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Infrastructure „in the Cloud“ – mehr als nur Virtualisierung?

Virtualisierung von Serversystemen ist in vielen Unternehmen kein Thema mehr. Die Flexibilität, Ressourcen effektiver im Rechenzentrum nutzen zu können und damit Geld zu sparen ist ein Schritt, welcher fast überall vollzogen wurde. Geht es jedoch um die nächste Evolutionsstufe, in der die virtuellen Maschinen in die Cloud ausgelagert werden, fällt es den Unternehmen sichtlich schwer, diesen Schritt zu gehen. Das hat nicht nur technische Gründe.

Ein Blogbeitrag von Peter Nowak, Cloud Specialist

Durch die notwendigen Sparmaßnahmen der Unternehmen war der Bereich Innovation, der sich nicht um die primäre Wertschöpfungskette dreht, quasi nicht existent. Wozu brauchte man diesen auch? Ein Server wurde dimensioniert, angeschafft, mehrere Jahre mit der notwendigen Software betrieben und dann durch einen neuen und leistungsfähigeren Server ersetzt. Dieses Mantra funktionierte über Jahrzehnte problemlos. Der Fortschritt zwingt jedoch nun zum Umdenken und lässt einige IT-Beschäftigte zittern.

Verlagerung in die Cloud verlangt neue Transparenz  

Die Virtualisierung der letzten Jahre schaffte es, vorhandene Ressourcen noch besser zu nutzen – im Prinzip hat sich aber an dem alten Vorgehensmodell nichts geändert. Meistens wurden nur die Anschaffungskosten für die Hardware betrachtet. Die Nebenkosten (Strom, Lizenzen, Support etc.) wurden selten auf die einzelnen Maschinen heruntergebrochen und häufig als „eh da“ abgetan.

Das Aufkommen der Cloud und der transparenten Kostenstruktur macht es aber notwendig, diese Transparenz im eigenen Unternehmen herstellen zu müssen. Ansonsten ist ein Preisvergleich mit dem Anbieter nicht möglich. Neben virtuellen Maschinen gibt es jedoch auch Dienste, wie beispielsweise Datenbanken, welche genutzt werden können. Vorteil dieser „Datenbanken as a Service“ ist, dass es kein darunterliegendes Betriebssystem mehr gibt. Die Wartung der Maschine und des genannten Betriebssystems entfällt somit.

Angst vor dem Unbekannten

Was in der IT folgt, ist häufig eine natürliche, emotionale Reaktion auf gravierende Veränderungen. Wenn die IT nicht mehr für den Basisbetrieb zuständig ist, müssen dann nicht Mitarbeiter freigesetzt werden? Ist die eigene Position im Unternehmen sogar gefährdet? Solche und andere Gedanken führen dann zu Abwehrreaktionen. Argumente, wie beispielsweise die Datenhaltung muss aus Sicherheitsgründen unbedingt inhouse erfolgen, verhindern im ersten Schritt, sich mit dem Problem auseinandersetzen zu müssen. Dabei vergessen viele Unternehmen einfach, dass die Frage gar nicht mehr lautet, ob diese in die Cloud gehen, sondern einfach nur wann.

Smarte Nutzung der Cloud und ihr deutlicher Vorteil

Kommt man im Transformationsprozess einen Schritt weiter und betrachtet die Kosten für den Betrieb eines Servers, kann es durchaus geschehen, dass bei sehr effizienten Rechenzentren der Stundenpreis zum Betrieb einer Instanz günstiger ist als bei einem Cloud-Anbieter. Das mag nicht unüblich sein. Allerdings wird hier ein Umstand nicht betrachtet, der gerade einen großen Vorteil der Cloud-Infrastruktur darstellt: Pay per use.

Man bezahlt nur das, was man wirklich nutzt. Wenn man natürlich als Berechnungsgrundlage 24/7 nimmt, dann geht häufig die Rechnung nicht auf. Wenn man aber die Ressourcen smart dann einsetzt, wenn sie auch von Nöten sind, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Zum Beispiel kann eine dynamische Benutzung bei Betriebszeiten, heißt zwischen 18:00 – 9:00 Uhr, in der Nebenzeit, eine deutliche Kostenersparnis bringen, da auf eine schwächere Instanz geschaltet werden kann.

Erst durch das Umsetzen solcher Szenarien sind Einsparungen möglich. Lokales „Blech“ hingegen bietet diese kostenoptimierte Flexibilität nicht oder nur bedingt.

Noch einen Schritt weitergehen

Doch mit „Infrastructure as a Service“ fängt die Reise erst an. Substituiert man das Betriebssystem hin zum „Platform as a Service“ und nutzt neue Konstrukte wie beispielsweise „Function as a Service“, wo letztlich ein geringer Beitrag beim Aufruf einer Funktion notwendig wird und darüber keine laufenden Kosten anfallen – dann hat man das Thema Cloud Computing wirklich verstanden.

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Artikel vom:
28.02.2019

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TAGS:
Cloud, Infrastruktur

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