisierungsplattform kritisch unter die Lupe und verrät Ihnen, ob sich der Einsatz von vSphere weiterhin für Sie lohnt.

Ein Beitrag von Marco Vogel, Senior Manager Global Alliances für VMware.

Inhaltsübersicht

  1. Was verspricht vSphere 6.0?
  2. Hop oder Top?
  3. Meine Meinung
  4. Fazit
  5. Webinar-Aufzeichnung

VMware vSphere 6 BoxshotvSphere ist in der Version 6.0 angekommen, OK. Noch vor 2 bis 3 Jahren war vSphere DAS Flaggschiff von VMware. Mittlerweile haben die diversen VMware Management Suiten, Cloud aber auch End-User-Computing-Produkte den einstigen Platzhirsch längst überflügelt. Die Musik spielt längst beim Management oder der Cloud. Dachte auch ich bis vor kurzem.

Na gut. vSphere 6.0 ist besser geworden als seine Vorgänger. VMware ist kein Billighersteller und muss seinen Kunden im Rahmen der Supportverträge auch etwas bieten. Nur wer diese Verträge noch aktiv hat, kann ohne Umschweife auf die neueste Version wechseln. VMware selbst sagt „best release ever“. Aber ist vSphere 6 die Revolution? Eher wohl Evolution, also wirklich alles etwas besser nach dem Motto „schöner, schneller, besser, kann auch bügeln….“ Schauen wir mal näher drauf.

Was verspricht vSphere 6.0?

Fault Tolerance für mehr als eine virtuelle vCPU hat VMware endlich in den Griff bekommen. Das war wirklich überfällig und über Jahre hinweg angekündigt. Long Distance vMotion gibt’s auch. Also, Kampf den Latenzzeiten zum nächsten Rechenzentrum. Das ist besonders für Kunden mit mehreren Rechenzentren interessant, aber auch für Kunden, die mit dem Thema Cloud liebäugeln. Auch vMotion über virtuelle Switche und verschiedene vCenter hinweg wird unterstützt.

Virtual Volumes sind natürlich eine spannende Angelegenheit, nachdem sich die Storage-Verwaltung in den letzten Jahren als deutlich komplizierter als die Server-Virtualisierungs-Verwaltung herausgestellt hat. Jetzt heißt es weniger LUN-Verwaltung (Logical Unit Number) und mehr Storage Policies. Zusätzlich unterstützen zahlreiche Storage-Hersteller auch die neuen Schnittstellen. So lassen sich Ihre Storage Arrays noch besser integrieren.

Neuerungen in vSphere 6.0 (Video in englischer Sprache)

Mehr Infos zu vSphere 6.0

Hop oder Top?

VMware vSphere 6 FlagschiffAlles in allem wirklich alles gut, besser, Luft nach oben ist natürlich immer. Aber lockt das noch jemanden hinter dem Ofen vor? Ich dachte NEIN. Um unserer Informationspflicht für unsere zahlreichen VMware Kunden nachzukommen, haben wir bei COMPAREX ein Mailing erstellt und neben der Fakten-Übersicht auch auf ein Webinar eingeladen – zu vSphere 6.0.

Das Ergebnis: 90 Minuten nach dem Versand der Mail hatten wir 70 Anmeldungen. Ich wiederhole, 70! Dazu muss man wissen, dass in der Branche die Anmeldezahlen für Webinare generell rückläufig sind. Nach diversen Erinnerungsmails und persönlichen Einladungen unserer Vertriebsmannschaft sind 30 Leute recht gut für Durchschnittsthemen. Und hier: 70!

Zeigt also: Das Interesse ist da. Warum? Ich kann nur mutmaßen. Nachfolgend also meine ganz persönliche Marco-Vogel-Meine-Sonne-kreist-um-meinen-Planeten-Meinung zu dem Thema.

Die Meine-Sonne-kreist-um-meinen-Planeten-Meinung von Marco Vogel zu vSphere 6.0

vSphere ist immer noch das Non-Plus-Ultra in Sachen Server-Virtualisierung. VMware Kunden nutzen es, verlassen sich drauf und freuen sich auf die neueste Version. Großes Plus von VMware: vSphere ist nun mal der Inbegriff für Verlässlichkeit, Belastbarkeit, Skalierbarkeit etc. Ein Upgrade auf vSphere 6.0 ist kein Risiko, sondern man bekommt aus Sicht der IT-Abteilungen neue Gimmicks hinzu, ohne bewährtes aufgeben zu müssen.

VMware vSphere 6 FlotteDer Cloud-Wegbereiter: Man denkt ja gern strategisch und macht sich Gedanken, wie es weitergeht. Erfahrungsgemäß ist der EMEA-Markt ca. 18 bis 24 Monate hinter dem US-Markt, was neue IT-Themen angeht – Software Asset Management und Compliance-Themen mal außen vorgelassen. Cloud war in Deutschland bisher eher ein Unwort, in den Staaten aber hat jeder Mittelständler mindestens ein oder zwei Verträge mit externen Datenzentren, entweder von Herstellern oder lokalen Hostern. Diese Welle kommt zu uns nach Deutschland – unaufhaltsam. Microsoft Azure ist nach allen Regeln durchzertifiziert. IBM, Amazon und VMware haben oder werden in Deutschland Rechenzentren eröffnen und der Konkurrenz in Sachen Zertifizierung in nichts nachstehen und auch Lärm im Markt für ihre Lösungen machen.

Aber wann macht Cloud Sinn?

Nur, wenn man die Herausforderungen dafür erfüllt, also Cloud-ready ist. Da scheiden sich die Geister bzw. die Kundenumgebungen. Seine heterogene IT-Infrastruktur, die (Achtung ultimative IT-Ausrede) „historisch so gewachsen“ ist, einfach in die Cloud werfen – das funktioniert nicht so ganz.

Zuallererst muss man seine Umgebung standardisieren. vSphere 6.0 kann das auf einem hohen Level. Danach geht’s an das Management der Workloads.

Ganz egal wo sie gerade ihren Dienst verrichten, ob im heimischen Rechenzentrum, bei VMware in der Cloud oder bei einem der kleinen oder großen lokalen Hoster mit ihren Spezialangeboten. Als Kunde will man nicht in 10 Dashboards und 4 Management-Tools schauen, um einen Überblick zu haben. Vom aktiven Eingreifen reden wir noch gar nicht. Nein, man will auf einen Blick wissen, wo das Ding läuft, ob es performant läuft, was es kostet und ob man da in der nächsten Zeit was ändern soll. Wenn man mich fragt, kriegsentscheidend – sonst verliert man als Kunde die Kontrolle und ist den Hostern ausgeliefert. Wer sich als VMware Kunde mit vRealize beschäftigt hat, dass sich nahtlos in vCenter einfügt, weiß, dass das Tool das leisten kann.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Anbindung. Standorte in Deutschland bringen schon Vorteile, alleine was Latenzzeiten angeht. Aber der Technologiestandort Deutschland hat auch noch seine Anbindungslücken. Wo es geht, machen die neuen Features von vSphere 6.0 in Sachen vMotion vermehrt Sinn. Hier kann ich also meinen Exchange-Server Montag live in die Cloud schieben und Mittwoch zurückholen, ohne dass meine User dies merken. Nur so kann eine Hybrid Cloud funktionieren, die nach meinem Ermessen in Deutschland die einzig wahre Cloud sein wird.

Der Kunde hat hier im optimalen Falle ein eigenes auf VMware-Technologie basierendes Rechenzentrum mit Überlauf- bzw. Ausgleichs-Funktion auf externe Rechenzentren. Das funktioniert dann am besten, wenn auch die Angebote des Hosters auf VMware-Technologie fundieren. Ein initiales Anwendungsbeispiel für die Anbindung von externen Rechenzentren wäre vielleicht, unkritische Workloads in der Cloud zu betreiben, dazu Lastspitzen z. B. am Monats- oder Jahresende mit on-demand Ressourcen oder auch als Überbrückung, wenn der lokale Hardware-Lieferant mal wieder das Lieferdatum für das neue Storage-Array und die Server verschiebt.

Ich will ja auch mal was Neues und entscheide mich für die Cloud-Wegbereiter-Variante. Hardware-zentriert war gestern, denn heute ist Virtualisierung Standard und die wiederum der Wegbereiter für die Cloud von morgen. Übrigens ist diese gerade mal 18 Monate entfernt, wenn man der Idee von dem amerikanischen Vorsprung glauben will. Ich nehme mir schon mal vor, in 18 Monaten ein Status-Check zu machen.

Für die Nicht-Prosa-Liebhaber hier die nackten Fakten zu vSphere 6.0

Wenn es um Virtualisierung geht, kommt man um Schlagwörter wie Zuverlässigkeit, Hochverfügbarkeit, Sicherheit und Leistungsstärke nicht drum rum. Aber vielmehr stellt sich dann noch die Frage, welche der vielen Lösungen bringt diese Attribute mit und kann darüber hinaus das virtuelle Rechenzentrum optimieren?

vSphere ermöglicht den Aufbau einer hochverfügbarer, stabilen und bedarfsorientierten virtuellen Infrastruktur und war schon immer der zuverlässigste Begleiter, um geschäftskritische Anwendungen auszuführen, anspruchsvolle SLAs zu erfüllen und dabei trotzdem die Gesamtbetriebskosten gering zu halten. Wer hätte gedacht, dass die vSphere-Leistungsattribute noch gesteigert werden können und vSphere erneut im komplett neuen Glanz erstrahlt.

Mit dem Major Release vSphere 6.0 revolutioniert VMware die Virtualisierungs-Software abermals. vSphere 6.0 ist die Plattform, die Ihnen den Einstieg in das Software-defined Datacenter liefert. Die zahlreichen neuen Funktionen, die sich von Big Data Handling bis hin zum Migrieren von Live-Workloads beziehen, teilen sich im Großen auf die folgenden 4 Überbegriffe auf:

  • Virtualisieren von jeglichen Applikationen
  • Verbesserte und neudefinierte Hochverfügbarkeit der Datenzentren
  • Vereinfachtes Management
  • Revolutionieren der Storage-Funktionen für virtuelle Maschine
Computing:
  • Höhere Skalierbarkeit
  • Erweiterte Unterstützung für die neuesten x86-Chipsätze, -Geräte, -Treiber und -Gastbetriebssysteme
  • Herausragende Grafik durch NVIDIA GRID vGPU
Storage:
  • Transformation für virtuelle Maschinen
  • Storage Policy-Based Management (SPBM)
  • effiziente Instanziierung genauer Kombinatio-nen aus Datenservices für einzelne VMs
  • Instant Clone
Verfügbarkeit:
  • höhere vMotion-Effizienz, die sich in einer erheblichen Zeit- und Ressourcenersparnis von bis zu 95 Prozent äußert.
  • Erweiterte Unterstützung der softwarebasierten Fehlertoleranz für Workloads mit bis zu 4 virtuellen CPUs.
Management:
  • Content Library ermöglicht das einfache und effektive Management von Content, wie Vorlagen für virtuelle Maschinen, ISO-Images und Skripts
  • vCenter-übergreifendes Klonen und Migrieren
  • Verbesserte Benutzeroberfläche: Noch nie war der Web-Client so schnell, intuitiv und anwenderfreundlich.

VMware vSphere 6
VMware vSphere 6.0 Lizenzierung

Fazit

VMware glänzt nach wie vor mit seinem Flaggschiff vSphere und stellt immer wieder klar, dass es hier um mehr als nur Server-Virtualisierung geht. vSphere 6.0 bietet die Grundlage, um in das neue Zeitalter der Virtualisierung zu gehen – basierend auf einer stabilen, leistungsfähigen und verlässlichen Platt-form, die ihresgleichen sucht.

Sie wollen mehr über vSphere 6.0 erfahren?

Unsere Experten Raiko Mesterheide (Systems Engineer, VMware) und Björn Klein (Principal Consultant, COMPAREX AG) führen Sie durch das Webinar und erklären Ihnen, wie Sie von den neuen und branchenweit einmaligen Funktionen und Verbesserungen von VMware vSphere 6 profitieren können.

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Artikel vom:
11.03.2015

geschrieben von:

TAGS:
Cloud Computing, Virtualisierung, VMware

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Kommentare

  • Mike Schubert kommentierte vor 1 Jahr
    Hallo Marco, Sehr guter Blogartikel. Kann mich deiner Meinung nur voll und ganz anschließen :-) Herzliche Grüße, Mike

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