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Wie Major Tom fliegen lernte: Adobe Character Animator macht Grafik lebendig (Header)

Wie Major Tom fliegen lernte: Adobe Character Animator macht Grafik lebendig

Wie funktioniert eigentlich eine Grafik-Animation? Welche Schritte muss man dabei beachten? Fotograf Christian Kortüm zeigt mit Unterstützung von Zeichner Nukohl, wie schnell sich via Adobe Character Animator der Comic-Held Major Tom animieren lässt.

Ein Blogbeitrag von Fotograf Christian Kortüm

Wenn Zeichnen allein nicht mehr reicht

Christian, alias Nukohl, ist Zeichner und erweckt seine Figuren mit Adobe Charakter zum Leben. „Am Anfang ist eine Skizze in meinem Kopf, die ich im Illustrator nachzeichne.“ Nukohl zeichnet als Autodidakt seit 13 Jahren im Illustrator. „Damals war es ein einfaches Programm, nicht besser als die Konkurrenz, aber recht günstig.“

Adobe Character Animator: Abb. 1: Christian zeichnet seit 20 Jahren in Illustrator, Bild: Christian Kortüm

Abb. 1: Christian zeichnet seit 20 Jahren in Illustrator, Bild: Christian Kortüm

Heute geht es sehr schnell, sein Stift gleitet über das Grafiktablett und elegant schwingt er die Konturen seines Comic-Helden Major Tom. Die Pinselautomatik von Illustrator unterstützt seinen Zeichenstift und er konzentriert sich auf seinen Comic-Character. Alle Striche, Flächen und Punkte werden im Ebenenfenster verwaltet. Dort werden sie sortiert, per Click ausgewählt und können dann verändert werden.

Christian beschränkt sich nicht auf Zeichnungen in Adobe Illustrator. Er will, dass seine Comic-Figuren zum Leben erwachen. „Das ist eine neue Dimension, wenn du eine Figur auf einer Bühne animierst. Du bekommst Tiefe und ein Gespür für dessen Charakter und abgemischt mit meiner Musik kann ich kleine Filme produzieren.“

Bisher importierte Christian seine Zeichnungen in After Effects, um sie zu animieren. Das ist aber sehr aufwendig und dauert bis zum fertigen Film. Denn After Effects, sagt Christian, ist die Plattform für animierte Grafiken, ein Werkzeug, das alle Bereiche der Animation abdeckt. Dort lassen sich über Keyframes Bewegungen steuern. Bei Trickfiguren gibt es aber ein Problem, die Komplexität der Puppenmechanik.

Adobe Character Animator: Abb. 2: Mit der Pinselautomatik ist jeder Strich perfekt, Bild: Christian Kortüm
Abb. 2: Mit der Pinselautomatik ist jeder Strich perfekt, Bild: Christian Kortüm

Adobe Character: Mit ein paar Kniffen kann Animieren so leicht sein

Die Lösung: Adobe Character. Enthalten in der Adobe Creative Cloud kann es bei Bedarf einfach installiert werden, ohne zusätzliche Kosten. Das Programm Adobe Character wurde seit seiner Betaversion 2015 weiterentwickelt und ist, in der Version 1.5, Teil der Adobe CC. Mit ihm lassen sich Comic-Figuren wie Marionetten animieren, in Echtzeit.

Der amerikanische TV-Sender CBS ist dafür ein bekanntes Beispiel. Er produzierte mit Tim Luecke und Rob Dubbin den Cartoon Donald Trump für die „Late Show mit Stephen Colbert“. Dabei interagiert der Cartoon live mit dem Moderator Colbert.

Adobe Character Animator: Abb. 3: Layer werden für Character Animator vorbereitet, Bild: Christian Kortüm 
Abb. 3: Layer werden für Character Animator vorbereitet, Bild: Christian Kortüm

Doch zuvor. In Illustrator muss man dafür einiges beachten, sagt Christian: „Für Adobe Character müssen die Ebenen sortiert und zusammengefasst werden, jedes bewegliche Körperteil ist für sich ein Ordner mit Ebenen.“ Soll der Kopf z.B. gedreht werden, muss zusätzlich ein Profil vom Gesicht erstellt werden. Für die Bewegung des Mundes wird es aufwendiger, sagt der 39-Jährige: „Alleine für die Sprachsynchronisation braucht man 14 verschiedene Zeichnungen, also Ebenen für den Mund“. Wird jetzt eine Sprachaufnahme in Character Animator importiert und in die Timeline gelegt, analysiert ein Algorithmus die Audiodatei und überträgt die aufgezeichneten Laute in eine Bewegung des Mundes.

Adobe Character Animator: Abb. 4: Puppenmechanik und 14 verschiedene Münder, Bild: Christian Kortüm
Abb. 4: Puppenmechanik und 14 verschiedene Münder, Bild: Christian Kortüm

Damit das funktioniert, muss in Adobe Illustrator jeder Ordner beschriften werden, für den Mund schreibt man „+Mouth“ und bezeichnet die Layer im Ordner mit den Lauten, z.B. „e“. Adobe Character Animator weiß jetzt, wann es den Comic-Mund zu einem „e“ formen muss.

Für die Bewegung der Körperteile der Comic-Figur wird die Laptopkamera verwendet. So werden vom Programm die biometrischen Daten, die Augen, der Mund, die Position und Geschwindigkeit des Gesichts von Christian getrackt und in Befehle umgewandelt.

Adobe Character Animator: Abb. 5: Biometrischer Tracker, Bild: Christian Kortüm
Abb. 5: Biometrischer Tracker, Bild: Christian Kortüm

In einem kleinen Fenster kann Nukohl die Bewegungen kontrollieren. Jetzt heißt es nur noch
„Record“ und die Gesten werden auf den Comic von Major Tom übertragen. Das Projekt wird automatisch gespeichert und kann in After Effects über den Dynamic Link importiert werden. Jede Änderung in Adobe Character wird nun ohne Weiteres im Projekt aktualisiert.

Adobe Character Animator: Abb. 6: After Effects mit Major Tom, Bild: Christian Kortüm

Abb. 6: After Effects mit Major Tom, Bild: Christian Kortüm

Als eigenständiger Layer kann er seinen Astronauten in die Timeline ziehen und beliebig positionieren. Im Vorschaufenster von Adobe After Effects sieht man das Weltall, die Erde und Major Tom im kalten Raum, seine Lippen bewegen sich und über Funk hört man David Bowie singen: „This is Major Tom to Ground Control… tell my wife I love her very much… she knows“.

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Artikel vom:
28.08.2018

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TAGS:
Adobe, Character Animator, Grafiken

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Kommentare

  • Chris Richardt kommentierte vor 7 Monaten
    Ich arbeite oft mit Illustrator und werde mich jetzt gleich dran setzen eine neue Grafik in After Effects zu animieren. Ich bin gespannt, was der Kunde dazu meint. Toll! Chris

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