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Der COMPAREX Weihnachtsgeschenk-Buchtipp: Startup Abenteuer in aller Welt

Dass Microsoft in einer Garage gegründet wurde, ist ja hinlänglich bekannt. Wohl weniger, dass die Firma Siemens in einer Gefängniszelle ihren Ursprung  hatte. Der Firmengründer, Werner von Siemens, wurde heute vor 198 Jahren, am 16. Dezember 1816 geboren. Er hat seine Geschichte als Buch veröffentlicht. Es ist heute noch eine hochaktuelle Lektüre über Innovation, technische Phantasie und Visionen.

Ein Beitrag der COMPAREX Redaktion.

1842. Hinter Werner Siemens schließt sich die Zellentür. Er ist Offizier im preußischen Heer, kein Krimineller. Aber er hatte bei einem Duell sekundiert. Das steht unter Strafe, Urteil: Fünf Jahre Festungshaft in Magdeburg. „Festung“ gab es für Vergehen, denen keine niederen Motive unterstellt wurden. Die so genannten „Gefangenen“ hatten diverse Freiheiten.

So richtet sich der naturwissenschaftlich interessierte Siemens in seiner Zelle umgehend ein Chemielabor ein und – hat Erfolg: „Ich glaube, es war eine der größten Freuden meines Lebens, als ein neusilberner Teelöffel sich schon in wenigen Minuten in einen goldenen Löffel von schönsten, reinsten Goldglanze verwandelte.“ So schreibt er in seinen Erinnerungen.

Was war das? Hat Siemens ein Rezept zum Goldmachen erfunden? Nein, aber ein  Verfahren zur elektrischen Galvanisierung, insbesondere für Versilberung und Vergoldung. Das Recht an der Entdeckung  verkauft Siemens einem Juwelier für vierzig Louisdor. Sein erster Deal!

Begnadigung?

Kommt ein Geschäft in Schwung, findet sich sicherlich eine Behörde, die es stört. So auch hier. Nach nur einem Monat Haft unterbricht der Staat Siemens Forschungen, die dieser - von keinen dienstlichen Pflichten gestört, in seiner mietfreien, mit Steuergeldern beleuchteten und beheizten Unternehmenszentrale durchführt: Die königliche Order der Begnadigung wird ihm überreicht. Auch das, was nun folgt, ist durchaus aktuell: Fruchtloser Papierkrieg. Der königlich preußische Leutnant Siemens stellt einen Antrag auf Verlängerung seiner Haft. 

Unerhört! Das Ansinnen wird von der zuständigen Behörde nicht nur empört zurückgewiesen. Die „Begnadigung“ wird im Gegenteil so exakt wie möglich vollzogen. Am festgelegten Datum wird Siemens Punkt Mitternacht mitsamt seinen Laborutensilien vor die Festungstür gesetzt.

Gründung des eigenen Unternehmens

Siemens quittiert schließlich nach 15 Jahren den Militärdienst. An einer ihm angebotenen Stelle in der zivilen Verwaltung hat er wenig Interesse: Dort ist ihm alles zu statisch und rückständig. So begibt er sich in die „freie Wirtschaft“ und wird selbstständiger Unternehmer.

„Zuschüsse für Unternehmensgründer“ und „Risikokapital“ sind Begriffe von heute; damals vertraut ein Vetter von Siemens den Fähigkeiten des „Start-up“ Unternehmers und seines Kompagnons, Johann Georg Halske. Gegen sechs Jahre Gewinnbeteiligung investiert der Vetter 1847 6.000 Taler zur Einrichtung einer Werkstatt in einem Berliner Hinterhaus. Damit beginnt der Aufstieg von Siemens und Halske zum Weltkonzern mit heute rund 370.000 Mitarbeitern in über 190 Ländern und einem Geschäftsvolumen von etwa 80 Milliarden Euro im Jahr.

Einsatz neuer Technologien

Verblüffende Wendungen bestimmen das Leben des 1888 geadelten Werner von Siemens. Gerne beschreibt der Wissenschaftler in seinen Memoiren mit Floskeln wie „Darauf entwickelte ich...“ oder „es glückte mir, durch erfolgreiche Experimente...“, die Entstehung seiner Erfindungen, wie dem Zeigertelegraf, des Doppel-T-Ankers oder des dynamoelektrischen Prinzips.

Innovationsschübe stellen sich Siemens nicht in den Weg. Sie sind die Welle, auf der er zum Erfolg reitet. So sehen die 1850er Jahre einen Quantensprung in der Kommunikationstechnologie. Der Telegraph verläuft nicht mehr nur über Land: Riesige neue Dampfschiffe verlegten tausende Kabelkilometer nun auch auf dem Meeresgrund. Kontinente werden verbunden. Bevor Staatsoberhäupter wie Queen Victoria und Präsident Grant jedoch die ersten transkontinentalen Kabelgrüße austauschen können, müssen unzählige Probleme überwunden werden.

Brüchige Kabel, mangelhafte Isolierung und nicht zuletzt die gewaltige See selbst sind die technischen Herausforderungen der Zeit. Und stets ganz vorne bei ihrer Bewältigung: Siemens. Die erste Verkabelung der Welt verlangt vom Anbieter der neuen Technologie auch die Anwesenheit vor Ort.

Ein Leben wie eine Filmdrehbuch

Siemens Erinnerungen spielen daher nicht in einem Labor oder hinter einem Schreibtisch. Vielmehr beschreibt er über weite Strecken sein globales Wanderleben mit den dabei erlebten, zum Teil haarsträubenden Begebenheiten.  

Über seinen Schiffbruch im roten Meer und das robinsonartige Dasein der Überlebenden auf einem Stück Felsen hätte er auch ein eigenes Werk verfassen können. Ein Beduinenüberfall auf der Spitze der Cheops-Pyramide und die Abwehr der Räuber mittels eines, aus der statischen Aufladung der Atmosphäre gewonnenen Stromstoßes, ist sicherlich ein weiterer Höhepunkt der filmdrehbuch-tauglichen „Lebenserinnerungen“, die erstmals 1892 erschienen und immer noch erhältlich sind.

Und damit sind wir beim COMPAREX Weihnachtsgeschenk-Buchtipp.

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Artikel vom:
16.12.2014

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Buch, Geschenktipp

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