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AWS re:Invent 2018: Antworten auf die IT-Fragen von morgen

Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit zwischen AWS und VMware? Welche Möglichkeiten bietet AWS für Kunden und Workloads von Microsoft? Diesen Schwerpunkten widmete sich unser Experte Marco Vogel auf der AWS re:Invent Ende November 2018 in Las Vegas. In diesem Beitrag berichtet er über das Event, Eindrücke und aktuelle Entwicklungen.

Ein Blogbeitrag von Marco Vogel, Global Director, Strategic Alliances

Events in Las Vegas folgen immer dem gleichen Muster: Sie finden in einem der Mega-Hotels (das „Venetian“ Hotel hat z. B. 7.100 Zimmer) statt und irgendwo hinten dran am Hotel ist das Convention Center. Am Ende des Tages habe ich mehr als 12km auf der Health-App meines iPhones, ohne dass ich das Hotel überhaupt verlassen habe.

Dieses Bild bitte kurz als Ballon im Kopf behalten und auf AWS re:Invent hochskalieren – heißt jetzt großer Heißluftballon: Wir reden über 50.000 zahlende Besucher in sage und schreibe sieben Veranstaltungshotels! Wenn ich Worte für die Veranstaltung finden müsste, würden wohl „monströs“, „überwältigend“ und (durchaus positiv gemeint) „nerdig“ ganz vorn landen. Der Nachteil ist, dass man u.U. die Hälfte der Zeit unterwegs zur nächsten Lokation ist – so sieht der AWS Schedule Planner auch teilweise 30 Minuten zwischen zwei Sessions in zwei verschiedenen Hotels als zu wenig an. Grund dafür und gleichzeitig Vorteil: Hier sind einfach mal alle!

Letztes Jahr habe ich mal irgendwo gelesen, dass man auf VMwares VMworld geht, um Antworten auf die täglichen IT-Herausforderungen zu bekommen, aber die re:Invent Antworten auf die Anforderungen von morgen gibt. Und es scheint so, dass Ende November schon „morgen“ war – hat bestimmt mit der Zeitverschiebung zu Deutschland zu tun.

Die Neuankündigungen kamen quasi im Minutentakt. Ich glaube, es gibt bereits extrem viele gute Zusammenfassungen von der re:Invent, von daher spare ich mir die große Runde – außerdem bin ich nicht der Techniker – und davon waren glaube ich reichlich da. Neben den großen Ankündigungen aus den Keynotes und ein paar Sessions zu den Themen Machine Learning und AI, aber auch zur fortschreitenden Nutzung von Cloud-Diensten im Öffentlichen Dienst, die ich mir aus persönlichem Interesse gegönnt habe, hatte ich mir zwei Themenbereiche vorgenommen:

  1. Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit zwischen AWS und VMware?
  2. Welche Möglichkeiten bietet AWS für Microsoft Kunden und Workloads?

PS: Am alljährlichen Chicken-Wings-Wettessen und Tischtennis-Turnier habe ich nicht teilgenommen. Auch den Rekord von 34 verschiedenen Socken – der „Swag“ der Vorjahres-re:Invent – aus dem Kontingent der verschiedensten Partner aus der Solution Expo konnte ich nicht einmal ansatzweise erreichen. Na gut, man braucht auch Ziele fürs nächste Jahr – meine Vorhand-Topspin war jahrelang in den Niederungen der Bezirksliga in und um Leipzig gefürchtet.

Akt 1: VMware und AWS

Zu VMware Cloud on AWS habe ich schon für den Rückblick zur VMworld viel geschrieben. Finde ich spannend, für VMware öffnet sich die bunte Public-Cloud-Welt, VMware Kunden wollen es, die Cloud-Migrationszeiten mittels HCX sind ungeschlagen – definitiv der einfachste Weg in die Cloud. Aber als Nicht-Techniker habe ich noch nicht das Ausmaß der Zusammenarbeit begriffen. Für mich war das zu 90% eine VMware Entwicklung. AWS stellt den Raum und die generische Hardware in ihren Rechenzentren bereit, VMware installiert und betreibt dort seinen Solution Stack und stellt als Gegenleistung eine extrem gut ausgeleuchtete Hintertür bereit, auf der ganz groß „AWS NATIVE SERVICES“ steht. Wenn man Daten noch schneller ins AWS Rechenzentrum schieben will, nutzt man eben noch AWS Direct Connect oder das berühmte Snow Mobile.

Nach vielen Sessions und einigen Meetings zum Thema kann ich die Gewichtung gedanklich verschieben, sagen wir mal auf 60% VMware und 40% AWS. Aber die Verzahnung und Integration von VMware Cloud Foundation bzw. VMC in native AWS Services ist viel weiter fortgeschritten als bisher in meinem bescheidenen Wahrnehmungshorizont angekommen. Ein Beispiel ist z. B. das „Elastic vSAN“ durch die Integration in AWS‘ EBS oder die Encryption Services. Dazu natürlich herausragende Verfügbarkeiten durch automatisches Host Remediation (automatischer proaktiver Hostwechsel z.B. bei sich anbahnenden Problemen, natürlich live mit Elastic DRS) und Stretched Cluster Funktion über die Rechenzentren einer AWS Region hinweg.

Dazu war VMware mit vier Ständen auf der re:Invent und – eines meiner  Highlights – mit seinem CEO Pat Gelsinger (vom dem ich ein großer Fan bin) auf der Keynote vertreten – die Zusammenarbeit wird also mehr als gelebt und erweitert, zum Wohle der Kunden. Der Showdown war schließlich die Ankündigung zu AWS Outposts. Das klingt jetzt eher nach einsamen Wächtern im Winterwald á la Game of Thrones – bei der Namensgebung kann sich AWS noch was von IKEA abschauen (hab ich erwähnt, dass bei mir zu Hause einige Glühbirnen names „TRADFRY“ laufen) – ist aber nicht mehr und nicht weniger als die Aussage, dass AWS ins Rechenzentrum kommt. Nochmal einen Schritt zurück: AWS erkennt die Existenz und Sinnhaftigkeit von eigenen Rechenzentren an. Entwarnung also für viele Kunden: Man muss nicht unbedingt all-in die Cloud, die mittelfristige Zukunft ist hybrid. Die Outposts sind AWS „Mini-Rechenzentren“, sodass der Kunde native AWS Services bei sich im Rechenzentrum nutzen kann – mmmhh, da war doch auch mal was mit Azure On-Premises.

Zurück zu VMware/ AWS: Die Outposts gibt es auch in der Geschmacksrichtung AWS Cloud Foundation. Somit kann der Kunde VMC auch auf den Outposts von AWS nutzen – On-Premises. Da bin ich echt gespannt.

Akt 2: AWS und Microsoft Workloads

Windows Workloads auf AWS feiern 10-jähriges Jubiläum! Das ist doch mal was. Seit geraumer Zeit kann man beim Anlegen von EC Instanzen bei AWS das Kästchen mit Win Server oder sogar SQL ankreuzen, auch MS Lizenzen kann man unter Umständen aus seinem bestehenden MS Volumenvertrag mitbringen. Eigentlich müsste man denken, dass die MS Workloads auf AWS nur ein Schattendasein fristen. Aber weit gefehlt: Eine auf der re:Invent vielzitierte IDC Studie zeigt, dass 58% aller weltweiten cloud-basierten Win-Workloads bei einem Hyperscaler laufen: AWS. Insofern bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Azure als Heimathafen für Win-Workloads einen hervorragenden zweiten Platz belegt – mit knapp über 30%.

Heißt: AWS ist mit Abstand der größte MS SPLA Hoster und mit jedem Anstarten von MS Maschinen in AWS verdient Microsoft nicht schlecht mit – man müsste mal fragen, ob diese Zahlen auch in den Cloud-Umsatz von Microsoft zählen:-). Heißt aber auch, technologisch und kaufmännisch macht es Sinn, MS Workloads in der AWS Welt zu betreiben – schließlich machen die das länger als Microsoft selbst. Und man investiert seitens AWS: Die unvermeidlichen Tools, um Workloads einfach von Azure in AWS zu migrieren – na ja, das können andere in alle Richtungen und zurück. Der AWS License Manager ist da schon spannender, zumal der Microsoft Lizenzanteil an EC-Instanzen durchaus mal 90% des Gesamtpreises ausmacht. Aber Active Directory Cross VPC Support ist schon ein Statement, ebenso wie die Verbesserungen für die SQL Server Performance, ebenso das angekündigte Container Management für Windows oder aber auch die „Hibernate“ Funktion für Microsoft EC-Instanzen. Für die schnelle Migration von On-Premises Windows Maschinen in die AWS Welt sprach AWS übrigens auch eine Empfehlung aus: VMware Cloud on AWS und die Migration mittels Hybrid Cloud Extension – macht Sinn, wenn man bedenkt, dass die große Mehrheit aller mit VMware virtualisierten Server …Windows-Server sind! Spannende IT-Welt!

AWS re:Invent? Man muss eigentlich dabei sein! Schließlich gibt es ja auch die IT-Probleme von morgen zu lösen!

Jetzt sagt mir meine COMPAREX Redaktion, am Schluss muss ganz neudenglisch ein Call to Action stehen. Gar nicht ganz so einfach, wenn man Lesern was zu AWS raten möchte. Mit ziemlicher Sicherheit haben Sie – oder Ihre Kollegen – schon AWS im Einsatz. Wenn nicht offiziell, dann eventuell als berühmte Schatten-IT, weil man mal schnell IT-Maschinen brauchte oder aber als Grundlage für irgendeine SaaS-Lösung, die Sie vielleicht für Ihre Reisekostenabrechnung nutzen. Wo steht man in nicht allzu ferner Zukunft bei der Cloud-Nutzung? Ganz platt, wenn man den Analysten oder auch der COMPAREX Kundenumfrage trauen kann: Das Durchschnittsunternehmen hat immer noch ein oder mehrere eigene Rechenzentren – wahrscheinlich virtualisiert und automatisiert auf Basis von VMware Technologie, dazu nutzt man mindestens zwei Public Cloud Provider. Nun ist AWS nun mal der derzeit größte Provider, von daher sollte man sich AWS und seine Offerings noch einmal genauer anschauen und prüfen, inwiefern die Nutzung dieser sich für Sie positiv auswirkt: hinsichtlich Kosten und Administrationsaufwand, aber vor allem in der Frage, wie die IT dabei helfen kann, das eigentlich Kerngeschäft besser zu unterstützen.

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Artikel vom:
18.12.2018

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TAGS:
AWS, Trends, VMware

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