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So funktioniert Zero Downtime Patching ab SharePoint 2016

Was ist eigentlich mit Zero Downtime Patching gemeint? Mit SharePoint 2016 hat Microsoft die Möglichkeit des sogenannten „Zero Downtime Patchings“ eingeführt. Das bedeutet, dass die SharePoint Farm während des kompletten Update-Vorgangs weiterhin für die Anwender zur Verfügung steht und somit keine Wartungsfenster mehr organisiert werden müssen. Aber wie genau funktioniert das Ganze eigentlich und welche Voraussetzungen müssen vorab geschaffen werden?

Ein Blogbeitrag von Sven Gutschmidt, SharePoint Consultant

Was lässt sich allgemein zum Zero Downtime Patching sagen?

  • Zero Downtime Patching hat Microsoft ursprünglich für SharePoint Online entwickelt.
  • Die SharePoint Umgebung bleibt die ganze Zeit für alle Nutzer verfügbar.
    • Es können Dokumente und Elemente gelesen und geschrieben werden.
    • Es können weiterhin Suchen durchgeführt werden.
  • Ziel ist es, eine durchgängige Verfügbarkeit der Umgebung zu gewährleisten, nicht den Aufwand für das Patchen zu verringern, denn etwas aufwändiger ist das Ganze im Vergleich zum bekannten Patch-Vorgang schon.
  • Es ist zu überlegen, ob man während des Upgrade-Prozesses Search Crawls und Profilimporte aussetzt, um den Patch-Vorgang soweit wie möglich zu beschleunigen. Es werden dann zwar während des Patchings keine neuen Objekte in den Index aufgenommen, aber irgendwas ist ja immer.

Die Voraussetzungen für ein funktionierendes Zero Downtime Patching

  • Hierzu wird eine SharePoint Farm mit hoher Verfügbarkeit benötigt. Absolutes Minimum sind zwei Web Frontend Server.
  • Vor Beginn ist natürlich sicherzustellen, dass alle Web Frontend (WFE) Server ordnungsgemäß funktionieren. Hier ist ein voriger Reboot der Server durchaus sinnvoll.
  • Für den Upgrade-Prozess sollte „side-by-side file copy“ aktiviert werden. Dies stellt sicher, dass alle WFE Server der Farm den gleichen statischen Inhalt aufweisen, selbst wenn Dateien auf einem bestimmten WFE aktualisiert oder ersetzt wurden. Hierzu folgenden PowerShell-Befehl ausführen:
    • $webapp = Get-SPWebApplication <webappURL>
    • $webapp.WebService.EnableSideBySide = $true
    • $webapp.WebService.update()

Abb. 1: SharePoint Environment, Quelle: Microsoft 
Abb. 1: SharePoint Environment, Quelle: Microsoft


Die vier Patching-Phasen

Phase 1

In Phase 1 werden zunächst die Binaries auf den Servern installiert:

1. Den ersten WFE updaten:

  • WFE aus dem Load-Balancer-Verbund nehmen
  • Binaries installieren
  • Server Reboot
  • Testen, ob der Server ordnungsgemäß funktioniert und wieder in den Load-Balancer-Verbund aufnehmen!

2. Den Vorgang für den zweiten WFE wiederholen, den Server aber nicht wieder in den Load-Balancer-Verbund aufnehmen!

3. Den Patch auf allen weiteren Servern aus Spalte 1 installieren und danach neu starten (kann parallel durchgeführt werden).

4. Den Patch auf allen weiteren Servern aus Spalte 2 installieren und danach neu starten (kann parallel durchgeführt werden). 

Abb. 2: SharePoint Environment und ZDP Patch Steps, Quelle: Microsoft

Abb. 2: SharePoint Environment und ZDP Patch Steps, Quelle: Microsoft

Phase 2

In Phase 2 wird PSCONFIG (Products and Configuration Wizard) zunächst auf dem ersten WFE ausgeführt.

Vorüberlegung: Während des Update-Prozesses kann man mit „Upgrade-SPContentdatabase“ den Gesamtprozess beschleunigen. Dies bietet sich an, wenn Anzahl oder Inhalt der Inhaltsdatenbanken groß sind.

1. Den nicht im Load-Balancer-Verbund befindlichen Server upgraden.

  • PSCONFIG mit folgenden Parametern ausführen:
    • PSCONFIG -cmd upgrade -inplace b2b -wait -cmd applicationcontent -install -cmd installfeatures -cmd secureresources -cmd services –install

2. Wenn erfolgreich, den Server wieder in den Load-Balancer-Verbund aufnehmen.

Der letzte Schritt im PSCONFIG-Prozess stellt sicher, dass Aktualisierungen des UI aus dem Ordner "/ layouts" in einen versionsspezifischen Ordner kopiert werden. Dies ist Teil des Side-by-Side-UI-Updates. Um sicherzustellen, dass die Side-by-Side-Kopie erfolgreich war, ist es sinnvoll, die zugehörige Protokolldatei zu überprüfen. Diese befindet sich standardmäßig unter „c:\program files\common files\Microsoft shared\web server extensions\16\logs”. Wenn PSCONFIG aus irgendeinem Grund die Dateien nicht erfolgreich kopiert hat, „Copy-SidebySideFiles“ ausführen, um sie manuell zu kopieren.

Phase 3

In Phase 3 wird PSCONFIG auf dem zweiten WFE ausgeführt.

1. Den anderen WFE Server upgraden.

  • Server aus dem Load-Balancer-Verbund nehmen.
  • PSCONFIG mit folgenden Parametern ausführen:
    • PSCONFIG -cmd upgrade -inplace b2b -wait -cmd applicationcontent -install -cmd installfeatures -cmd secueresources -cmd services –install
  • Wenn erfolgreich, den Server wieder in den Load-Balancer-Verbund aufnehmen.

2. Die Upgrades sind hiermit auf beiden WFE Servern durchgeführt.

Phase 4

In Phase 4 wird das PSCONFIG Upgrade auf allen weiteren Servern der SharePoint Farm ausgeführt.

Wichtig:

  • Bevor PSCONFIG auf den Distributed Cache Servern ausgeführt wird, diesen entfernen und danach wieder hinzufügen:
    • Remove-SPDistributedCacheServiceInstance
    • Add-SPDistributedCacheServiceInstance
  • Alle PowerShell-Schritte sequentiell abarbeiten, auf keinen Fall parallel auf mehreren Servern gleichzeitig.

1. Zunächst werden die Server in Spalte 1 gepatcht. Hierzu PSCONFIG mit bekannten Parametern ausführen und die Server rebooten.

2. Danach werden die Server in Spalte 2 gepatcht. Hierzu ebenfalls PSCONFIG mit bekannten Parametern ausführen und die Server rebooten.

3. Nachdem PSCONFIG auf allen Servern erfolgreich durchgelaufen ist, den folgenden Management Shell-Befehl ausführen, um zu den neuen Benutzeroberflächendateien zu wechseln und den Side-by-Side-Prozess abzuschließen:

  • i. $webapp.WebService.SideBySideToken = "16.0.4338.1000“  << aktuelle Build Nummer
  • ii. $webapp.WebService.update()

 Abb. 3: SharePoint Environment, nachdem PSCONFIG auf Servern durchgelaufen ist, Quelle: Microsoft
Abb. 3: SharePoint Environment, nachdem PSCONFIG auf Servern durchgelaufen ist, Quelle: Microsoft

Ist PSCONFIG auf allen Servern erfolgreich durchgelaufen und sind die Server neu gestartet, ist der Patch-Vorgang auch „schon“ abgeschlossen.

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Artikel vom:
11.10.2018

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TAGS:
Patching, SharePoint

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