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Jeder Gang (in die Cloud) macht die Brieftasche schlank?

Eine Cloud-Strategie wird heutzutage für jedes Unternehmen als Muss definiert. Eine Hürde dabei ist oftmals die Frage, was mit den Lizenzen in der Cloud passiert. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Cloud-Strategien von Kunden und verdeutlichen, warum das Prinzip „Bring Your Own Licenses“ lohnenswert ist.

Ein Blogbeitrag von Marco Vogel, Global Director, Strategic Alliances

Das Wichtigste vorab: Die Cloud-Frage ist beantwortet! War es vor ein paar Jahren oder Monaten noch Cloud-Enthusiasten vorbehalten, für die Vorteile der Cloud zu werben und nur Start-Ups gingen „all-in“ die Cloud, ist heute eine Cloud-Strategie ein MUSS für jedes Unternehmen. Es bleiben lediglich die Einzelheiten zu klären: Wann, welcher Umfang, mit wem… und wie man die neue komplexe Welt am besten unter Kontrolle behält.

Vielen Unternehmen in Zentraleuropa wird nachgesagt, dass sie bei dem – laut Cloud-Anbieter jetzt absolut notwendigem Gang in die Cloud – doch etwas zögerlich sind. Aber sind wir mal ehrlich, all die neuen Abkürzungen, Urteile und Regularien wie GDPR, DSGVO, Cloud Act etc. haben hier zur Unsicherheit entscheidend beigetragen. Grundsätzlich alle gut gemeint und sicherlich sinnvoll, aber erklärungsbedürftig und man weiß nicht so ganz, wo man anfangen soll. In der Zwischenzeit gehen die Wege der Kunden deutlich steiler nach oben – in die Cloud – zumindest sehen wir das bei COMPAREX so.

COMPAREX Befragung: Wie sieht die Cloud-Strategie der Kunden aus?

Als langjährige und große Microsoft und VMware Partner in Europa haben wir unsere damals noch junge Partnerschaft mit AWS Anfang 2017 zum Anlass genommen, unsere Kunden zu ihrer Cloud-Strategie zu befragen – mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

Fast alle waren überzeugt, schon eine Hybrid Cloud ihr Eigen zu nennen, die große Mehrheit basierend auf VMware Hypervisor-Technologie – kein Wunder wenn man bedenkt, dass vSphere 80% Marktanteil hat. Microsoft, KVM- oder Xen-basierende Infrastrukturen waren weitere Nennungen.

Mehr als 2/3 unserer befragten Kunden nutzen bereits mindestens einen Public-Cloud-Anbieter und haben damit eine Hybrid Cloud, nutzen jetzt bereits mind. einen weiteren Public Cloud Provider oder wollen auf jeden Fall mindestens zwei weitere Public-Cloud-Anbieter in ihre Strategie aufnehmen.

Zahlen, die leicht hinter den weltweiten Verteilungen liegen, aber schon deutlich höher als erwartet.
Auch die häufigste Nennung der Hyperscaler auf der Shortlist kam nicht unerwartet: Microsoft Azure und AWS. Laut Forrester Predictions – ich stelle mir hier immer die klassischen „Orakel von Delphi“-Szenarien bei der „Erstellung“ der jährlichen 10 „Predictions“ vor, auf dem Dreibein über der Erdspalte sitzend, mit berauschenden Dämpfen, im Fernseher läuft ein John-Wayne-Film, Alexa schwatzt ungefragt dazwischen – werden diese beiden gemeinsam mit Google Cloud Ende 2018 76% der Cloud-Plattform-Umsätze haben.

Warum geht man als Kunde in die Cloud? Skalierbarkeit – nach oben wie nach unten, Agilität – Ressourcen, wenn ich sie brauche, schneller und näher am eigentlichen Geschäft etc. Kostenvorteile sind bei der Cloud-Entscheidung eher nachgelagert, werden jedoch auch mittelfristig erwartet.
Dazu muss man aber sagen: Einfach die bestehende IT-Infrastruktur in die Cloud auslagern und die „Pay as you Go“-Preise der Hyperscaler nutzen, spart… selten etwas. Eine gut organisierte Private Cloud schlägt die Preise locker. Aber Moment mal: Was kann ich denn eigentlich in die Cloud mitnehmen? Daten – na klar, Hardware – lasse ich zurück und miete mir virtuelle – und die Lizenzen?

Was passiert mit meinen Lizenzen in der Cloud?

Schließlich haben die meisten Kunden in den letzten Jahren in Software investiert, die meist auch unter aktiver Wartung (Software Assurance, Maintenance, Support and Subscription – je nach Hersteller) steht. Kann ich die so einfach mitnehmen? Kann ich damit Geld sparen? Bin ich dann compliant?
Unsere Antwort: Kommt darauf an. Lassen Sie uns als komplexes Beispiel Microsoft Volumenverträge nehmen, die der Kunde in die neue Microsoft Azure und/oder AWS Welt mitnehmen möchte – damit sehen wir gleich, wie Microsoft seine Azure Welt und auch den SPLA Kosmos, den AWS repräsentiert, unterstützt.

Grundsätzlich kann sich der geneigte User in beiden Welten seine Server komplett mit Microsoft Betriebssystem und z. B. SQL Enterprise ausstatten und zahlt dann die jeweilige Miete.

Das Spannende ist der Kostenunterschied. Ich habe mal den AWS Kostenkalkulator bemüht. Standard-Server mit 8vCPU, 32 GB RAM reicht auch für anspruchsvollere Workloads. Blankes virtuelles Blech mit AWS Linux: ca. 271,72 USD/ Monat als OnDemandPricing. Dieselbe virtuelle Hardware mit WinOS und Enterprise SQL: 2513 USD/ Monat, auch als OnDemand.

Heißt für die Nachrechner: 90% des Gesamtpreises entfallen in diesem Szenario auf Microsoft Lizenzkosten! In Worten: Neunzig! Sie sehen, es lohnt sich unter Umständen zu prüfen, inwiefern man evtl. Lizenzen aus seinem Volumen-Lizenzvertrag mitnehmen kann – das Zauberwort heißt also „Bring Your Own Licenses“.

Bring Your Own Licenses: Wie funktioniert‘s? Was muss beachtet werden?

Für Kunden, die einen Microsoft Volumenvertrag mit Software Assurance haben, funktioniert der Benefit Lizenzmobilität – d. h. die Server-Applikationen wie Exchange, MS Dynamics, SharePoint, Skype for Business ….SQL Server darf man auch in die gesharte Umgebungen von AWS und Azure – heißt u. U. mehrere Kunden auf dem gleichen Host – mitnehmen, von ein paar kleineren bürokratischen Hürden bei Nicht-Azure-Plattformen abgesehen, die Microsoft unter dem Begriff „von qualifizierten Partnern für Lizenzmobilität durch SA“ zusammenfasst. Also Formblatt „zur Validierung von Lizenzmobilität“ ausgefüllt (hierzu gehören AWS, aber auch viele andere größere Service Provider) und von Microsoft abnicken lassen – erst Formblatt, dann Formsache. Heißt: Nur Server mit Betriebssystem buchen, vorhandene Lizenz mitbringen und …los geht’s!

Und wie verhält es sich mit den Betriebssystem-Lizenzen? In Azure gilt unter Umständen das Microsoft Azure Hybrid Benefit Nutzungsrecht. Sperriger Name, geldwerter Vorteil! Grundsätzlich kann man jetzt in Azure (und nur dort) Windows Server Lizenzen mitnehmen, solange ich als Kunde aktive Software Assurance auf On-Premises Windows-Server-Lizenzen habe.

Noch netter: Funktioniert für neue, aber auch für vorhandene Azure VMs mit dem Retroactive Tagging Feature (Yeahh!!). Fragen Sie mich gern an, ich gebe die Anfrage dann ungefiltert zur Umsetzung an meine spezialisierten Kollegen weiter – die machen das für Sie.

Kleiner Wermutstropfen: Geht eben nur für die gesharten Umgebungen in Azure, bei AWS nur in Ausnahmefällen. In welchen? AWS bietet im Gegensatz zu MS Azure auch die Möglichkeit, dedizierte Instanzen oder sogar dedizierte Server anzumieten. Hier kann man sogar jedwede Microsoft Lizenzen mitbringen, auch wenn sie nicht unter Software Assurance stehen oder sich für Lizenzmobilität qualifizieren.

Sie sehen, eine Lizenzmitnahmeprüfung lohnt sich in jedem Fall. Genauso verhält es sich mit anderen Software-Herstellern: Holt man sich z. B. TrendMicro Lizenzen vom AWS oder Azure Marktplatz oder bringt man sich vorher gekaufte On-Premises Lizenzen mit? Der Preisunterschied auf das Jahr gerechnet kann eklatant sein.

Wenn Sie gerade vor der Entscheidung stehen, Cloud-Anbieter ins Boot zu holen und eine Vollkostenrechnung für Ihre persönliche Cloud aufzustellen – was extrem schwierig ist – prüfen Sie ihre bestehenden Software-Vorträge – es lohnt sich…meistens, kommt natürlich darauf an.

Mehr dazu auf der LICEN§A

Mehr Details zu diesem Thema erhalten Sie in meinem Workshop „Lizenzoptimierung in der Cloud“ bei der LICEN§A Berlin am 12. März 2019.

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Artikel vom:
24.07.2018

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TAGS:
Cloud Computing, Lizenzen

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