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Adobe Lightroom Classic CC und Adobe Lightroom CC im Vergleich

Adobe Bridge + Photoshop oder Adobe Lightroom? Dies war eine Frage, die sich ambitionierte (Hobby-)Fotografen bisher gestellt haben. Durch das Umbenennen von Lightroom CC in Lightroom Classic CC und die gleichzeitige Neuauflage von Lightroom CC im Oktober 2017 muss die Frage neuerdings lauten: Adobe Bridge + Photoshop oder Adobe Lightroom Classic CC oder Adobe Lightroom CC. Lesen Sie in diesem Beitrag, welches Tool welche Anforderungen abdeckt.

Ein Blogbeitrag von Carlo Windhager,Teamleiter Graphic und Standardsoftware

Die „Urgesteine“ Adobe Bridge + Photoshop sind unangefochten die Allzweckwaffen in Sachen Bildbearbeitung. RAW-Entwicklung, Weißabgleich, Farbstimmungen und kleinere Korrekturen wie Stempelarbeiten werden mit Adobe Bridge erledigt und anschließend übernimmt Photoshop aufwendige Composings, Hautretuschen oder Fotomontagen. Wem es „nur“ auf RAW-Entwicklung und kleinere Anpassungen a la Adobe Bridge ankommt, greift gern auf Adobe Lightroom zurück und katalogisiert bzw. organisiert ganz nebenbei seine Fotografien.

Adobe Lightroom Classic CC: Grundlegende Funktionen für Bildverwaltung und -bearbeitung

Seit mehreren Jahren gibt es Adobe Photoshop nur noch als zeitlich befristetes Abonnement. Nun ist auch Adobe Lightroom an der Reihe. Die Version Lightroom 6, erschienen im April 2015, bleibt vorerst auf dem Markt, bekommt aber keine Updates mehr und unterstützt somit die Dateiformate neuer Kameras nicht. Eine neue Kaufversion, also Adobe Lightroom 7, wird es nicht geben. Nutzer der Creative Cloud konnten schon länger auf die Mietversion Adobe Lightroom CC zugreifen, müssen sich nun aber an einen neuen Namen gewöhnen: Adobe Lightroom Classic CC. Benutzeroberfläche, Funktionen, Speicherort der Rohdaten & Co - alles wie gewohnt.

Lightroom 6 bzw. Lightroom Classic CC bietet versionsunabhängig Tools zur Verwaltung und Bildbearbeitung. Der komplette Workflow eines Fotografen wird abgedeckt: Importieren der Fotos, Verschlagwortung und Katalogisieren, kleinere Bildkorrekturen wie z.B. Anpassungen der Helligkeiten, Setzen des Weißabgleichs, perspektivische Korrekturen und Anpassung der Bildschärfe. Abschließend können die Dateien für Print, Web oder als fertiges Fotobuch ausgegeben werden – alles aus einer Applikation heraus.

Screenshot Benutzeroberfläche von Lightroom Classic CC, Quelle: Adobe

Abb 1: Screenshot Benutzeroberfläche von Lightroom Classic CC, Quelle: Adobe

Das neue Adobe Lightroom CC: Warum ein neues Tool mit einem alten Namen?

Nachdem das zweite „C“ bei „Adobe CC“ immer für Cloud steht, wird schnell klar, wohin der Hase auch beim neuen Lightroom CC läuft. Getreu der Philosophie „Alles in die Cloud“ müssen Lightroom-CC-User stark sein: Die komplette Lightroom-Datenbank, alle Rohdateien, Metadaten und Presets wandern in die Cloud, wo auch die Bearbeitung stattfindet!

Doch ist effizientes Arbeiten mit Lightroom CC z.B, im Rahmen einer Veranstaltung ohne (schnelles) Internet überhaupt möglich? Antwort: Jein. Mit Adobe Lightroom CC können zwar die RAW-Dateien auch lokal vorgehalten werden, aber im Prinzip lauten die zwei relevanten Wahlmöglichkeiten nur: Alles ausschließlich in der Wolke oder Wolke und alles zusätzlich auf dem lokalen Speicher. Nicht selten sind Lightroom-Bibliotheken jedoch über Jahre gewachsen und beinhalten 100.000e RAW-, Photoshop- oder Video-Dateien. Zwei Terrabyte sind schnell erreicht. Das nun alles in die Cloud auszulagern, erfordert vermutlich je nach Internetverbindung viel Geduld – Datenschutz und Datensicherheit mal ganz außen vor. Meine Erfahrungen zeigen, dass unsere Kunden die Adobe Cloudlösungen zwar in zunehmendem Maße nutzen, aber gerade der Upload von sensiblen Daten im professionellen Umfeld nicht ohne Weiteres erlaubt, geschweige denn gewünscht ist. 

Vorteile von Adobe Lightroom CC

Wer damit allerdings kein Problem hat, kommt in den Genuss einer komplett neuen Benutzeroberfläche – um jetzt über die Vorteile des neuen Produktes zu reden. Komplettiert wird die Lösung durch Apps für Smartphones und Tablet-Computer (iOS und Android). Das Programm ist auf allen Endgeräten in Bezug auf Optik und Bedienung sehr konsistent. Auch die Desktop-Version ist für Touchscreens optimiert, lässt sich aber auch mit Maus (oder Grafik-Tablett) bedienen. Zu guter Letzt gibt es noch eine Web-App, also ein „Lightroom in the Browser“ mit dazu.

Die Synchronisation von Dateien über alle Endgeräte hinweg via Creative Cloud bringt auch Vorteile mit sich: Ein zentraler Datenbestand für alle Apps/Rechner sowie alle Bilder inkl. aller Bearbeitungsstände sind immer auf allen Geräten verfügbar. Wessen Workflow bereits am Smartphone anfängt und über das Tablett zum Desktop führt, kann sich freuen – nie wieder Theater mit Versionsständen, Datenaustausch und Speicherplatz.

Im Interesse einer übersichtlichen Benutzeroberfläche spart der Hersteller bei Lightroom CC allerdings bei den Funktionen. Programm-Module wie Karte, Buch, Diashow, Drucken und Web sucht man vergebens. Im Grunde gibt es im Moment nur „Bibliotheken“ und „Entwickeln“. Der Schwerpunkt liegt jetzt klar auf dem Sichten und Bewerten bzw. Optimieren und Bearbeiten von Fotos.

Abb. 2: Screenshot Benutzeroberfläche von Lightroom CC, Quelle: Adobe

Abb. 2: Screenshot Benutzeroberfläche von Lightroom CC, Quelle: Adobe


Zusammenfassung

Nachdem das neue Lightroom CC noch nicht den vollen Funktionsumfang bieten kann, weist Adobe ganz deutlich darauf hin, dass man beide Produkte – also Lightroom Classic CC und Lightroom CC - pflegen und weiterentwickeln möchte. Eine Timeline ist bisher noch nicht bekannt, aber klar ist: Mietversion only!

Aus dem bisherigen Adobe Lightroom CC wird Adobe Lightroom Classic. Adobe Lightroom CC ist „neu“ in der Creative Cloud. Adobe Lightroom 6 wird seit Ende 2017 nicht weiterentwickelt. Adobe Lightroom 7 als Kauflizenz wird es nicht geben.

Die Bereitstellung von neuen Funktionen bei Lightroom ausschließlich in der Abonnement-Variante ist ein weiterer Beweis für die Konsequenz, mit der Adobe den Ausstieg aus zeitlich unbefristeten Nutzungsrechten vorantreibt. Solange Adobe einen Teil der zusätzlichen Gewinne tatsächlich in die Weiterentwicklung seiner Lösungen investiert, würde ich tatsächlich von einer Win-Win-Situation für Hersteller und Kunden sprechen. Ich für meinen Teil werde den Markt intensiv beobachten und freue mich auch über Ihr Feedback.

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Kontaktieren Sie unseren Experten Carlo Windhager.

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Carlo Windhager
Teamleiter Graphic und Standardsoftware

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Carlo Windhager

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Artikel vom:
12.07.2018

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