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Microsoft und Open Source – Hassliebe oder alternatives Geschäftsmodell

Mit der Übernahme der Entwicklerplattform Github durch Microsoft ist in der globalen Softwareentwickler-Szene ein Aufschrei entstanden. Bedeutet es das Ende wirklich freier Open Source Software? Oder stellt Microsoft sogar seine proprietäre Ausrichtung in Frage? Der folgende Beitrag gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ein Blogbeitrag der Redaktion

Wie geht Microsoft mit der Open Source Bewegung um?

Am 4. Juni 2018 ließ Microsoft große Teile der Open Source Community aufschrecken. Auf ihrem internen Nachrichtenportal gab der Hersteller bekannt, dass Github für 7,5 Milliarden Dollar übernommen wurde. Die Reaktionen reichten dabei von Panik vor Kommerzialisierung bis hin zur Freude über Professionalisierung. Historisch bedingt ist das natürlich verständlich. Viele aktive Entwickler wollen sich von Branchenmonopolisten, wie eben Microsoft im Betriebssystem und Office Bereich einer ist, lösen.

Was Microsoft genau mit der Plattform vor hat, ist heute nicht abzusehen. Natürlich soll der Open Source Gedanke weiter ganz vorne stehen, wie alle Beteiligten immer wieder betonen. Sollten die Entwickler und ihr Code bleiben, hat der Konzern hier sicher die Möglichkeit, eigene Programme und quelloffene Bemühungen besser voranzutreiben. Doch dann muss die Frage gestellt werden: Kommt man im Open Source Umfeld mittelfristig noch um Microsoft herum?

Warum ist die Expansion von Microsoft in diesem Umfeld relevant?

Das Thema der quelloffenen Software bewegt natürlich immer mehr Unternehmen. Sei es aus Kosten- oder Sicherheitsgedanken. Relevant ist die Idee aber auch auf Regierungsebenen, wie in Schleswig-Holstein, wo bis 2020 die Nutzung und der Umstieg auf Open Source Software vorbereitet worden ist. Das liegt vor allem an der Wahrnehmung für die Potentiale („Es spart Kosten ein“). Da es aber auch Risiken gibt, wie beispielsweise den Gerichtsstand, ist das Ziel von zwei Jahren bis zum Migrationsbeginn durchaus sportlich. 

Natürlich ist das kein Phänomen, das ausschließlich in Deutschland verfolgt werden kann. In der Schweiz zum Beispiel wurden Unternehmen jüngst über die Bedeutung von Open Source befragt. Ein Drittel der Befragten sieht quelloffene Software demnach als zunehmend wichtig an.

Ob Microsoft nun aber wirklich durch die Hintertür versuchen wird, in solche Unternehmen zu kommen und die eigenen Benutzeroberflächen in abgespeckter Form zu verteilen, ist allein aufgrund des Geschäftsmodells von Github unwahrscheinlich.

Was bedeutet das also für Unternehmen?

Eine hoffnungsvolle Prognose wäre Professionalisierung im Open Source Bereich. Mit klaren Strukturen im Bereich der Nutzungs- und Lizenzrechte könnte Microsoft potentielle Hürden abbauen. Andererseits ist der Gedanke einer so hohen Investition selten gemeinnützig und Nutzer der Plattform haben sicherlich im Hinterkopf, dass der Konzern aus Redmond eigene Entwicklersoftware vertreibt.

Mit der Übernahme bietet sich auf jeden Fall ein erweitertes Geschäftsfeld, das sowohl im Bereich der Wissensarbeiter als auch der Code-Ressourcen deutliche Fortschritte bringen kann.

 Abbildung Zusammenhang Microsoft und Open Source Software, Quelle: COMPAREX
Abb. 1: Zusammenhang Microsoft und Open Source Software, Quelle: COMPAREX

Die Möglichkeit, eine neue – bisher eher skeptische – Zielgruppe anzusprechen, kann also durchaus großen Einfluss auf zukünftige Bemühungen seitens Microsoft im Open Source Umfeld haben. Was der Kauf für Entwickler und Unternehmen, die deren Code einsetzen, aber letztendlich bedeutet, werden wohl erst die nächsten Monate zeigen.

Nichtsdestotrotz sollten die Potentiale und Risiken hier vorab geklärt werden. Gerade wenn ein Unternehmen über den Einsatz von quelloffener Software und eine Alternative zu Microsoft Produkten nachdenkt. In diesem Fall lohnt sich eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Anforderungen, die an Software und deren Lizenzbedingungen gestellt werden. Natürlich ist Open Source Software auch bei COMPAREX ein immer wichtigeres Thema. Gemeinsam mit Sonatype gibt es einen Ansatz, bei dem mithilfe des Inventarisierungstools Nexus Repository nicht nur die Open Source Software, die ein Unternehmen verwendet, sondern auch die Komponenten, die sich darin verbergen, lokalisiert und bewertet werden können. Kontaktieren Sie uns gern mit Ihren Fragen.




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Artikel vom:
18.07.2018

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TAGS:
Microsoft, Open Source, SAM

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